Nach erfolgreicher Tourismus-Kampagne: Ennetbürger Restaurant erhält Kulinarik-Preis

Das Gastronomiejahr war für Nidwalden Tourismus und Gastro Nidwalden den Umständen entsprechend gut. Nach einer durchgeführten Kampagne wird das Restaurant Nidair in Ennetbürgen mit dem «Kulinarik-Ort des Jahres 2020» ausgezeichnet.

Florian Pfister
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Von Mai bis Oktober konnten Gäste in 19 Nidwaldner Restaurants Stempel sammeln. Nidwalden Tourismus bewarb in diesem Jahr die heimische Gastronomie unter anderem mit einem Wettbewerb. Wer drei Stempel sammelte, erhielt ein kleines Geschenk. Insgesamt haben 320 Gäste die Stempelkarte eingesendet. Im Restaurant Nidair wurde mit 85 Stempeln am meisten gestempelt. Es erhält von Nidwalden Tourismus den Preis als Kulinarik-Ort des Jahres 2020.

Regierungsrat Othmar Filliger (rechts) überreicht dem Nidair-Gastgeber Edy Gabriel eine Messingtafel.

Regierungsrat Othmar Filliger (rechts) überreicht dem Nidair-Gastgeber Edy Gabriel eine Messingtafel.

Bild: Urs Hanhart (Ennetbürgen, 18. November 2020)

«Die Gastronomie in Nidwalden ist sehr vielseitig. Wir haben gute Gastronomen und Gastgeber,» sagte Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger. Das sei unter anderem für den Tourismus sehr wichtig. Er übergab am Mittwoch den Preis an Gastgeber Edy Gabriel mit den Worten: «Der Preis ist sehr verdient.» Edy Gabriel freute sich über die Auszeichnung. «Es ist ein Zeichen der Wertschätzung. Wir haben uns nicht von der Coronakrise verunsichern lassen.» Dennoch sei der Preisgewinn etwas überraschend gewesen. «Ich hätte gedacht, dass die Bergregionen raus stechen.»

Die Gäste fehlen unter der Woche

«Laut Umfragen von Gastro Suisse hat die Gastronomie in Nidwalden von allen Kantonen die kleinste Einbusse erlitten», freut sich Josef Lussi-Waser, Präsident von Nidwalden Tourismus. Er sieht den Grund in den vielfältigen Angeboten in der Gastronomie, tiefen Coronazahlen und in der lancierten Kampagne. «Die Wirte, die sich gegen die Lage wehren und etwas machen, haben trotzdem Gäste», sagt Josef Lussi-Waser. Nun merken wir aber, dass Weihnachtsessen, Familien- und Firmenanlässe fehlen.»

Das wirkt sich auch auf das Restaurant Nidair aus. Edy Gabriel ergänzt: «Bei gutem Wetter und am Wochenende haben wir viele Gäste.» Unter der Woche sei das Aufkommen geringer. «Am Mittag ist bemerkbar, dass viele Leute wieder zu Hause arbeiten.»

«Wir haben gut gearbeitet»

Für Nathalie Hoffmann, Präsidentin von Gastro Nidwalden, war die Kampagne von Nidwalden Tourismus wichtig während der Coronazeit: «Vom einfachen Landbeizli bis zum Gourmetrestaurant auf dem Bürgenstock ist alles vertreten. Grundsätzlich können wir sagen, wir haben gut gearbeitet. Und doch ist es schwierig für uns mit allen Einschränkungen», sagt Nathalie Hoffmann. Sie appelliert an die Bevölkerung: «Gehen Sie ins Restaurant, kommen Sie zu uns, geniessen Sie es bei uns. Bei uns sind Sie sicher. Wir halten uns an die Schutzmassnahmen.» Bisher seien noch keine Ansteckungen in Nidwaldner Restaurants nachgewiesen worden.

Sonja Berner aus Oberkulm freut sich über den ersten Preis.

Sonja Berner aus Oberkulm freut sich über den ersten Preis.

Bild: Urs Hanhart (Ennetbürgen, 18. November 2020)

Unter allen Einsendungen wurden ebenfalls drei Hauptpreise verlost. Den ersten Preis erhielt das Ehepaar Berner, das für die Preisübergabe von Oberkulm aus dem Kanton Aargau angereist ist. Es gewann eine Übernachtung im Hotel Villa Honegg. «Wir machen oft Tagesausflüge nach Nidwalden», sagt Sonja Berner. «Wir sind schnell und gerne hier. Durch den Wettbewerb gab es gute Restaurant-Vorschläge. Wir kannten schon einige, andere probierten wir zum ersten Mal aus.» An Nidwalden gefällt ihr besonders der Kontrast zwischen den Seen und den Bergen. «Wenn man dann noch lecker essen gehen kann, ist das das I-Tüpfelchen», ergänzt René Berner. Das Ehepaar unternimmt viele verschiedene Aktivitäten in Nidwalden. «Wir machen beispielsweise Velotouren, gehen wandern, schwimmen, oder auf das Stand-up-Paddle», erklärt Sonja Berner.

Kampagne wird im nächsten Jahr fortgesetzt

«Wir wollten die Vielfalt der Restaurants in Nidwalden aufzeigen», sagt Josef Lussi-Waser zur Kampagne. In vielen Deutschschweizer Kantonen hatte Nidwalden Tourismus dazu aufgerufen, nach Nidwalden zu kommen. Neben der Stempelkarte druckte die Organisation beispielsweise Faltkarten mit Wander- und Gastronomievorschlägen. Die Organisation investierte 50'000 Franken aus dem eigenen Budget in die Aktion. Sie hält an diesem Konzept fest und bringt für den Winter wiederum eine Faltkarte heraus. Auch die Stempelkarte ist für das nächste Jahr wieder geplant.