Nacktfoto: Priester reicht Anzeige gegen Stansstader Kirchenratspräsident und Sekretärin ein

Der Priester von Obbürgen, der seiner Sekretärin ein Nacktfoto geschickt hat, hat Anzeige gegen sie und den Kirchenratspräsidenten sowie eine weitere Person erstattet.

Merken
Drucken
Teilen
Hier in der katholischen Kirche Obbürgen war der Pfarrer seit 2014 tätig.

Hier in der katholischen Kirche Obbürgen war der Pfarrer seit 2014 tätig.

Bild: Pfarrei-Obbuergen.ch
(zfo/lur)

Der Pfarrer von Obbürgen, der wegen eines «versehentlich» versandten Nacktfotos entlassen wurde, hat am Sonntag einen Strafantrag gegen den Kirchenratspräsidenten von Stansstad eingereicht. Dies schreibt der Pfarrer in einer Mitteilung vom Sonntagabend. Nicht nur den Kirchenratspräsidenten habe er angezeigt, sondern auch dessen Ehefrau. Letztere ist die Sekretärin der Pfarrei Stansstad und demnach offenbar jene Person, welche das Nacktfoto von ihm erhalten hat.

Der Strafantrag beinhaltet eine ganze Reihe strafbarer Handlungen, die der Pfarrer dem Ehepaar vorwirft. Unter anderem gehe es um Verleumdung, Rufschädigung, Nötigung, Erpressung, «Verdacht auf Urkundenbetrug», unlauteren Wettbewerb sowie eine «mögliche Telefonentwendung». Ausserdem aufgeführt: «Verschwörung, die seit Sommer 2014 gegen mich läuft, um mich als Pfarradministrator von Stansstad loszuwerden.»

Der Pfarrer schreibt weiter, das besagte Nacktbild kursiere seit Tagen herum. «Von wem wurde es wann und wo und zu welchem Zweck weitergegeben?» Er selber habe das Foto nicht an noch andere Personen als die Sekretärin versandt, hält der Pfarrer fest.

Kirchenratsmitglied soll befangen sein

Seine Anzeige richtet sich überdies gegen ein weiteres Mitglied des Kirchenrates Stansstad. Diesem wirft er «Inkompetenz» sowie «Befangenheit in allen Punkten» vor. Für weitere Informationen werde sein Anwalt ab Montag zur Verfügung stehen.