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Hergiswil will Sicherheit für Velofahrer verbessern

Die Seestrasse wird als Pilotversuch für ein Jahr zu einer Kernfahrbahn umgestaltet. Diese optische Gestaltung ohne Mittellinien, dafür mit Radstreifen, könnte mehr Platz für Velofahrer und eine Temporeduktion bringen.
Philipp Unterschütz
Beispiel einer Kernfahrbahn in Thun ohne Mittellinien, aber mit Radstreifen. (Bild: Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu)

Beispiel einer Kernfahrbahn in Thun ohne Mittellinien, aber mit Radstreifen. (Bild: Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu)

Die Hergiswiler Seestrasse ist angesichts des regen Verkehrs vergleichsweise schmal. Schwierige Verhältnisse insbesondere für Velofahrer und anderen Langsamverkehr. Mit einem einjährigen Pilotversuch will das Nidwaldner Amt für Mobilität nun prüfen, ob die Umgestaltung zu einer Kernfahrbahn eine Verbesserung bringt. Bei einer Kernfahrbahn werden Radstreifen markiert, jedoch keine Mittellinien. «Strassen mit Mittelstreifen werden eher als Hauptstrassen empfunden», erklärt Patrick Eberling, Leiter Verkehrstechnik bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) in Bern, die den Pilotversuch begleitet. Ausser in Nid- und Obwalden gebe es schon in fast allen Kantonen der Deutschschweiz Kernfahrbahnen. «Die optische Gestaltung kann je nach Strecke und baulichen Gegebenheiten Vorteile für den Veloverkehr bringen.»

Die Idee einer Kernfahrbahn sei von der Gemeinde Hergiswil an den Kanton herangetragen worden, sagt Stephanie von Samson, Leiterin des Amtes für Mobilität und Nidwaldner Kantonsingenieurin.

Pilotversuch wird genau überwacht

In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und unter Beizug der BfU hat der Kanton nun beschlossen, die Seestrasse ab dem 4. Juni und bis 31. Mai 2019 zwischen dem Restaurant Seehus und der Glasi versuchsweise als Kernfahrbahn zu signalisieren. Laut Stephanie von Samson haben sich die Beteiligten den Versuch gut überlegt. Tatsächlich zeigten die Erfahrungen, dass eine Kernfahrbahn nicht automatisch eine messbare Verbesserung bringen würde, sagt Patrick Eberling von der BfU. «In diesen Fällen kann man es auch so sehen: nützt es nichts, so schadet es auch nichts.» Dies ist auch der Grund, warum der Kanton das Projekt vorerst nur als Pilotversuch für ein Jahr durchführt und diesen genau überwacht. «Der Versuch wird eng begleitet mit Videoaufnahmen und anonymen Geschwindigkeitsmessungen sowie Befragungen der Verkehrsteilnehmer», erklärt Stephanie von Samson. Dieses Monitoring werden externe Verkehrsingenieure für den Kanton durchführen. Um die Situation vorab zu erfassen, finden bereits während den letzten beiden Wochen dieses Monats Videoaufnahmen auf der Seestrasse zwischen Seehus und Glasi statt.

Auch die Kantonspolizei unterstützt den Versuch

Erst nach einer genauen Auswertung des Pilotversuchs entscheidet das Amt für Mobilität in Absprache mit Gemeinde, Kantonspolizei und BfU, ob die Seestrasse dauerhaft als Kernfahrbahn signalisiert bleiben soll oder nicht. «Nur wenn das Projekt positiv wahrgenommen wird, werden wir die Kernfahrbahn einführen», betont von Samson. «Für uns steht die Sicherheit der Velofahrer und nicht eine Temporeduktion im Vordergrund. Die optische Gestaltung der Strasse soll ihnen zu mehr Platz verhelfen.»

Die Kosten für den einjährigen Versuch inklusive Signalisation und Monitoring betragen rund 30000 Franken. Sie werden vom Kanton und der Gemeinde getragen. Ob die Kernfahrbahn auch für andere Strecken im Kanton in Frage kommen könnte, überlege man sich erst nach Abschluss des Versuchs und je nach Resultat.

Auch die Nidwaldner Kantonspolizei unterstützt das Projekt. «Unser Ziel ist es ebenfalls, Optimierungen zu Gunsten der Sicherheit im Verkehr zu erzielen. Ich bin zuversichtlich, dass die Kernfahrbahn dem Langsamverkehr hilft», sagt Lorenz Muhmenthaler, Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei.

Für die Autofahrer bedeutet die neue Signalisation übrigens, dass sie bei Gegenverkehr wenn nötig auf den Radstreifen ausweichen dürfen, sofern dort keine Velofahrer unterwegs sind. Diese haben uneingeschränkten Vortritt vor den Autos.

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