Mittagsverpflegung
Restaurants in Ob- und Nidwalden werden zu Kantinen

Obwalden und Nidwalden geben grünes Licht für die Mittagsverpflegung. Wer essen gehen darf, ist genau geregelt.

Martin Uebelhart
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Nun dürfen die Nid- und Obwaldner Wirte mittags Arbeiter bekochen.

Nun dürfen die Nid- und Obwaldner Wirte mittags Arbeiter bekochen.

Symbolbild: Donato Caspari

Ab heute Mittwoch können Gastronomiebetriebe in Nid- und Obwalden als Betriebskantinen über den Mittag Berufsleute verpflegen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat den Kantonen Ende der vergangenen Woche die Möglichkeit eingeräumt, Restaurants für die Verpflegung von Berufstätigen im Ausseneinsatz zu öffnen.

Die Nidwaldner Regierung und das Obwaldner Finanzdepartement haben nun den Weg dafür frei gemacht, dass Gastronomen in den beiden Kantonen entsprechende Angebote aufziehen können. Die Kantone haben gestern in Medienmitteilungen darüber orientiert.

Anmeldung durch den Arbeitgeber erforderlich

Der Betrieb als Kantine ist an klare Anforderungen geknüpft. Diese gibt das BAG zusammen mit den Sozialpartnern vor. Die Betriebskantinen dürfen nur werktags von 11 bis 14 Uhr geöffnet werden. Zugang haben nur Berufstätige auf Montage, aus dem Landwirtschaftssektor, Handwerker sowie Bau- und Strassenarbeiter. Die Mitarbeitenden aus den genannten Branchen müssen von ihrem Arbeitgeber vorgängig schriftlich oder per E-Mail bei der Betriebskantine angemeldet werden, hält etwa der Kanton Obwalden in seiner Mitteilung fest.

Es gilt eine Sitzpflicht bei der Konsumation und eine allgemeine Maskenpflicht – ausser am Tisch. Auch bei der Konsumation muss der erforderliche Abstand eingehalten werden. Gästegruppen, die nahe zusammensitzen, seien nicht zulässig. Weiter müssen die Kontaktdaten von allen Gästen erhoben und während 14 Tagen – nach Möglichkeit elektronisch – aufbewahrt werden.

In Nidwalden besteht für die Gastronomiebetriebe eine Meldepflicht ans Gesundheitsamt, bevor sie den Kantinenbetrieb aufnehmen dürfen. In Obwalden müssen die Restaurants dies der Fachstelle Covid-19 melden.

«Ich erachte Betriebskantinen für Berufstätige im Ausseneinsatz als sinnvolle Lösung, bei der sowohl Arbeitende als auch Restaurants profitieren können, ohne dass ein erhöhtes Ansteckungsrisiko eingegangen wird», wird Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger in der Mitteilung der Nidwaldner Regierung zitiert. Als wichtigen Vorteil sehe sie zudem, dass auf diese Art Lernende in den Gastrobetrieben nach einem langen Unterbruch wieder wichtige Praxiserfahrungen sammeln könnten. Die Möglichkeit, dass nun Berufstätige im Ausseneinsatz unter gewissen Bedingungen mittags eine warme Mahlzeit einnehmen können, geht auf eine Petition zurück, welche die Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger lanciert hat (wir berichteten).

Aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie sind Gastronomiebetriebe – ausser sie sind für Hotelgäste, Kantinen oder Take-away-Angebote zuständig – derzeit geschlossen. Das führte bis jetzt dazu, dass sich Berufstätige im Ausseneinsatz am Mittag häufig nicht in einem Innenraum mit einer warmen Mahlzeit verpflegen konnten.