Leserbrief

Martin Kopp: Selbstloser Einsatzes und unbestechliche Gewissenhaftigkeit

«Generalvikar Martin Kopp entlassen», Ausgabe vom 19. März

Thomas Nann, Beckenried
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Die beiden Zampanos Garcia und Grichting und die Gallionsfigur Bürcher haben mit der Entlassung von Generalvikar Martin Kopp ihr wahres Gesicht gezeigt: Taktlos, respektlos, gewissenlos, jenseits von Gut und Böse… Vermutlich ist dies auch ein Vorspiel zur Ernennung des nächsten Bischofs von Chur. Ich gebrauche den Begriff Ernennung, denn von einer Wahl kann keine Rede sein. Da sendet ein Erzkonservativer, aus den USA eingeflogener Nuntius, eine Dreierliste nach Rom. Diese kann vom Papst korrigiert werden und wird dem ehrenwerten Domkapitel vorgelegt. Dieses Kapitel hat nun die grossartige Möglichkeit, zwischen Dash und OMO zu wählen.

Als (noch) Mitglied der Katholischen Kirche erlaube ich mir dazu folgende Bemerkungen: Nidwalden gehörte als Teil der Schweizer Quart jahrhundertelang zum Bistum Konstanz. Dieses Bistum stand unter der Herrschaft des Erzbistums Trier. Weder Papst noch Nuntius bestimmte den Bischof von Konstanz, die Wahl stand einzig in der Kompetenz des Erzbischofs.

1798 wurde das Bistum Konstanz aufgelöst, und so wurde die Schweizerquart zur Manövriermasse. Die Bistumszugehörigkeit Nidwaldens ist provisorisch im Sinne eines Apostolischen Administrators geregelt. Normalerweise ist der Bischof von Chur auch Administrator. Professor Adrian Loretan hat die ungelöste Situation in seinem Gutachten von 2014 zu erläutern versucht: «Eine Ad-personam-Unterstellung der «Schweizer Quart» hatte und hat keine Rechtswirkung für seinen Nachfolger auf dem Churer Bischofsstuhl.»

Zurück zu Martin Kopp. Während fast acht Jahren besuchte ich mit ihm die gleiche Klasse an der Stiftsschule Engelberg. In dieser Zeit hat Papst Johannes XXIII. das zweite Vatikanische Konzil einberufen, eine ungeheure Sensation und Auslöser eines Aufbruchs. Für mich blieb und bleibt die Enzyklika «Pacem in terris» die Richtschnur für mein Verhalten.

Für Martin Kopp bedeutete es viel mehr. Seine Studien, sein Einsatz als Seelsorger und in den letzten Jahren als vielfach einzig akzeptierter «Feuerwehrmann» in seinem Generalvikariat sind Zeugnisse seines gewaltigen selbstlosen Einsatzes und seiner unbestechlichen Gewissenhaftigkeit.