Nach 17 Jahren beim Kantonsspital Nidwalden wird Chefärztin Charlotte Meier Buenzli verabschiedet

Als eine der wenigen Frauen unter den anästhesiologischen Chefärzten der Schweiz geht Charlotte Meier Buenzli in den Ruhestand. Ihr Nachfolger heisst Markus Jaggi.

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Charlotte Meier Buenzli

Charlotte Meier Buenzli

Bild: PD

(RIN) Über 70'000 Patientinnen und Patienten hat Charlotte Meier Buenzli mit ihrem Team sicher und gut umsorgt in den Schlaf geschickt. Die Patientinnen und Patienten träumten während ihrer Operation manchmal von Palmen an einem Südseestrand oder von den Schweizer Bergen, je nachdem was ihnen die Anästhesistinnen und Anästhesisten vor der Operation als Traumvorschläge mit auf den Weg gegeben haben, schreibt der Kantonsspital Nidwalden (KSNW) in einer Mitteilung.

Ein empathisches Team, das eine positive und informative Kommunikation zu den Patienten pflegt und ihnen die Ängste vor der Operation nimmt, sei der langjährigen Chefärztin Anästhesie stets sehr wichtig gewesen. Unterstützend hat sie durchgesetzt, dass im Einleitungsraum vor dem OP-Saal indirektes Licht leuchtet und eine entspannende Musik die Patienten in den Schlaf und später bei Aufwachen begleitet.

Neue Techniken in der moderne Anästhesie eingeführt

Moderne Anästhesie, neues Operationsmanagement, zertifizierte Intensivstation, Einführung der ambulanten Schmerztherapie; die Liste der Leistungen von Charlotte Meier Buenzli für das Kantonsspital Nidwalden ist lang, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Mit der neuen Chefärztin hielt im 2003, einige Jahre lang in Kooperation mit dem Kantonsspital Obwalden, die moderne Anästhesie mit neuen Techniken und einem modernen Operationsmanagement Einzug am Kantonsspital Nidwalden. Damals wurde ihr organisatorisch das gesamte Operationszentrum mit den Anästhesisten und den Pflegefachleuten von Anästhesie, Operationssaal und Aufwachraum unterstellt. Sie habe das interdisziplinäre und interprofessionelle Team zu einer gut funktionierenden Einheit geformt.

2006 wurde am KSNW eine Schmerzsprechstunde mit einem umfangreichen Angebot eingeführt. Vor allem Patientinnen und Patienten mit Wirbelsäulenschmerzen, Schulterschmerzen, Kopf- und Muskelschmerzen hätten sich durch die von Charlotte Meier Buenzli und ihrem Team eingeführten Schmerztherapien gut versorgt gefühlt. Nach jahrelangen Bestrebungen erhielt die interdisziplinäre Intensivstation im 2011 die offizielle Anerkennung der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) und wurde seither bereits mehrmals erfolgreich rezertifiziert. Ohne die zertifizierte Intensivstation wären komplexe Operationen, wie zum Beispiel in der Adipositaschirurgie, nicht möglich.

Vor der Pension gab's nochmals eine Herausforderung zu meistern

Während der Coronapandemie, der letzten grossen Herausforderung von Meier Buenzli am KSNW, kam das hohe Fachwissen des gesamten Teams der Intensivstation den hospitalisierten Patienten zugute, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Die scheidende Chefärztin freut sich vor allem sehr darüber, dass alle intensivpflichtigen Covid-19-Patient wieder wohlauf sind. Neben der Bewältigung der Coronapandemie gehört die Reorganisation der Tagesklinik, mit der das Spital auf die Herausforderung «ambulant vor stationär» reagiert, zu ihren grösseren Projekten der letzten zwei Jahre. Charlotte Meier Buenzli freut sich nun auf das «letzte Lebensdrittel» und werde dies neben Engagements in der Fachgesellschaft gemeinsam mit ihrem Ehemann auf ihrem Segelschiff oder in den Bergen geniessen. Die Spitalleitung dankt Charlotte Meier Buenzli herzlich für ihre Leistungen und wünscht ihr für die Zukunft alles Gute.

Der Nachfolger von Charlotte Meier Buenzli wird Markus Jaggi.

Der Nachfolger von Charlotte Meier Buenzli wird Markus Jaggi.

Bild: PD

Neuer Chefarzt Anästhesie wird Markus Jaggi

Als Nachfolger wählte der Spitalrat Markus Jaggi. Er ist seit 2013 als Leitender Arzt und ärztlicher Leiter der Intensivstation und seit 2019 als Co-Chefarzt der Klinik für Anästhesie am KSNW tätig und ist Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin. Nach dem Studium der Medizin an der Universität Bern bildete er sich zuerst am Universitätsspital Zürich aus, bevor er nach langjährigen Oberarzttätigkeit am Luzerner Kantonsspital (LUKS) ans Kantonsspital Nidwalden wechselte. Seine Führungsausbildung schloss er 2017 mit einem Executive MBA in Medical Management ab. Markus Jaggi ist verheiratet und Vater von 2 Kindern. Das KSNW wird im Herbst 2020 über die erfolgreiche Weiterführung der Klinik informieren.