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MELCHSEE-FRUTT: Bartgeier-Weibchen war ihnen ans Herz gewachsen

Einen Ersatz für das abgestürzte Bartgeier-Weibchen wird es nicht geben. Umso mehr Freude macht das Männchen Johannes, das sich prächtig entwickelt.
Bartgeier-Weibchen BG960 oder «Senza» ist abgestürzt. (Bild: Hansruedi Weyrich/PD)

Bartgeier-Weibchen BG960 oder «Senza» ist abgestürzt. (Bild: Hansruedi Weyrich/PD)

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Es sei sehr gut gelaufen mit den Auswilderungen bisher, sagt Daniel Hegglin. «Und dann kann es ab und zu auch passieren, dass man ein Tier verliert. Das ist die Natur», sagt der Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier im Gespräch mit unserer Zeitung. «Das tut einem auch weh, dass der Vogel gestorben ist», sagt er. «Vor allem auch jenen Personen, die vor Ort tagtäglich die Fortschritte beobachtet haben.»

Dass das Tier den Verantwortlichen ans Herz gewachsen war, zeigt sich auch darin, dass es insgeheim schon lange nicht mehr nur der nummerierte Bartgeier BG960 war. Laut dem Blog auf der Website der Stiftung nannten sie es inzwischen Senza für «senza nome – ohne Namen». Es habe auch zahlreiche Reaktionen auf den Tod des Bartgeier-Weibchens gegeben, sagt Hegglin. «Viele haben uns gut zugesprochen, insbesondere auch jenen Leuten, die oben direkt am Ort des Geschehens waren.» Das zeige, dass die Menschen Freude hätten an dem Projekt.

Offenbar war der Jungvogel in der Nacht auf Samstag von einer Windböe erfasst und in die Tiefe gerissen worden (wir berichteten).

Noch nicht so geschickt wie ein ausgewachsener Vogel

«Unsere Hypothese ist, dass das Jungtier noch nicht so geschickt war wie ein ausgewachsener Bartgeier», sagt Daniel Hegglin. Es habe sich wohl an einer exponierten Stelle niedergelassen. «Und es war eine luftige Nacht.» Gefunden worden sei der Vogel unterhalb des Felsens, auf dem er sich aufgehalten hatte. Er gehe nicht davon aus, dass etwas falsch gelaufen sei. Gleichwohl würden in diesen Tagen noch veterinärmedizinische Untersuchungen gemacht.

Für das Projekt sei das natürlich schade, hält der Geschäftsführer weiter fest: «Es ist viel investiert worden.» BG960 – oder Senza – war vor drei Wochen zusammen mit dem Männchen Johannes auf der Melchsee-Frutt ausgewildert worden. «Auf das einzelne Jahr gesehen ist der Verlust des Jungtieres ein herber Rückschlag für das Wiederansiedlungsprojekt.» Laut Daniel Hegglin wird Johannes allein bleiben. «Es ist nicht möglich, auf die Schnelle ­einen jungen Bartgeier zu finden. Die Tiere aus dem Zuchtprogramm sind entweder schon für andere Zoos vorgesehen oder bereits an einem anderen Ort ausgewildert worden. Dass Johannes nun allein bleibe, sei nicht so aussergewöhnlich. Da Bartgeier immer nur ein Junges hätten, wäre er im Horst in diesem Alter auch die meiste Zeit allein.

Auf Johannes konzentrieren sich jetzt auch die Verantwortlichen der Stiftung und die Beobachter im Hengliboden. Das junge Männchen ist am Samstag zum ersten Flug gestartet, wie dem Blog zu entnehmen ist. Dies sei zu beobachten gewesen, als man auf der Suche nach dem abgestürzten Weibchen relativ nahe bei ihm vorbeigekommen sei. Der Flug sei trotz des geringen Alters von nur 106 Tagen schon ganz passabel gewesen. Und am Sonntag sei er aus eigenem Antrieb schon zum zweiten Flug gestartet. «Dies zeigt, dass wir es hier mit einem sehr vifen Junggeier zu tun haben, der sich sehr gut entwickelt», heisst es im Blog weiter.

Hinweis

Mehr Infos: www.bartgeier.ch

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