Meilenstein

Der PC-24 hebt ab – Pilatus hat bereits 100 Stück seit 2018 ausgeliefert

Knapp drei Jahre nach der ersten Auslieferung wurde der 100. PC-24 an einen Kunden übergeben. PC-24 fliegen mittlerweile auf allen Kontinenten: als Ambulanzflugzeug in Australien oder Alaska, als Geschäftsreiseflugzeug in den USA oder auch für den Schweizer Bundesrat.

Philipp Unterschütz
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Übergabe des 100. PC-24 an die Kunden: Maxime Bouchard, Managing Director, Jetfly, Cédric Lescop, CEO, Jetfly, Yves Roch, CEO, Fly 7 Aviation, Ignaz Gretener, VP General Aviation Pilatus, Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident Pilatus (vlnr).

Übergabe des 100. PC-24 an die Kunden: Maxime Bouchard, Managing Director, Jetfly, Cédric Lescop, CEO, Jetfly, Yves Roch, CEO, Fly 7 Aviation, Ignaz Gretener, VP General Aviation Pilatus, Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident Pilatus (vlnr).

Bild: Manuela Jans-Koch (Stans, 18. Dezember 2020)

Der 100. Super Versatile Jet «made by Pilatus in der Schweiz» ist ab sofort bei Jetfly Aviation als Geschäftsreiseflugzeug im Einsatz. Die Übergabe markiert einen weiteren Meilenstein in der noch jungen Geschichte des ersten Schweizer Businessjets: Die globale Flotte habe bisher über 33'500 Stunden in der Luft verbracht, wobei über 2375 Stunden auf den Flottenleader, also den ersten ausgelieferten PC-24, fallen, schreibt Pilatus in einer Mitteilung.

Einer der Hauptgründe für den Erfolg des Jets ist der Umstand, dass der PC-24 wegen seiner Start- und Landefähigkeiten Zugang zu fast doppelt so vielen Flugplätzen weltweit ermöglicht, verglichen mit den aktuell auf dem Markt angebotenen Jets. Das heisst, Passagiere fliegen näher an ihren Zielort, weil der PC-24 in der Lage ist, auf kleinen Flugplätzen mit kürzeren Pisten zu starten und zu landen. Dadurch werde der übliche Administrationsaufwand auf grossen Flughäfen vermieden und Transfers am Boden würden auf ein absolutes Minimum reduziert, so Pilatus.

Verkauf von Flugzeuganteilen wird immer populärer

Zwar steckt die Luftfahrtindustrie in ihrer grössten Krise. Bei Pilatus sieht es anders aus: «Das ist ein grosser Unterschied. Die Airline Industrie verkauft praktisch nichts mehr und die Flugunternehmen fliegen nun mehrheitlich Cargo. Für uns entwickeln sich die Dinge aber eher positiv», sagt Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk. Immer häufiger würden sich insbesondere in Amerika Firmen eigene Firmenjets leisten, nicht zuletzt wegen der Planungsunsicherheit bei den Flugverbindungen. Zudem gebe es immer mehr Leute, die aus Angst vor Ansteckungen nicht mehr in Grossraumflugzeugen fliegen wollen. «Auf dem Vormarsch sind auch Firmen, die Anteile an Pilatus Flugzeugen verkaufen oder vermieten. So ähnlich, wie es im Carsharing schon üblich ist.»

Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident der Pilatus Flugzeugwerke, vor dem 100. PC-24.

Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident der Pilatus Flugzeugwerke, vor dem 100. PC-24.

Bild: Manuela Jans-Koch (Stans, 18. Dezember 2020)

Solche Firmen wie die Jetfly Aviation, die ihren Hauptsitz in Luxemburg hat, tragen massgeblich zum Erfolg von Pilatus bei. Jetfly betreibt seit über 20 Jahren Pilatus Flugzeuge. Mit der Übernahme des 100. PC-24 fliegt Jetfly gruppenweit rund 50 Flugzeuge – die grösste Pilatus-Flotte in Europa.

Cédric Lescop, CEO von Jetfly Aviation, sagte bei der Übernahme, er sei stolz, den 100. in Stans hergestellten PC-24 in Empfang zu nehmen. «Die Jetfly-Gruppe betreibt bereits neun PC-24 im Auftrag von mehr als 50 europäischen Eigentümern und Teileigentümern. Ausnahmslos alle sind von der Qualität und der unglaublichen Leistung des PC-24 beeindruckt.» Auch nach zwei Jahren Betrieb seien seine Kunden begeistert von der Anschaffung. «Dies ist für uns ein Zeichen für den Erfolg dieses neuen Flugzeugs, das sich wie der PC-12 zu einem Bestseller auf dem Markt entwickeln wird.»

Der PC-24 soll Leader seiner Klasse bleiben

Blick in den Innenraum des 100. PC-24.

Blick in den Innenraum des 100. PC-24.

Bild: Manuela Jans-Koch (Stans, 18. Dezember 2020)

Wie erfolgreich der Jet auf dem Markt ist, erläuterte Oscar J. Schwenk so: «Die Nachfrage ist äusserst gut, was mich sehr zufriedenstellt. Für 2021 sind wir bereits ausverkauft, aber für Auslieferungen ab circa Anfang 2022 ist das Bestellbuch offen.» Die Investition in den PC-24 helfe, Arbeitsplätze am Werkplatz Schweiz nachhaltig zu sichern. Man arbeite zudem an weiteren Optimierungen. «Wir setzen alles daran, dass der PC-24 unangefochtener Leader seiner Klasse bleibt – genauso, wie es der PC-12 heute ist.»

Das Cockpit des 100. PC-24.

Das Cockpit des 100. PC-24.

Bild: Manuela Jans-Koch (Stans, 18. Dezember 2020)