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Neubau für Wohnhaus in Stans steht unter Beschuss

Als zu teuer und zu überdimensioniert taxiert die Finanzkommission den projektierten Neubau des Wohnhauses Mettenweg. Sie empfiehlt, den Projektierungskredit an der Gemeindeversammlung zurückzuweisen. Der Gemeinderat kontert.
Matthias Piazza
Augenschein vor dem Wohnhaus Mettenweg: Gemeinderäte Martin Mathis, Markus Elsener und Heimleiter Markus Kayser (von links). (Bild: Matthias Piazza (Stans, 12. November 2018))

Augenschein vor dem Wohnhaus Mettenweg: Gemeinderäte Martin Mathis, Markus Elsener und Heimleiter Markus Kayser (von links). (Bild: Matthias Piazza (Stans, 12. November 2018))

Mit der Planung für den Neubau des Mettenwegs, in dem nicht nur betagte Pflegebedürftige aus ganz Nidwalden leben, sondern auch Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder Suchterkrankung, geht es einen Schritt weiter. Die Stanser befinden an der kommenden Gemeindeversammlung vom 28. November über den Planungskredit in der Höhe von 1,85 Millionen Franken für einen Neubau mit acht Wohngruppen zwischen dem heutigen Wohnhaus und der Stiftung Weidli. Im vergangenen September wurde das Siegerprojekt Tilia erkoren. Pro Geschoss bilden zwei Wohngruppen mit je sechs Zimmern eine Einheit, welche getrennt genutzt oder durch die beiden Wohn- und Essbereiche zusammengeschlossen werden können.

Der Betrieb im heutigen Wohnhaus sei längerfristig nicht gesichert, in der Botschaft ist die Rede von veralteter Infrastruktur und Bausubstanz. Die kantonale Gesundheits- und Sozialdirektion hat dem Heim die Betriebsbewilligung 2011 nur noch auf Zusehen hin erteilt. Mit dem Neubau soll auch die Zahl der Pflegeplätze von 24 auf 48 erhöht werden.

Gegen das Projekt gibt es Widerstand. Die Finanzkommission empfiehlt den Stimmbürgern, das Geschäft an der Gemeindeversammlung zurückzuweisen. Sie erachte das bestehende Angebot als notwendig und sinnvoll, hält die fünfköpfige Kommission in ihrer Stellungnahme in der Botschaft fest, bemängelt aber einiges. Sie kritisiert die Investitionskosten von 21,5 Millionen Franken, welche im Vergleich zu ähnlichen Projekten in der Region hoch seien. «Vergleichbare Projekte gibt es nicht, ebenso wenig die magische Zahl, wie viel ein Pflegeplatz kostet», hält der für Hochbau zuständige Gemeinderat Martin Mathis dagegen. Und Heimleiter Markus Kayser ergänzt: «Einige Bewohner ziehen jung ein und leben zum Teil 30 Jahre bei uns. In einem Altersheim beträgt der Schnitt nur etwa eineinhalb Jahre. Das stellt andere Anforderungen an die Infrastruktur und die Wohnlichkeit.»

«Wir brauchen mehr Pflegeplätze»

Auch die Verdoppelung der Pflegeplätze von 24 auf 48 sei gerechtfertigt, hält Gemeinderat Markus Elsener fest, der als Gesundheits- und Sozialvorsteher für das Wohnhaus Mettenweg zuständig ist. «Wir brauchen mehr Pflegeplätze, da die Zahl der Menschen mit einem besonderen Betreuungsbedarf zunimmt.» Für Martin Mathis macht die Aufstockung auch betriebswirtschaftlich Sinn. «Mit nur 24 Plätzen könnte der Betrieb zu wenig kosteneffizient geführt werden, die Investitionen wären im Verhältnis zu hoch.»

Den Vorwurf, widersprüchlich informiert zu haben, lassen sie nicht gelten. «Wir haben immer transparent und vollständig informiert, ohne bis ins letzte Detail zu gehen, das hätte den Rahmen der Botschaft für die Gemeindeversammlung gesprengt», so Elsener. «Und bei der Präsentation des Siegerprojektes im vergangenen September blieben kritische Stimmen aus.» Weiter fehlen der Finanzkommission in der Botschaft Details zu den Plänen für das aktuelle Gebäude. «Das Haus steht frühestens 2023 leer. Vorabklärungen wurden gemacht, Entscheide noch nicht gefällt, somit sind Aussagen zu Kosten noch nicht möglich», so Martin Mathis.

«Wenn man das Projekt verzögert, verteuert es sich»

Der These, dass die Aufenthaltstaxen steigen, widersprechen die drei hingegen nicht. «Mit dem Neubau werden wir uns dann im kantonalen Mittelfeld bewegen», sagt Markus Kayser. Auch sei unbestritten, dass die Verschuldung zunehmen würde. Dies würde sich aber keinesfalls auf die Steuern auswirken. Das investierte Geld fliesse ja jährlich in Form von Betriebseinnahmen zurück.

Für Mathis, Elsener und Kayser gibt es keine Alternative zum geplanten Projekt. Die Zeit dränge: Denn nur, wenn bis Dezember 2019 eine rechtskräftige Baubewilligung vorliege, werde der Kanton der Gemeinde ein zinsloses Darlehen von mindestens 13,5 Millionen Franken gewähren und teilweise die Rückzahlungen erlassen. «Wenn man das Projekt verzögert, verteuert es sich», ist für Markus Elsener klar.

Sollte das Geschäft die Hürde an der Gemeindeversammlung nehmen, würde der Gemeinderat bis Ende August 2019 ein Vor- und Bauprojekt ausarbeiten und die detaillierten Baukosten ermitteln. Falls die Stimmbürger an der Urne im Juni 2020 grünes Licht für den Baukredit geben würden, könnte der Neubau im Mai 2023 nach einer rund zweijährigen Bauzeit bezogen werden.

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 28. November, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Turmatt.

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