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Nidwalden bietet Neo-Gemeinderäte zum Crashkurs auf

Aller Anfang ist schwer. Damit angehenden Gemeinderäten der Einstieg in ihr Milizamt leichter fällt, wird neu ein eintägiger Einführungskurs angeboten. Abgeschaut hat man dabei auch beim Nachbarkanton Luzern.
Matthias Piazza
Will neue Gemeinderäte besser vorbereiten: Remo Zberg, aktueller Vorsteher der Nidwaldner Gemeindepräsidenten-Konferenz, vor dem Gemeindehaus in Hergiswil.(Bild: Martin Uebelhart, Hergiswil, 6. Oktober 2017)

Will neue Gemeinderäte besser vorbereiten: Remo Zberg, aktueller Vorsteher der Nidwaldner Gemeindepräsidenten-Konferenz, vor dem Gemeindehaus in Hergiswil.
(Bild: Martin Uebelhart, Hergiswil, 6. Oktober 2017)

Rund ein Dutzend Gemeinde­räte haben kürzlich, die meisten am vergangenen Montag, ihr neues Amt in einer der elf Nidwaldner Gemeinden angetreten. Für alle dürfte die Tätigkeit im Milizamt Neuland sein, das mit ihrem ­angestammten Beruf nur wenig gemeinsam hat.

Die Stanserin Sarah Odermatt erinnert sich an ihren harten Einstieg als Gemeinderätin vor zwei Jahren – mit ihren 27 Jahren war sie damals kantonsweit die jüngste Amtsinhaberin. Vor allem mit drei Herausforderungen sei man konfrontiert: die politischen Prozesse, das Führen und das Fachwissen, das für das jeweilige Departement gefragt sei. Sie steht dem Baudepartement vor. «Man muss Sitzungen koordinieren und Aufgaben an Leute delegieren. Das kannte ich als Ergotherapeutin nicht und musste ich erst lernen», erinnert sich die Parteilose an ihre ersten Monate. «Ein Einführungsseminar wäre bestimmt sehr hilfreich gewesen.»

Was darf ich als Gemeinderat? Was nicht?

Ihre Nachfolger haben es leichter. Die Nidwaldner Gemeindepräsidenten-Konferenz hat nun zusammen mit einer Beratungs­firma ein solches Einführungs­seminar ins Leben gerufen. In einem eintägigen Crashkurs ­lernen die Neo-Gemeinderäte Grundlegendes, unter anderem zu Gesetzen, Staatswesen, öffentlichen Finanzen, Rechnungs­legung, Führung und Kommunikation. Remo Zberg, der 2010 als frisch gewählter Hergiswiler ­Gemeinderat gleich das Präsidium übernahm, erinnert sich an seine erste Zeit zurück. «Man wird mit vielen Fragen konfrontiert: Was darf ich als Gemeinderat, was nicht? Wie läuft eine ­Gemeinderatssitzung ab? Wie ­gelingt eine Gemeindeversammlung? An diesem Einführungsseminar lernt man solche Basics.»

Ein externer Berater vermittelt das theoretische Rüstzeug, während ein amtierender Gemeindepräsident aus dem Nähkästchen plaudert und ein Profi den Neulingen den Umgang mit den Medien erklärt. Zberg empfiehlt allen neuen Gemeinde­räten, das freiwillige Seminar zu besuchen. Die Kosten von 660 Franken bezahlen die Teilnehmer oder die Gemeindekasse.

Mit dem Crashkurs haben die Nidwaldner das Rad nicht neu ­erfunden. «Wir haben uns umgeschaut und festgestellt, dass wir in dieser Hinsicht ein weisser Flecken auf der Schweizer Landkarte sind», erzählt Zberg, aktueller Vorsteher der Gemeindepräsidenten-Konferenz in Nidwalden. Inspirieren liess man sich ins­besondere vom Nachbarkanton ­Luzern sowie Schwyz und Graubünden. In Luzern kennt man eine solche Institution schon seit rund 20 Jahren für die frisch gewählten Räte der 83 Gemeinden. Rolf Born, Emmer Gemeinde­präsident und Präsident des Verbandes Luzerner Gemeinden, durchlief selber ein Einführungsseminar. «Gemeinderat als Beruf kann man ja nicht lernen. Umso wertvoller ist ein solches Seminar. Hier vermitteln Praktiker das Handwerk, geben ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter. Sie wissen, wovon sie sprechen», streicht Rolf Born die Vorzüge hervor.

Aufgrund positiver Erfahrungen in anderen Kantonen ist Remo Zberg vom Erfolg des ­Seminars überzeugt. Darum soll es auch nicht bei der ersten Ausgabe im September bleiben.

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