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Kolumne

Neue Besen kehren gut

Karl Tschopp schreibt in seinem «Ich meinti» über alte und neue Besen in Unternehmen – und über noch ganz andere Haare.
Karl Tschopp
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Karl Tschopp

Wenn jemand etwas Neues in Angriff nimmt, macht er es anfangs mit besonderem Fleiss und Eifer. Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres und viele Menschen machen auch am Arbeitsort vielleicht etwas völlig Neues. Oder man tritt zum Beispiel motiviert eine neue Stelle an, hat noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und los geht’s. Jetzt ja keine Fehler machen, aber trotzdem frischen Wind bringen, und dann bitte schön noch erfolgreich sein. Ob als neuer Trainer beim Fussballverein oder als neue Bundesrätin, die Erwartungen sind jeweils hoch. Man ist gespannt auf neue Konzepte und frische Ideen sowie deren erfolgreiche Umsetzung.

«Aber die Alten wissen, wo der Dreck liegt.» Oft wird mit diesem Nachsatz darauf hingewiesen, dass erfahrene Menschen halt doch noch von Nutzen sind. Man sagt, das unbezahlbare Kapital eines Unternehmens seien die Mitarbeiter, die sich mit dem Betrieb verbunden fühlen und so zum Erfolg beitragen. Das ist überall so und es braucht immer sowohl «alte Besen» als auch «neue Besen», die gut zusammenarbeiten können. Viele Unternehmen plagen aber der Fachkräftemangel und auch die Überalterung. Alte Besen gehen in Rente, und zu wenig neue Besen rücken nach. Neue Konzepte und frische Ideen sind auch hier gefragt.

Der Besen ist das klassische Gerät zum Kehren, eigentlich «Auskehren» und Fegen. Ein Gegenstand mit zusammengebundenen Borsten, meist aus Birkenruten und einem langen oder kurzen Stiel. Auch Rosshaare werden verarbeitet, denn dank des Fettgehaltes im Rosshaar kann ohne grosses Staubaufwirbeln gekehrt werden. Der Besen hatte schon immer eine mehrdeutige Rolle inne. Wenn zum Beispiel jemand einem anderen einen Besen vor die Tür stellte, bedeutete das ein klares Zeichen von Missachtung. Weiter war in frühen Zeiten das Besentragen eine Ehrenstrafe. Die betroffene Person musste barfüssig den Besen um die Kirche tragen und sich dann vor die Kirchentüre legen, wo jeder, der wollte, über sie hinwegschreiten und sie mit dem Besen schlagen durfte. In der Zeit des Hexenwahns galt der Besen sogar als Fluggerät.

Aktuell läuft die Aktion «januhairy». Weit weg von frühen Zeiten befinden wir uns heute im «haarigen Januar», wo sich die Frauen sowohl die Achselhaare als auch die Haare im Intimbereich und an den Beinen wachsen lassen sollen. Es wird der Ganzkörperhaarwuchs zelebriert, was ganz normal sei. Frauen brauchen sich offenbar nicht dafür zu schämen, ihre Haare wachsen zu lassen. Ich lese von Feministinnen, die betonen, dass das weibliche Schönheitsideal immer nur von Männern bestimmt werde. Gilt also «Rasieren verboten» als neuer Ausdruck der Emanzipation? Oder mit anderen Worten, Frauen sind stolz auf ihre langen Achselhaare?

Ich meinti, nicht alle Besen sind zum Kehren gut!

Karl Tschopp, Rechtsanwalt, Stans, äussert sich an dieser Stelle abwechselnd mit anderen Autoren zu einem selbst gewählten Thema.

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