Mondobiotech wird Tochter von Pierrel

Die Innerschweizer Biotech-Firma Mondobiotech mit Sitz in Stans wird zur Tochtergesellschaft des italienischen Pharmaunternehmens Pierrel. Dazu wird die Auftragsforschungssparte von Pierrel mit Mondobiotech zusammengelegt.

sda
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Der Firmensitz der Mondobiotech im Kloster Stans. (Bild: PD)

Der Firmensitz der Mondobiotech im Kloster Stans. (Bild: PD)

Die an der Schweizer Börse SIX kotierte Mondobiotech hat dazu mit Pierrel einen Vertrag unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass Pierell das Aktienkapital seiner Forschungstochter Pierell Research im Rahmen einer Aktienkapitalerhöhung in Mondobiotech einbringt. Im Gegenzug erhält Pierell neue Aktien von Mondobiotech.

Mit diesem Aktientausch wird Pierrel neuer Mehrheitsaktionär des Stanser Unternehmens, das seinen Sitz im dortigen Kloster hat. Die Transaktion ist allerdings noch an diverse Auflagen gebunden. Diese bestehen unter anderem aus einer gegenseitigen Due-Diligence-Prüfung und der Zustimmung der Mondobiotech-Aktionäre zur Kapitalerhöhung.

Fusion an Komplexität gescheitert

Pierrel stand schon einmal als Retter von Mondobiotech im Gespräch. Letzten Frühling wurden Übernahmegespräche zwischen Pierrel und Mondobiotech geführt, nachdem das Stanser Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten war und einen Teil seiner Belegschaft entlassen hatte.

Als Grund für den Abbruch der Gespräche wurde damals die Komplexität des beabsichtigten Zusammenschlusses genannt. Die Fusion zweier Unternehmen, die an verschiedenen Börsenplätzen gelistet sind, hätte deutlich länger gedauert und wäre teurer gekommen als angenommen, hatte es geheissen.

Stans wird nicht aufgegeben

Mondobiotech wolle am Standort Stans festhalten, sagte Unternehmenssprecher Andreas Hildenbrand auf Anfrage. Die Transaktion mit Pierrell sei eine Stärkung und schaffe Perspektiven.

Die Hoffnungen, die Nidwalden in Mondobiotech gesetzt hatte, haben sich bislang aber nicht erfüllt. Der Kanton überliess 2008 dem Unternehmen euphorisch das ehemalige Kapuzinerkloster im Baurecht für 60 Jahre. Mondobiotech stellte in Aussicht, das Gebäude zu renovieren. Daraus wurde wegen Geldmangels nichts. Investitionen in das Kloster seien keine geplant, sagte Hildenbrand.

Beim Kanton Nidwalden ist man enttäuscht, dass der Klosterumbau nicht zustande kam. Volkswirtschaftsdirektor Gerhard Odermatt sagte auf Anfrage, dass Mondobiotech aber den Unterhalt vertragsgemäss mache und die Baurechtzinsen prompt bezahle.

Weltweit 300 Angestellte

Der Pharmakonzern Pierrel, mit dessen Tochtergesellschaft Pierell Research Mondobiotech zusammengelegt werden soll, ist an der italienischen Börse kotiert und hat drei Standbeine. Einerseits entwickelt und vertreibt Pierrel eigene Medikamente. Anderseits produziert und verpackt das Unternehmen in einer Fabrik bei Neapel im Auftrag Dritter pharmazeutische Produkte.

Die Tochtergesellschaft Pierrel Research schliesslich berät andere Pharmaunternehmen bei der Forschung und Entwicklung und führt im Auftrag solcher auch Zulassungsstudien durch.

Pierell Research hat seinen Hauptsitz in Thalwil ZH und beschäftigt weltweit rund 300 Angestellte. Von Januar bis Oktober vergangenen Jahres erwirtschaftete die Pierrel-Tochtergesellschaft gemäss Mondobiotech bei einem Umsatz von 25,3 Mio. Euro einen operativen Gewinn (Ebitda) von 1,9 Mio. Euro.

sda