Mehr Unfälle auf der Autobahn wegen der Baustelle bei Hergiswil 

Die Nidwaldner Verkehrsunfallstatistik 2019 zeigt einen leichten Anstieg der Unfälle und der Verletzten. Häufigste Unfallursache ist nach wie vor Unaufmerksamkeit. 

Philipp Unterschütz
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Die Verkehrsunfallstatistik Nidwalden zeigt eine Zunahme der Unfälle auf der Autobahn A2. Dieser Unfall ereignete sich im November 2019 vor dem Kirchenwaldtunnel.

Die Verkehrsunfallstatistik Nidwalden zeigt eine Zunahme der Unfälle auf der Autobahn A2. Dieser Unfall ereignete sich im November 2019 vor dem Kirchenwaldtunnel.

Bild: PD

Die Verkehrsunfallstatistik 2019 des Kantons Nidwalden, die in vielen Punkten etwa den Zahlen des Vorjahres entspricht, wird durch einen tödlichen Fussgängerunfall eines einheimischen Fussgängers im Dezember in Oberdorf sowie wegen der Zunahme der Unfälle auf der Autobahn getrübt. Insgesamt musste die Polizei auf der Autobahn A2 und der Autostrasse A8 64 Verkehrsunfälle aufnehmen, ein markanter Anstieg von 25 Unfällen. Unfallschwerpunkt und auch Ursache ist die Baustelle auf der A2 in Hergiswil.

«Immerhin hatten die Unfälle dank der Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht so schwere Folgen», sagt Lorenz Muhmenthaler, Leiter Verkehrs- und Sicherheitspolizei Nidwalden auf Anfrage. Es habe sich vorwiegend um Auffahr- und Streifkollisionen gehandelt, dazu auch etliche Selbstunfälle durch Kollisionen mit den Leiteinrichtungen. Prognosen fürs laufende Jahr seien schwierig, so Muhmenthaler weiter. «Die Verhältnisse im Bereich der Baustelle bleiben vorderhand weiterhin eng.»

Gesamthaft haben sich laut der Statistik, die der Kanton am Mittwoch veröffentlichte, im vergangenen Jahr auf den Nidwaldner Strassen 120 Unfälle innerorts und ebenso viele ausserorts inklusive Autobahn ereignet. Gegenüber 2018 (234) gab es 6 Unfälle mehr. Dies entspricht dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Bei 92 von 240 Unfällen zogen sich insgesamt 107 Personen Verletzungen zu. Die Zahl der schwerverletzten Personen ist mit 31 konstant geblieben, jene der Leichtverletzten stieg von 74 auf 76.

Die Anzahl der Fussgängerunfälle erhöhte sich von 7 auf 11 (davon 8 auf, 3 ausserhalb von Fussgängerstreifen). Diese forderten ein Todesopfer, drei Schwer- und sieben Leichtverletzte. Bei den Velofahrern waren insgesamt 31 Unfälle, gleich viel wie im Vorjahr, mit Velofahrenden zu verzeichnen. In zehn Fällen waren E-Bikes beteiligt, das ist eine Verdoppelung im Vergleich zu 2018. 

Am meisten Unfälle im Juni

Hauptsächliche Ursache waren nach wie vor Unaufmerksamkeit und Ablenkung (151 Fälle, 26 mehr als 2018) und Missachten des Vortritts (47 Fälle, + 11). Als erfreulich bewerte Lorenz Muhmenthaler die Abnahme von Unfällen unter Alkoholeinfluss von 17 auf 14 und Unfällen wegen Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Verhältnisse (43 Fälle, - 9). «Dass die Geschwindigkeit vermehrt eingehalten wird, hat sich auch mit den Kontrollen zu tun, die wir regelmässig durchführen.»

Was die Statistik sonst noch zeigt: Die meisten Unfälle gab es im Juni (36), im April die wenigsten (9). Mit 39 Unfällen war der Freitag der «gefährlichste »Wochentag. Am Samstag ereigneten sich mit 29 die wenigsten Unfälle. Zwischen 16 und 17 Uhr passierten die meisten Unfälle. In der Gemeinde Stans wurden mit 58 (-8) die meisten Unfälle registriert, in Dallenwil mit 3 (-6) die wenigsten. 

Laut Lorenz Muhmenthalter werde für die Verkehrs- und Sicherheitspolizei 2020 neben allen anderen Aufgaben das Ziel sein, die Einhaltung der geltenden Verkehrsvorschriften, insbesondere die Unaufmerksamkeit und Ablenkung und die Missachtung des Vortrittsrechts, sowie die Einhaltung der Geschwindigkeitslimiten regelmässig zu kontrollieren. «Wir werden weiterhin im Rahmen der personellen Möglichkeit Präsenz zeigen und Prävention und Kontrolltätigkeiten weiterführen.»

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