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Milchbetriebe in Nidwalden und Obwalden verschwinden zusehends

Die Zahl der Bauernbetriebe, die Milch produzieren, nimmt kontinuierlich ab. Der Leiter des Nidwaldner Landwirtschaftsamtes glaubt, dass sich der Trend zu weniger, dafür grösseren Betrieben fortsetzen wird.
Martin Uebelhart
Ein Bauer melkt seine Kühe. (Bild: Maria Schmid)

Ein Bauer melkt seine Kühe. (Bild: Maria Schmid)

Um gut einen Fünftel hat die Zahl der Milchbetriebe im Kanton Nidwalden in den vergangenen zehn Jahren abgenommen – von 354 auf 280. Diese Statistik hat das Amt für Landwirtschaft kürzlich in seinem Bulletin veröffentlicht. Der Rückgang in Nidwalden ist mit 21 Prozent weniger stark als gesamtschweizerisch mit 30 Prozent von 2007 bis 2017. Tiefer als der Schnitt liegt der Rückgang bei den Milchproduzenten von 512 auf 396 auch im Kanton Obwalden. Das sind knapp 23 Prozent. Die Kantone stützen sich bei den Zahlen auf Erhebungen der Treuhandstelle Milch.

Bei der Gesamtproduktion der Milch unterscheiden sich die beiden Kantone. In Nidwalden ist sie in den zehn Jahren leicht gesunken, von 26,1 Millionen auf 25,1 Millionen Kilogramm. Auf den Alpbetrieben ging die Menge von 2,1 auf 2 Millionen Kilogramm zurück. Andreas Egli, Leiter des Amts für Landwirtschaft in Nidwalden, führt das Minus auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei der Milchproduktion zurück. Den Rückgang bei den Betrieben erklärt er sich zudem damit, dass einzelne aufgegeben, andere wiederum umgestellt hätten, etwa auf Mutterkuhhaltung. «Die Anzahl Mutterkühe ist in den vergangenen zehn Jahren um 350 Tiere gestiegen», so Egli. Die verbleibenden Betriebe seien tendenziell gewachsen, doch habe der Rückgang bei der Milchproduktion durch dieses Wachstum nicht ganz kompensiert werden können. Weiter gebe es auch Zuchtfortschritte: «Die Zahl der Milchkühe im Kanton ist zwischen 2006 und 2016 von 6000 auf rund 5200 zurückgegangenen.»

Im Kanton Obwalden ist der Bestand der Milchkühe mit 8200 mehr oder weniger stabil geblieben, wie Bruno Abächerli, Leiter des Amts für Landwirtschaft und Umwelt, auf Anfrage sagt. Anders sieht es bei der Milchproduktion aus. Bei den Heimbetreiben nahm die Produktion um 14 Prozent auf 39 Millionen Kilogramm zu. Bei den Alpbetrieben gab es mit 4,2 Millionen Kilogramm seit 2007 fast eine Verdoppelung. Das habe unter anderem damit zu tun, dass der Bund in seiner Agrarpolitik die Alpwirtschaft fördere. «Rund 50 Prozent der Kühe und alle Rinder werden in Obwalden gealpt», sagt Bruno Abächerli.

Bio Produktion hat hohen Stellenwert

Im Durchschnitt produziert ein Nidwaldner Betrieb knapp 90000 Kilogramm Milch pro Jahr, in Obwalden sind es gut 98000. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 160000 Kilogramm. «Die Grösse alleine sagt wenig aus», sagt Andreas Egli. Massgebend sei etwa auch der Preis, den ein Landwirt für seine Milch lösen könne. «Etwa drei Viertel der Nidwaldner Milch gehen in den Molkereikanal und die Bio-Produktion», sagt Egli. Ein Viertel wird in die regionalen Käsereien verarbeitet, was mehr Erlös bedeute, genauso wie die Bio-Produktion. «Der Betriebsleiter hat nach wie vor einen grossen Einfluss darauf, wie rentabel ein Hof ist». Je nachdem wie er auch die Kostenseite im Griff habe.

Gerade die biologische Produktion von Milch geniesst im Kanton Obwalden einen hohen Stellenwert. Rund 30 Prozent der Milchproduzenten führen Biobetriebe. Dies sei nach Graubünden der zweithöchste Wert aller Kantone, sagt Bruno Abächerli. Schon relativ früh habe man gemerkt, dass es hier einen Markt mit guter Wertschöpfung gebe, sagt er weiter. Die beiden einzigen Bio-Sbrinz -Käsereien befänden sich zum Beispiel im Kanton Obwalden. Zudem gebe es weitere gute Bio-Absatzkanäle in der Region. «Gleichzeitig haben wir auch mit unseren Betriebsberatungen ein wenig in diese Richtung gewirkt», hält er fest. «Insgesamt bleibt rund die Hälfte der Obwaldner Milch im Kanton und wird zu Spezialitäten verarbeitet. Der Obwaldner Bauer ist vor allem Viehzüchter mit Milchproduktion», sagt Abächerli. Diese Produktionsrichtung werde auch zukünftig das Rückgrat der Obwaldner Landwirtschaft bleiben. Gleichzeitig werde dadurch auch die Pflege der Landschaft sichergestellt.

Milch spielt auch künftig eine grosse Rolle

In der Tendenz glaubt Andreas Egli vom Nidwaldner Landwirtschaftsamt, dass sich die Entwicklung zu weniger sowie grösseren Betrieben fortsetzt. «Nidwalden ist ein Grasland-Kanton, die Möglichkeiten etwas anderes zu machen, sind begrenzt», sagt der Amtsleiter. Die Landwirtschaft werde sich weiterhin darauf fokussieren, das Grasland mit Nutztieren zu beweiden und zu veredeln, auch jenes auf den Alpen.

Die Milch werde auch in Zukunft eine grosse Rolle spielen. Egli geht davon aus, dass die Zahl der Betriebe weiter abnehmen werde. «Milchwirtschaft zu betreiben und für den Nebenerwerb auswärts arbeiten zu gehen, ist eine grosse Belastung», hält Egli fest.

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