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Mit obligatorischem Infoanlass: So suchen Nid- und Obwaldner Feuerwehren Nachwuchs

Rund 1700 Personen aus den Kantonen Nid- und Obwalden gehören der Feuerwehr an. Um auch künftig genügend Mitglieder zu haben, spricht die Organisation Junge gezielt an.
Irene Infanger
Kleiderprobe bei der Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen, damit die Ausrüstung für die Ausbildung bereit ist. (Bild: Irene Infanger, 25. Oktober 2019)

Kleiderprobe bei der Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen, damit die Ausrüstung für die Ausbildung bereit ist. (Bild: Irene Infanger, 25. Oktober 2019)

«Stell dir vor, jemand drückt den Alarm und alle drücken sich.» Was dies für Personen in Notlage bedeutet, zeigte die vor fünf Jahren fusionierte Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen an der diesjährigen Aushebung anhand eines kurzen, fiktiven Videos. Ein in Not geratenes Paar, dessen Wohnung in Brand steht, wartet auf dem Balkon hilflos auf seine Retter. Diese wiederum – nur drei sind innert Kürze im Feuerwehrlokal eingetroffen – warten auf weitere Kollegen. Am Ende müssen sie lediglich zu dritt ausrücken. Zwar kommt alles gut, doch die Botschaft ist klar: Ohne genügend Freiwillige funktioniert das Milizsystem der Feuerwehr nicht.

So schlimm ist die Lage in den Kantonen Ob- und Nidwalden glücklicherweise nicht. Die 18 Gemeinde-, Stützpunkt- und Betriebsfeuerwehren haben keine Nachwuchsprobleme. Auch, weil sie jedes Jahr junge Erwachsene, die das 20. Lebensjahr erreichen und damit feuerwehrpflichtig werden, zu einem obligatorischen Infoabend einladen. So geschehen bei der Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen am vergangenen Freitag. Rund 80 junge Frauen und Männer aus den beiden Gemeinden fanden sich im Feuerwehrlokal ein. Die meisten zogen es vor, künftig eine Ersatzabgabe zu entrichten. Gefragt nach den Gründen, weshalb sie nicht der Feuerwehr beitreten wollen, antworteten viele ähnlich: zu wenig Zeit; andere Verpflichtungen; erst die Ausbildung absolvieren; auswärtige Berufstätigkeit.

Lediglich acht Männer und eine Frau schlossen sich der Feuerwehr an, darunter auch Mike Föhn aus Ennetbürgen. Auf die Frage, weshalb er sich für die Feuerwehr entschied, entgegnet er:

«Die Tätigkeit klingt spannend und abwechslungsreich.»

Der finanzielle Aspekt, aber auch Kollegen, die künftig ebenfalls zur Feuerwehr gehen, hätten die Entscheidung zusätzlich beeinflusst. Auch für Rebecca Gander standen die abwechslungsreiche Tätigkeit und die Möglichkeit, etwas für die Allgemeinheit zu tun, im Vordergrund. «Gleichzeitig erhoffe ich mir etwas Abwechslung zum kopflastigen Studium», so die Buochserin.

Mehr Anmeldungen als erwartet

Dass sie als Frau in der Feuerwehr klar in der Minderheit sein wird, stört sie nicht. «Damit kann ich umgehen. Schliesslich bin ich mit zwei Brüdern aufgewachsen.» Die Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen zählt aktuell 132 Angehörige. Damit leisten 1,3 Prozent der Bewohner beider Gemeinden (10093) Feuerwehrdienst. Gut 8 Prozent davon sind Frauen, was ungefähr dem kantonalen Durchschnitt entspricht. «Um unsere Aufgaben erfüllen zu können, brauchen wir 100 bis 120 Leute», erklärt Thomas Barmettler, der Ende Jahr als Kommandant abtreten wird. Dass sich neun Neue gemeldet haben, freut ihn. «Wir wären schon mit fünf zufrieden gewesen.»

An der Aushebung der Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen anwesend, war auch Feuerwehrinspektor Toni Käslin. Er zeigt sich zufrieden mit den rund 1700 Feuerwehrangehörigen in den Kantonen Ob- und Nidwalden. Probleme bei der Rekrutierung gebe es im Moment keine.

«In ländlichen Gegenden ist die Verankerung der Feuerwehr noch vorhanden.»

Die Kameradschaft werde sehr geschätzt und gleichzeitig verfügen die Feuerwehren über technische Mittel, die vor allem auch für Junge interessant sind, ist Käslin überzeugt. Die Möglichkeit des Zwangs erachtet er als nicht erstrebenswert, wenn es auch möglich wäre. «Das erhöht die Motivation des Einzelnen aber kaum.»

Motiviert werden dafür all jene sein, die sich neu einer Feuerwehr angeschlossen haben. Wie die neun Rekruten der Feuerwehr Buochs-Ennetbürgen. Sie durften am Freitagabend bereits die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr erleben, indem am Schluss zusammen mit dem Kommando auf die gemeinsame Zukunft angestossen wurde.

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