Nach erfolgreichem Geschäftsjahr: Verantwortliche der Raiffeisenbank Nidwalden prüfen eine Corona-Spende

Die Führungsriege der Bank ist zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr. Nun fasst man eine Corona-Spende ins Auge. Bereits ausbezahlt haben die Verantwortlichen Coronakredite von über 17 Millionen Franken.

Pascal Studer
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Vergangene Woche haben die Delegierten der Raiffeisenbank Nidwalden über diverse statutarische Geschäfte abgestimmt. Wie aus einer Mitteilung der Bank hervorgeht, haben die Delegierten schriftlich abgestimmt. Wegen des Covid-19-Virus und der Einschränkung der Versammlungsfreiheit per Notrecht konnten sich die Delegierten nämlich nicht treffen.

Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden, an der vergangenen Bilanzmedienkonferenz im Januar.

Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden, an der vergangenen Bilanzmedienkonferenz im Januar.

Bild: Corinne Glanzmann, Stans,
21. Januar 2020

Die Zahlen stimmen gemäss Verantwortlichen jedoch. So hat die Raiffeisenbank Nidwalden mit 7,2 Millionen Franken einen um 5,1 Prozent höheren Geschäftserfolg und mit 3,5 Millionen Franken einen um 2,5 Prozent gesteigerten Jahresgewinn ausgewiesen. Mit einer Zunahme der Ausleihungen auf 1704 Millionen Franken setze die Bank zudem ein solides Wachstum fort, heisst es in der Mitteilung weiter.

Verwaltungsrat prüft Spende

Noch nie hatte die Raiffeisenbank Nidwalden schriftlich über statutarische Geschäfte abgestimmt. Dies bestätigt Verwaltungsratspräsident Bruno Poli: «Zumindest während meiner Amtsdauer mussten wir nie auf eine Versammlung verzichten.» Die Verantwortlichen hätten bis zum Schluss alles versucht. «Nach der Ausrufung der ausserordentlichen Lage des Bundesrats am 16. März war an die Durchführung einer Versammlung allerdings nicht mehr zu denken», erklärt Poli den Entscheid. Zudem schreiben die Verantwortlichen in der Mitteilung, dass auch die acht Orientierungsversammlungen abgesagt seien. Poli gibt zu: «Die Enttäuschung war bei einigen vernehmbar.» Immerhin seien die Versammlungen für viele Mitglieder fester Bestandteil im Jahresprogramm. «Trotzdem war das Verständnis bei den meisten gross», fügt Poli an.

Durch die Absage der Orientierungsversammlungen macht die Raiffeisenbank nun Einsparungen. Gemäss Poli beraten die Verwaltungsratsmitglieder nun darüber, wie sie über die frei gewordenen Mittel verfügen. In Frage komme auch eine Spende. Poli: «Der Verwaltungsrat diskutiert aktuell eine Spende an eine oder mehrere Organisationen, welche von der aktuellen Situation stark betroffen sind.»

Lage hat sich inzwischen beruhigt

Vom Coronavirus sei die Raiffeisenbank allerdings noch nicht betroffen. Dies begründet Bankleitungsvorsitzer Christoph Baumgartner damit, dass man in den vergangenen Wochen im Wertschriftengeschäft stark zulegen konnte. Er relativiert jedoch: «Wir gehen davon aus, dass die Ausstands- und Ausfallrisiken im Verlauf des Jahres ansteigen werden».

Wie viele andere Banken auch, hat auch die Raiffeisenbank Nidwalden Kreditanfragen aufgrund der Coronapandemie erhalten. Baumgartner sagt: «Die Nachfrage war in den ersten Wochen sehr gross. Inzwischen hat sich die Situation etwas beruhigt.» Insgesamt habe man Kredite in der Höhe von 17,2 Millionen Franken gesprochen. Baumgartner: «Wir haben bis jetzt Kredite an 164 Gesuchsteller gutheissen.» Vergangene Woche haben die Verantwortlichen die Lockerungsmassnahmen dafür genutzt, einzelne Zweigstellen wieder zu öffnen. Baumgartner: «Die Geschäftsstellen in Emmetten, Ennetbürgen, Hergiswil, Seelisberg und Wolfenschiessen sind seit dem 28. April werktags wieder zu den gewohnten Zeiten geöffnet.» An den Samstagen würde zudem auf den Geschäftsstellen in Buochs und Stans bedient.

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