Nach abruptem Abgang seines Vorgängers: Stephan Grieder wird Kommandant der Kantonspolizei Nidwalden

Nach nicht einmal eineinhalb Jahren musste der Nidwaldner Polizeikommandant Jürg von Gunten im März per sofort gehen. Nun hat der Nidwaldner Regierungsrat seinen Nachfolger gewählt. Stephan Grieder (56) kommt von der Kantonspolizei Schwyz. Bis er in Nidwalden startet, wird es noch eine Weile dauern.

Lucien Rahm
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Sein Vorgänger hatte die Funktion gerade einmal anderthalb Jahre inne. Jürg von Gunten musste im März dieses Jahres per sofort gehen. Als Grund nannte CVP-Sicherheitsdirektorin Karin Kayser damals «unüberbrückbare Differenzen».

Nun soll ein 20 Jahre älterer Herr die Kantonspolizisten kommandieren, und dies idealerweise etwas länger: Stephan Grieder, derzeit im Kanton Schwyz Leiter der Kriminalpolizei und des kantonalen Nachrichtendienstes, ist zum neuen Kommandanten der Kantonspolizei Nidwalden gewählt worden. Dies hat der Regierungsrat am Mittwoch bekanntgegeben.

Stephan Grieder

Stephan Grieder

Bild: PD

Grieder studierte an der Universität Bern Rechtswissenschaften und verfügt über das bernische Anwaltspatent. Bei der Kantonspolizei Schwyz ist er bereits seit 19 Jahren beschäftigt und dort auch Mitglied des Polizeikommandos.

Vorzeitiger Stellenantritt wird derzeit verhandelt

Bis zu seinem Antritt könnte es allerdings noch ein halbes Jahr gehen. Dieser soll spätestens am 1. April erfolgen. Ob Grieder eventuell auch vor diesem Datum schon nach Nidwalden wechseln könnte, hänge von seinem aktuellen Arbeitgeber ab, sagt Karin Kayser auf Anfrage. «Der Kanton Schwyz hat auch seine Kündigungsfristen, an die es sich zu halten gilt.» Derzeit würde man mit Schwyz verhandeln. Bis Grieder seinen neuen Job beginnen wird, werde weiterhin Reto Berchtold das Nidwaldner Polizeikorps interimistisch führen.

Und wie lässt sich sicherstellen, dass Grieder länger bleibt als sein Vorgänger? «Es lässt sich natürlich nie gewährleisten, dass jemand eine bestimmte Dauer bleibt», so Kayser. Doch die Wahl von Grieder erfolge nach einem intensiven und sorgfältigen Auswahlverfahren.

«Ich bin überzeugt, dass dadurch nun mehr Ruhe im Korps herrschen wird.»

Man habe deswegen aber nicht bewusst auf eine ältere Person gesetzt, die den damals bei seinem Antritt 36-jährigen von Gunten ersetzt, sagt Kayser. «Wir hatten ganz verschiedene Anwärter unterschiedlichen Alters. Aber es schadet sicher nicht, wenn jemand eine gewisse Anciennität aufweisen kann.»

Reorganisation sei akzeptiert

Auch im Korps freue man sich über die Bekanntgabe der Wahl. «Ich war heute am Rapport und informierte die Polizisten über unsere Auswahl. Sie sind sehr glücklich, dass nun ein neuer Kommandant kommt.» Die seit längerem angedachte Reorganisation der Sicherheitsdirektion, welche auch eine modernere Ausrichtung der polizeilichen Aufgaben mit sich bringt, sei akzeptiert. Diese befindet sich derzeit in der Pilotphase. «Die Polizisten sind gewillt, das umzusetzen.»

Bis zu seinem Antritt würde Grieder wohl auch in die Nähe seines neuen Arbeitsortes umziehen, so Kayser. «Es besteht bei uns keine Wohnsitzpflicht, aber natürlich ein Wohnsitzwunsch.» Grieder ist ledig und wohnt aktuell im Kanton Schwyz.

Stephan Grieder ist «begeisterter Sportler»

Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Kantonspolizei Schwyz wirkte Stephan Grieder bereits in verschiedenen schweizweiten Arbeitsgruppen, im Führungsstab der Polizei sowie in diversen kantonsinternen Fachgremien mit. Seine Ausbildung zum Polizeioffizier absolvierte er am Schweizerischen Polizeiinstitut in Neuenburg. Grieder verfügt neben seiner polizeilichen Führungserfahrung auch über solche im militärischen Umfeld. Er ist Oberst im Generalstab und seit 2019 Stabschef der Territorialdivision 2. In seiner Freizeit ist er «begeisterter Sportler».

Grieder überzeuge vor allem durch sein breit abgestütztes Wissen, die fundierten Kenntnisse im Polizeiwesen und durch seine integrierende Persönlichkeit. «Dank seiner langjährigen Tätigkeit als Polizeioffizier und seiner Führungserfahrung verfügt Stephan Grieder über das Rüstzeug, die Kantonspolizei Nidwalden erfolgreich in die Zukunft zu führen», wird Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser in einer Mitteilung der Staatskanzlei zitiert. (pd/cgl)