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Dallenwiler Familie verreist mit selbst umgebautem Lastwagen

Familie Odermatt aus Dallenwil verwandelt einen Steyr-Lastwagen in ein Wohnmobil und erfüllt sich damit einen Traum. Sogar das ferne Australien soll damit bereist werden.
Ruedi Wechsler
Die Familie Odermatt (von links Justus, Anja, Jan und Doris) mit ihrem umgebauten Gefährt. (Bilder: Corinne Glanzmann (Dallenwil, 27. Juni 2018))

Die Familie Odermatt (von links Justus, Anja, Jan und Doris) mit ihrem umgebauten Gefährt. (Bilder: Corinne Glanzmann (Dallenwil, 27. Juni 2018))

Mit einem selber zusammengebauten Wohnmobil in ferne Länder reisen: Dieses Ziel setzten sich Justus, Doris, Anja und Jan Odermatt aus Dallenwil vor vielen Jahren. Doch wie kommt man in den Besitz eines geeigneten Fahrzeugs? «Das war die grösste Herausforderung», sagt der handwerklich vielseitig begabte Spenglermeister Justus Odermatt. So konzentrierte sich die Familie nach diversen erfolglosen Besuchen an Off-Road-Veranstaltungen und Nutzfahrzeugausstellungen auf Militär- und Feuerwehrfahrzeuge. Via Internet und nach fast sieben Jahren konnte endlich ein Steyr 12M18 (Jahrgang 1987) in Wien gefunden werden. Justus Odermatt: «Wir flogen im Frühling 2016 nach Wien und holten den LKW persönlich ab.»

Umbauphase bringt Familie diverse Berufe näher

Da die erste Ferienreise ein Jahr später geplant war, kam die Familie etwas unter Zeitdruck. Bereits in den Sommerferien 2016 demontierte die vierköpfige Familie das komplette Fahrzeug, bis nur noch Rahmen und Kabine übrig blieben. Für die gelernte Coiffeuse Doris Odermatt begann nun eine etwas unangenehme Arbeit, denn es musste das Konservierungswachs am Fahrzeug entfernt werden. Sie sagt: «Ich konnte bei dieser Arbeit nicht mal Handschuhe benützen, weil die Schichten mit einem speziellen Lösungsmittel entfernt werden mussten. Da haben die Hände schon einiges abbekommen.»

Tochter Anja, die in Stans das Kollegi besucht, hat überall mitgeholfen. Ebenso ihr Bruder Jan, der bald die 5. Klasse beendet. Er begleitete seinen Vater meist in die firmeneigene Halle, wo der LKW während der Umbauphase gestanden hat. Justus Odermatt: «Zunächst wurde ein Modell im Massstab 1:1 angefertigt und die Details mit der Familie ausprobiert. Das Gerippe des Wohnmobils besteht aus geschweissten Vierkantstahlrohren, aussen mit sechs Millimeter Blech beplankt und innen isoliert.» Zum Wohnbereich gehören eine Küche, eine Toilette, eine Dusche und eine Schlafkabine für zwei Personen.

Und so siehts innen aus.

Und so siehts innen aus.

Der Tisch in der Küche kann eingeklappt werden, damit zwei weitere Matratzen Platz finden. Schon bald wird die Küche mit einem 60-Liter-Wasserfass ausgestattet. Um im Ausland keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, wurde aus dem Militärgrün der Führerkabine eine neutrale Farbe. Praktisch alle Arbeiten wurden von der Familie Odermatt selber ausgeführt.

Das umfunktionierte Wohnmobil hat eine fast unbegrenzte Lebensdauer und kann bis zu 800 000 Kilometer erreichen. Sohnemann Jan hat schon mal sein Interesse für das «unsterbliche» Fahrzeug angemeldet. Rund 1000 Arbeitsstunden hat Familie Odermatt bis heute aufgewendet.

Der umgebaute Lastwagen öffnet im Norden Türen

Für das Fahrzeug, den Zoll, die Motorfahrzeugkontrolle, die Materialbeschaffung wie Fenster, Solar- und Elektroanlage wurden rund 80000 Franken investiert. Doris Odermatt ist von der Führerkabine beeindruckt: «Ich staune, wie gut wir es auf engstem Raum im Führerstand und auch hinten im Wohnbereich haben.»

Die Ferien nach Skandinavien im neuen Wohnmobil konnten wie geplant im Sommer 2017 unter die Räder genommen werden. Anja schwärmt von Schweden: «Diese Weiten, die Wälder und Seen haben mir sehr gut gefallen.» Auf den Strassen werde eher gemächlich gefahren und kaum überholt. «Viele Leute interessierten sich für unser Fahrzeug, wir hatten sofort Gesprächsstoff mit Einheimischen», so Doris und Justus Odermatt. Ihr Steyr sei oft auf den Strassen von vorbeifahrenden Automobilisten fotografiert worden.

Diesen Sommer steuert Justus Odermatt den LKW, der beladen 8 Tonnen wiegt und der für eine Strecke von 100 Kilometern 19 Liter Diesel verbraucht, in die Pyrenäen. In ferner Zukunft soll es mit dem «RB 16» gar nach Australien gehen. «Regenbogen 16» heisst nämlich der treue Begleiter der Familie Odermatt.

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