Leserbrief

«Martin Kopps Freistellung hinterlässt wirklich keine Lücke»

«Generalvikar Martin Kopp entlassen», Ausgabe vom 19. März

Meinrad Grüniger-Frank, Beckenried
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Dekan Bernhard Willis Aussage «Die Absetzung von Martin Kopp macht mich traurig und wütend!» kann ich als Kirchgemeinde-Bürger von Beckenried keineswegs teilen. Wir haben das Verhalten des Urschweizer Generalvikars Martin Kopp aus nächster Nähe erfahren. Es sind zwar schon 17 Jahre her seit dem Konflikt «Beckenrieder Pfarrer griff in die falsche Kasse».

Werner Vogt, im Jahr 2003 schon länger im Amt, rhetorisch über alles begabter Seelsorger und versierter Prediger, hatte Mühe in der Verwendung von pfarreieigenen Geldern. Schon bald merkten minder bemittelte Leute die Grosszügigkeit und Offenheit des Pfarrers, um ein Almosen vom Seelsorger abzuverlangen. Es entfachte sich ein Streit. Der damalige Kirchenratspräsident behandelte den Fall harsch, dies, weil er als «gebranntes Kind» in einem Verfahren von einer Angestellten in der Stanser Spitalverwaltung gestrauchelt war. Für den Verbleib des Pfarrers engagierten sich Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Eine Delegation dieser Gruppe sprach bei Bischof Johannes Vonderach im Büro des Klosters Einsiedeln vor. Leider ohne Erfolg, die Spaltung innerhalb des Kirchenvolkes in Beckenried sei bereits fortgeschritten. Da wollte sich der auch pensionierte Bischof die «Finger nicht verbrennen». Der Interim amtierende Bischof Vollmar zerriss zu diesem Problem auch keine Stricke. Und Generalvikar Martin Kopp? Zeigte sich erst, als Vogt von sich aus ins Tessin zog.

Was war Martin Kopps Aufgabe? Bestimmt nicht sein Thema, nämlich den Streit zwischen dem Kirchenrat und der Interessengruppe pro Werner Vogt als Mediator zu schlichten. Nach zwei Sitzungen, mehrheitlich als Monolog von ihm geführt, blieb Martin Kopp unerledigter Dinge fern.

Um seine Predigten zu verstehen, brauchte es ein Lexikon, von Rhetorik keine Rede. Im Gegenteil, seine Predigten richteten sich eher an das Zielpublikum von Schriftgelehrten oder Akademikern. Urschweizer Generalvikar Martin Kopps Freistellung hinterlässt wirklich keine Lücke. Seine Einmischungen für die Wahl eines ihm passenden Bischofs war Übereifer am falschen Ort!