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Musik-Feuerwerk sorgt für Gänsehaut am Theater Stans

Das Theater Stans kehrt gewissermassen zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. Gleich drei Koryphäen sorgen dafür, dass das amerikanische Musical «Little Shop of Horrors» zu einem weiteren Höhenflug in der 190-jährigen Theatergeschichte wird.
Romano Cuonz
Regisseurin Bettina Dieterle (rechts) und die singenden Supremes-Girls proben vor fantastischer Kulisse. (Bild: Romano Cuonz (Stans, 24. 12. 2018))

Regisseurin Bettina Dieterle (rechts) und die singenden Supremes-Girls proben vor fantastischer Kulisse. (Bild: Romano Cuonz (Stans, 24. 12. 2018))

Einfach erstaunlich: das Theater Stans mit dem Gründungsdatum 1824 ist eine der wohl ältesten Laienbühnen in der Schweiz. Und trotzdem nimmt das Haus an der Mürg stets neue Herausforderungen an. Setzt dabei, vor allem bezüglich Anforderungen ans eingespielte Team, immer auch wieder hohe Massstäbe. Das tun die Stanser Theaterleute dieses Jahr mit der Aufführung des Musicals Little Shop of Horrors.

Allein schon das Sichern der Rechte am Stück war eine spezielle Aufgabe. Um sie zu erhalten, musste man beispielsweise alle Werbemittel vorlegen. Theaterpräsident Freddy Businger meint dazu: «Wir waren uns der Verantwortung vom ersten Tag an bewusst, haben deshalb mit unserer Arbeit sehr früh angefangen und so intensiv und lange geprobt wie noch selten zuvor.» Businger fungiert übrigens heuer im Musical auch als Darsteller und Sänger des Blumenhändlers Mr. Mushnik.

Etikett «Horror» mehr als verdient

Interessantes Detail: Mit einem Musical kehren die Stanser zu ihren Wurzeln zurück. Bis in die 1970er Jahre waren sie nämlich als Musiktheaterbühne weit herum bekannt. Das aktuelle Musical Der kleine Horrorladen des Komponisten Alan Menken und des Librettisten Howard Ashman wurde 1982 in New York uraufgeführt. Die Geschichte spielt in einem von der Schliessung bedrohten Blumenladen. Wie jedoch die unsterblich ineinander verliebten Angestellten Seymour (Lukas Tschümperlin) und Audrey (Linda Schmid) eine geheimnisvolle Pflanze ins Fenster stellen, kommen die Kunden wieder in Scharen.

Nur, die Pflanze wird von Minute zu Minute hungriger. So dass Seymour sie schliesslich mit seinem eigenen Blut füttert. Doch nun nimmt die Geschichte, die den Titel «Horror» wahrlich als Auszeichnung verdient, einen schrecklichen Lauf. Und wie dann die Pflanze (mit der Stimme von Stefan Wieland) auf der Bühne alle aufzufressen beginnt, kriegt auch der Letzte und die Letzte im Publikum eine Gänsehaut. Den Sängerinnen aber bleibt im Finale nur noch, vor der bösen Pflanze zu warnen: «Don’t feed the Plants!»

Musikalisch höchst anspruchsvoll

«Die Musik in diesem Horrorkrimi, eine Mischung aus Rock und Pop mit Liedern für schwarze Soulstimmen, macht wahnsinnig Spass,», schwärmt Regisseurin Bettina Dieterle. Keine wäre besser geeignet, bei diesem musikalischen Abenteuer Regie zu führen. Dieterle mit viel Erfahrung aus ihrer Zeit bei den «Acapickels» hat schon zahlreiche Operetten inszeniert. «Dies aber ist eine grosse Kiste, bei der man alles gut machen muss, wenn es gelingen soll», sagt sie. In der Tat: Da gibt’s gleich mehrere – wie die Amerikaner sagen – «Showstoppers». Lieder, bei denen Zwischenapplaus oft so lang wird, dass er die Handlung ins Stocken bringt! Da sind etwa die Songs «Skid Row (Downtown)», «Im Grünen irgendwo» oder «Zahnarzt».

«Bisher komplexeste und schwierigste Produktion»

«Hier in Stans haben wir zehn Frauen und Männer, die mit voller Kraft singen, jede Besetzung ist da genau die Richtige», versichert Bettina Dieterle. Eben hatte die erste gemeinsame Probe mit Sängern und der aus fünf hervorragenden, vorwiegend einheimischen Musikern bestehenden Band stattgefunden. «Das war toll und auf hohem Niveau», anerkennt Dieterle. Sie sei es aber nicht allein, die für den Höhenflug sorge. Als gewiefter Vocal Coach hat der Countertenor und Theatermann Stefan Wieland mit den zehn Laiensängern die Lieder einstudiert. Die Dritte im Bunde schliesslich ist Sandra Hamburger, mit der Wieland an der Musikhochschule Luzern studiert hat. Sie übernimmt die musikalische Gesamtverantwortung. Hamburger zur ziemlich anspruchsvollen Arbeit mit den Laienmusikern und -sängern: «Dies ist meine bislang komplexeste und schwierigste Produktion, inzwischen aber fühle ich mich in Stans pudelwohl!» Es sei einfach enorm, was diese Leute in den oft bis zu fünf Proben pro Woche zu bieten hätten.

Während unter und hinter der Bühne oder in Gängen noch Lieder geübt werden und Musik geprobt wird, sägt, nagelt, hämmert und malt auf der Bühne ein ganzes Team auf Anweisung des Bühnenbildners Dave Leuthold. Sie bilden Downtown einer amerikanischen Grossstadt nach. Mit so viel Tiefe und Gepräge, dass man, kaum sitzt man im Theater, Stans und Nidwalden vollkommen vergisst.

Theater Stans: Musical-Komödie «Little Shop of Horrors» von Howard Ahman und Alan Menken. 19 Aufführungen vom 19. Januar bis zum 23. März 2019. Vorverkauf hier

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