Mettenweg Stans: Siegerprojekt kommt gut an

Der Gemeinderat präsentierte an zwei Tagen das Siegerprojekt für das neue Pflegewohnhaus Mettenweg. Den Besuchern gefiel das Bauvorhaben.

Richard Greuter
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Die Gemeinderäte Markus Elsener (2. v.l.) und Martin Mathis (3. v.l.) zeigen das Siegerprojekt. (Bild: Richard Greuter, Samstag 22. September 2018))

Die Gemeinderäte Markus Elsener (2. v.l.) und Martin Mathis (3. v.l.) zeigen das Siegerprojekt. (Bild: Richard Greuter, Samstag 22. September 2018))

Mit einem Kostenaufwand von 21,5 Millionen Franken soll am Mettenweg ein neues Pflegewohnhaus entstehen. Am vergangenen Wochenende konnten sich die Stanser über das Siegerprojekt «TILIA» informieren. Eingereicht wurde es vom Zürcher Architektur-Team Bob Gysin und Partner – BGP. Zu stehen kommt der Neubau zwischen dem «Franzosengaden» und der Tagesstätte Weidli.

«Wir möchten den Bewohner und Bewohnerinnen ein neues Zuhause bieten», sagte Gemeinderat Martin Mathis. In einer kurzen Sequenz zeigte er die Vorzüge des Siegerprojektes und die Einbettung in die Umgebung. Der Gebäudekern und der Sockel bestehen aus Beton, bei den Aussenwänden steht die Idee einer Holzrahmenkonstruktion im Raum. Das Wohnhaus umfasst fünf Geschosse und ist etwa gleich hoch wie die Tagesstätte Weidli. Vier Wohngeschosse bieten Platz für insgesamt acht Wohngruppen von jeweils sechs Personen. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, zwei Bewohner teilen sich Bad und Toilette. Auf jedem Stock sind pro Wohngruppe Esszimmer und bei Bedarf auch eine eigene Küche vorgesehen. Das neue Wohnhaus wirkt nicht nur im Innern behaglich, sondern strahlt auch nach aussen einen eigenen Charme aus. «Es hat sehr viel Grün und Aussenräume für verschiedene Nutzungen», betonte der Stanser Bauchef Martin Mathis.

Positive Statements von den Besuchern

Markus Elsener, Gemeinderat für Soziales und Gesundheit, schilderte die heutige Lebensform in einem Pflegewohnheim. Wenn man Menschen auf der Strasse frage, wie sie sich ein Pflegeheim vorstellen, kämen Bilder von grossen Esssälen, langen Korridoren und grossen Zimmern. Doch inzwischen habe sich die Bauweise in Richtung Wohngruppe verändert. «Vorbild ist eine normale Wohnung», hielt Elsener fest, das Motto laute: «Gemeinsam das Leben teilen.»

So könnte es am Mettenweg dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

So könnte es am Mettenweg dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

Bei den Besuchern erntete das Baukonzept grosse Zustimmung. «Mir gefällt die Einteilung», lobte Heidi Dober (74), die in der Nähe wohnt. Ehemann Josef Dober (77) wünscht sich mehr Spazierwege für die Bewohner. Markus Elsener betonte: «Viele Bewohner machen es sich auf dem Areal bequem oder schauen bei den Kleintieren vorbei.» Lob gab es auch von alt Regierungsrat Ferdi Keiser: «Das Projekt macht mir einen guten Eindruck.» Dabei wies Keiser auf eine gelungene Kombination mit den umliegenden Gebäuden hin. «Ihr schafft die Möglichkeit, dass Nidwaldner auch in Nidwalden und nicht ausserkantonal betreut werden müssen», freute sich Grüne-Landrätin Regula Wyss.

Zuerst Umbau Centro, dann Neubau Mettenweg

Am 28. November befindet die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung über den Planungskredit und eine Umzonung von 1500 Quadratmetern. Die Höhe des Planungskredites ist noch nicht im Detail festgelegt. Die Hälfte der umgezonten Fläche ist für Parkplätze, der Rest für die Kleintierhaltung vorgesehen. Der Bereich um das Pflegewohnheim Mettenweg soll autofrei bleiben.

Da die Gemeinde vorher das daneben liegende Haus Centro, in dem Plätze für betreutes Wohnen geplant sind, umbauen will, ist der Spatenstich für den Mettenweg-Neubau erst für Frühling 2021 geplant. Der Kanton, der sich mit einem zinslosen Darlehen von 13,5 Millionen Franken an den Baukosten beteiligt, verlangt aber eine Baubewilligung bis spätestens Ende 2019. Noch nicht ganz klar ist, was mit dem ehemaligen Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert passiert. «Das prüfen wir noch», sagte Martin Mathis. «Eine Möglichkeit wäre die Erstellung von bezahlbaren Wohnungen», so der Gemeinderat weiter.

Das Siegerprojekt «TILIA» und die weiteren Projekte können bis am 26. September jeweils von 17 bis 21 Uhr im Pestalozzisaal besichtigt werden.