«Mein Ziel war, bei den Besten zu sein»: Die Breisacher-Feier ist abgesagt, Prämien gibt's trotzdem

Rund 150'000 Franken gehen an Berufsleute mit besonders guten Leistungen.

Robert Hess
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Dario von Büren, Grafenort, hat die Lehre in Fachleute Betriebsunterhalt EFZ bei der Schulgemeinde Wolfenschiessen mit der Note 6 abgeschlossen.

Dario von Büren, Grafenort, hat die Lehre in Fachleute Betriebsunterhalt EFZ bei der Schulgemeinde Wolfenschiessen mit der Note 6 abgeschlossen.

Bild: PD

In den vergangenen elf Jahren haben durchschnittlich 150 junge Berufsleute, die im Sommer ihre Lehre in einem Obwaldner oder Nidwaldner Betrieb mit grossem Erfolg abgeschlossen hatten, eine Einladung zu einer besonderen Feier erhalten. Auch dieses Jahr versandte die Alpnacher Breisacher-Stiftung einen Brief, doch mit einem andern Inhalt: «Leider können wir dieses Jahr nicht zur traditionellen Übergabe-Feier einladen, da wegen der grossen Anzahl von Prämienbegünstigten kein passendes Covid-19-Sicherheitskonzept eingehalten werden kann.» Die Feier vom Freitag, 16. Oktober, im Singsaal Alpnach werde deshalb abgesagt.

Nicht annulliert hat die 2008 gegründete Breisacher-Stiftung zur Förderung der Berufslehre die Auszahlung von Prämien für die besten Absolventinnen und Absolventen des Lehrabschlusses 2020. Rund 150'000 Franken aus dem Ertrag der Stiftung werden ausbezahlt. «Weil die Berechtigten ihre Prämie dieses Jahr nicht an der Feier in bar entgegennehmen können, überweist die Stiftung die Beträge auf das gewünschte Konto bei einer Bank oder der Post», so Stiftungsrätin Marie-Louise Britschgi. Das Geld soll heute Freitag auf dem Konto sein.

Bereits erhalten haben die Prämierten einen Gutschein von 100 Franken, der im Restaurant Turren in Lungern eingelöst werden kann. Damit gleicht die Stiftung den traditionellen Apéro riche aus, auf den die jungen Leute diesmal verzichten müssen.

Schulnoten waren massgebend

Weil in diesem Jahr keine Lehrabschlussprüfungen durchgeführt wurden, sind die Schulnoten für das Lehrabschlusszeugnis massgebend geworden, schreibt die Stiftung. Diese seien um einiges höher als die Noten der Lehrabschlussprüfung ausgefallen, sodass rund 200 Personen statt der bisherigen durchschnittlich 150 in den Genuss einer Prämie kommen.

Zweimal konnte dieses Jahr die Note 6 vergeben werden. Im Lehrbetrieb H+ Hotel & Spa Engelberg schaffte Alexandra Virginie Fischoeder als Hotel- und Kommunikationsfachfrau EFZ die Bestnote, bei der Schulgemeinde Wolfenschiessen brillierte Dario von Büren, Grafenort, in der Sparte Fachleute Betriebsunterhalt EFZ. Der 23-Jährige, der zuvor eine Lehre als Forstwart absolviert hatte, verrät sein einfaches Erfolgsrezept: «Mein Ziel war, bei den Besten zu sein.» – «Das war er auch», bestätigte Lehrmeister Martin Gander. «Ich hätte Dario gerne behalten, doch musste er Platz für den nächsten Stift machen.» So befindet sich Dario von Büren derzeit auf Stellensuche. Noch nicht geplant hat er die Verwendung der Prämie: «Ich warte ab, welcher Betrag am Freitag aufs Konto kommt», meinte er gestern.

Die Gratulationen der Präsidentin

An den bisherigen Übergabe-Feiern wandte sich jeweils Stiftungsratspräsidentin Brigitte Breisacher, Unternehmensleiterin der Alpnach Norm, kurz an die jungen Berufsleute. Dieses Jahr musste sie den schriftlichen Weg wählen. Sie schreibt in ihrer Gratulation: «Es wäre schön, wenn Sie Ihre Prämie sinnvoll zum guten Gelingen Ihrer Zukunftspläne einsetzten oder sich damit ein Geschenk als Belohnung und bleibende Erinnerung an Ihren erfolgreichen Lehrabschluss gönnten.»

Hinweis: Prämienberechtigt ist, wer eine Abschlussnote von mindestens 5,3 oder als Bester «seines» Berufes mindestens eine von 5,0 aufweist. Das Minimum beträgt 300 Franken, das Maximum 4'200 Franken.