MARTIN AMBAUEN: «Rechne ihr hoch an, dass sie sich Zeit nahm»

Martin Ambauen (54) aus Beckenried ist seit 2003 Zentralschweizer Bauernlandammann. Am Donnerstag hat er in Hergiswil Bundesrätin Doris Leuthard getroffen. Ein Augenschein.

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Bundesrätin Doris Leuthard im Gespräch mit Martin Ambauen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Bundesrätin Doris Leuthard im Gespräch mit Martin Ambauen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

«Ein wenig aufgeregt war ich schon. Aber wann hat man als Landwirt schon einmal die Gelegenheit, mit einer Bundesrätin zusammenzutreffen? Als Zentralschweizer Bauernlandammann und CVP-Politiker bekomme ich es zwar immer wieder mit Regierungsräten zu tun, aber kaum je mit Bundesräten.

Am vergangenen Donnerstag sprach auf Einladung des Zentralschweizer Bauernbundes Wirtschaftsministerin Doris Leuthard in Hergiswil über die Zukunft der Landwirtschaft. Kurz vor der Veranstaltung konnte ich ein paar Minuten mit ihr unter vier Augen über die Landwirtschaftspolitik sprechen. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um ihr auch ein paar kritische Fragen zu stellen.

Ich rechne ihr das hoch an, dass sie sich trotz all ihrer Termine die Zeit nahm, um mit den Zentralschweizer Landwirten zusammenzukommen und den Puls zu fühlen. Ich bekam den Eindruck, dass ihr Engagement echt ist. Sie will wirklich wissen, wo uns Bauern der Schuh drückt.

Am meisten Sorgen bereitet uns die Zukunft. Der Bundesrat strebt ein Agrarfreihandelsabkommen mit der Europäischen Union an. Dies würde uns zwar einerseits den Zugang zu einem Markt mit 500 Millionen Konsumenten ermöglichen. Doch andererseits darf man nicht blauäugig sein. Wir sehen dies heute beim Käsemarkt, der vor ein paar Jahren liberalisiert worden ist. Wir geniessen zwar jetzt mehr Freiheiten, doch die Preise sind gerade in jüngster Zeit sehr stark unter Druck geraten.

Wohlverstanden: Ich bin nicht gegen mehr Markt. Dazu stehe ich. Es kann ja nicht sein, dass der Bund letzten Endes auch noch unsere Produkte verkauft. Aber man darf die Marktöffnung nicht nur mit der rosa Brille betrachten. Die Produktevielfalt stieg in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren stark an. Doch auf der anderen Seite sehen sich viele Bauern durch die neuen Bestimmungen und Auflagen des Bundes mit höheren Kosten konfrontiert. In diesem Spannungsverhältnis einen Landwirtschaftsbetrieb Gewinn bringend zu führen, ist immer schwieriger.»

Aufgezeichnet von Dominik Buholzer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.