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Megaprojekt kommt vors Nidwaldner Volk

Kanton und Bund machen südlich des Waffenplatzes Wil mit dem geplanten Ersatzbau Süd gemeinsame Sache. Es war ein langer Weg, bis der 11-Millionen-Kredit bereit für die Urne war.
Matthias Piazza
Auf der Wiese südlich des Waffenplatzes Wil in Oberdorf (am unteren linken Bildrand) ist der dreigeschossige Ersatzbau geplant. (Bild: PD)

Auf der Wiese südlich des Waffenplatzes Wil in Oberdorf (am unteren linken Bildrand) ist der dreigeschossige Ersatzbau geplant. (Bild: PD)

Bis zu sechs Mal müssen die Soldaten die Kantonsstrasse beim Waffenplatz Wil in Oberdorf überqueren, wenn sie ausgerüstet werden. Das Bild von Soldaten, die sich mit ihrem Material durch halb Oberdorf verschieben müssen, zeigt exemplarisch die verzettelte Organisation auf. Von grossen logistischen Problemen auf dem Waffenplatz Wil schreibt der Regierungsrat in seiner Abstimmungsbotschaft zum Objektkredit für den Ersatzbau Süd.

Die Probleme hätten sich verschärft, zumal im Zeughaus heute viel mehr Material für die persönliche Ausrüstung der Soldaten gelagert und umgesetzt werden müsse als früher. Lagerräume müssten manuell bewirtschaftet werden, weil Stapler aus statischen Gründen in den oberen Geschossen nicht eingesetzt werden könnten. Weil das Zeughaus für das erforderliche Material baulich zu schwach ist, muss dieses auch an externen Standorten gelagert werden. Als Minimallösung würde sich eine Totalsanierung aufdrängen sowie ein Neubau auf der angrenzenden Parzelle für zusätzlichen Lagerraum, heisst es in der Botschaft.

Auch die Schweizer Armee hat Handlungsbedarf. Sie sucht einen Ersatz für die Unterbringung von Fahrzeugen zu Ausbildungszwecken. Dafür hat sie bisher eine Halle auf dem Areal des Flugplatzes Buochs gemietet. Diese steht aber höchstens noch bis Ende des Jahres 2020 zur Verfügung.

Eine Tiefgarage auch für die Öffentlichkeit

Kanton und Bund wollen auf der grünen Wiese mit einem gemeinsamen Projekt ihre Probleme lösen. Auf der 4100 Quadratmeter grossen Parzelle zwischen Kantonsstrasse und Engelberger Aa, welche die Genossenkorporation Stans dem Bund im Baurecht abgetreten hat, ist ein dreigeschossiges Gebäude geplant. Das Erdgeschoss enthält die Einstellhalle der Swissint, dem Kompetenzzentrum der Armee für Auslandeinsätze. Im ersten und zweiten Stock sind die Logistikflächen inklusive Retablierungsstelle und Büroräumlichkeiten des heutigen Zeughauses geplant.

Auch die Bevölkerung soll vom Neubau profitieren können. Geplant ist eine Tiefgarage mit rund 90 Parkplätzen, die nicht nur Benutzern und Besuchern von Swissint und Kanton offenstehen würden, sondern auch sämtlichen Autofahrern. «Bei Veranstaltungen im Dorf wie Viehmarkt oder Theateraufführung sind Parkplätze rar. Dieses Problem können wir so entschärfen», erklärt Sicherheits- und Justizdirektorin Karin Kayser.

Der Umzug der Wertstoffsammelstelle, ein Projekt der Gemeinde Oberdorf, wurde ebenfalls in die Planung mit einbezogen. Dies, weil die Sammelstelle zu klein und bezüglich Zufahrt «schlecht und gefährlich» sei, wie es in der Botschaft heisst. Die Kosten dafür übernimmt die Gemeinde. Im Rahmen des Agglomerationsprogramms soll, ebenfalls als separates Projekt, auch die Kantonsstrasse im Bereich Kreisel und Neubau sicherer werden, indem die Strasse verbreitert und Velospuren geschaffen werden.

Vereinfachte Abläufe dank gemeinsamer Halle

20,2 Millionen Franken kostet der Ersatzbau Süd. Der Bund finanziert die Fahrzeughalle für 9,1 Millionen Franken. Der Kanton berappt die Tiefgarage für 2,9 Millionen Franken. Da der Bund den kantonalen Waffenplatz Wil nutzt, entgeltet er diese Leistungen mit jährlich 3,4 Millionen Franken. Das Parkplatzangebot ist eine dieser Leistungen. Die «Zeughaus»-Geschosse (erstes Obergeschoss und einen Teil des zweiten Obergeschosses) bezahlt der Kanton mit 8,2 Millionen Franken.

Über den Kredit von insgesamt 11,1 Millionen Franken stimmen die Nidwaldner am 23. September an der Urne ab. «Wir wollen die Chance nutzen, alle Dienstleistungen zentral an einem Ort anzubieten und das Bauland optimal zu nutzen», wirbt Karin Kayser für ein Ja. «Mit dem Bau der Halle könnten wir die Abläufe vereinfachen und die verschiedenen Bereiche auf einen Standort konzentrieren.»

Landrat stimmt im zweiten Anlauf dem Kredit zu

Der Landrat liess sich in den Debatten allerdings nicht so leicht überzeugen. Mit 34 zu 18 Stimmen wies er den Kredit im April 2017 zurück. Ausser der CVP waren sämtliche Fraktionen für die Rückweisung oder sympathisierten zumindest mit ihr. Kritisiert wurden im Rat etwa die Kosten für das Parkhaus, oder dass die Nachnutzung des alten Zeughauses nicht geklärt sei. Es brauche eine Verbesserung des Projektes, damit der Kredit in der Volksabstimmung eine Chance habe, wurde gefordert.

Der Regierungsrat ging danach über die Bücher, hielt aber am Ende am ursprünglichen Projekt fest. «Wir haben uns nochmals die Frage der Verhältnismässigkeit und der Raumoptimierung gestellt und andere Varianten erarbeitet», sagte Karin Kayser am 9. Mai, als sich der Landrat abermals mit dem Geschäft auseinandersetzte. «Nur mit dem ursprünglichen Projekt werden alle Ziele wunschgemäss erreicht», hielt sie fest. Als «zweckmässig» bezeichnete sie das Gebäude und als «Meilenstein» in der Zusammenarbeit mit der Armee. Der Bau führe nicht nur zu effizienteren Abläufen der militärischen Aufgaben, sondern auch zu einer langfristigen Sicherung der Partnerschaft mit dem Bund und der Swissint.

Bauarbeiten starten frühestens kommendes Jahr

Diese Voten vermochten das Parlament im zweiten Anlauf zu überzeugen. Mit 42 zu 12 Stimmen bei 3 Enthaltungen erteilte es grünes Licht für das Vorhaben. Die unterlegenen Gegner sprachen von Landverschwendung, von einer Luxuslösung, von einem geringen volkswirtschaftlichen Nutzen für Nidwalden und verlangten einen sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen Land und Geld.

Falls die Vorlage am 23. September auch die Hürde an der Urne schafft, starten im kommenden oder im übernächsten Jahr die Bauarbeiten. Die Inbetriebnahme der Halle ist auf 2021 geplant.

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