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Neuer Stanser Wärmverbund stösst auf grosses Interesse

Im Gebiet Niederdorf entsteht ein neuer Heizverbund, welcher Ölheizungen ersetzen soll. Am Infoabend der Gemeinde Stans zeigten sich zahlreiche Besucher interessiert.
Ruedi Wechsler
Blick in die Zentrale des Wärmeverbunds Kniri in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann, 19. Oktober 2011)

Blick in die Zentrale des Wärmeverbunds Kniri in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann, 19. Oktober 2011)

130 Grundeigentümer liessen sich am Donnerstagabend vom Stanser Gemeinderat Lukas Arnold den geplanten Heizverbund im Niederdorf präsentieren. In diesem Gebiet gibt es ein erhebliches Potenzial an Grundwasser. Die vorhandene Energiequelle soll künftig in den Heizverbund geleitet werden und die alten Ölheizungen ersetzen.

Für die Emission von Treibhausgasen wie CO2 sieht die Energiestrategie des Bundes eine Reduktion um 50 Prozent bis 2030 und bis 2050 um 70 bis 85 Prozent vor. Ein Heizverbund, der mit nachhaltiger Energie betrieben wird, hilft gemäss Lukas Arnold, der auch Kommissionspräsident der Energiestadt Stans ist, diese Ziele zu erreichen. Der Heizverbund erstelle und betreibe die Anlage und liefere Heiz- und Brauchwasser, erklärte Lukas Arnold am Infoabend weiter. «Der Hauseigentümer unterzeichnet den Anschlussvertrag und erhält einen Hausanschluss mit einem Wärmezähler.» Dieser errechne die bezogene Heizleistung und der Hauseigentümer bezahle die Anschlussgebühr.

Gemeinde stösst Projekt an

Die Rückmeldungen von den bereits vorhandenen Heizverbünden Tellenmatt, untere Kniri und der Holzverstromung Oberdorf seien sehr positiv. Der problemlose Betrieb, die einfache Kostenkalkulation und der ökologische Mehrwert würden für dieses Projekt sprechen.

Die Gemeinde Stans stösst das Projekt an und wird es bis zur Ausschreibung begleiten. Sie wird jedoch nicht als Betreiber auftreten. Ziel ist es, bis Ende 2019 einen solchen zu finden. Der Werkhof ist als möglicher Standort für den Heizverbund vorgesehen und das Feuerwehrlokal wird voraussichtlich an den Heizverbund angeschlossen.

Es ist vorgesehen, dass eine Projektgruppe gebildet wird, mit dabei auch Liegenschaftseigentümer, die gemeinsame Entscheide fällen. Der Vertragsgeber für den Heizverbund ist der Betreiber und der Vertragsnehmer der Hauseigentümer. Die Realisierung des Projekts erfolgt durch den Betreiber.

Die Fragebögen mit den Anschlussabsichten der interessierten Hauseigentümer müssen bis Ende Januar abgegeben werden. Im Herbst dieses Jahres ist die Vergabe des Projekts geplant und anfangs 2021 sollte der Heizverbund hochgefahren werden können, wurde am Infoabend weiter informiert.

CO2-Abgabe markant gestiegen

Projektrisiken im Erdbereich könne es immer geben, erklärte Lukas Arnold. «Grosse Energiebezüger, kurze Wege, tiefere Anschlussgebühren und die Investition in die Zukunft sprechen für dieses Projekt», ergänzte er. Hat ein möglicher Kunde des Heizverbundes kürzlich die Heizung saniert, kann er auch zehn Jahre danach dem Heizverbund beitreten.

Herbert Weingartner, Leiter Energiefachstelle des Kantons Nidwalden, stellte zudem Folgendes fest: «Der Wärmeverbund ist vor allem in Gebieten interessant, wo ältere Gebäude stehen, die noch eine bedeutende Heizwärme benötigen.» Das neue geplante Energiegesetz führe auf den richtigen Weg. Sei dieses einmal in Kraft und es müsse eine Ölheizung ersetzt werden, könne dies nur noch unter bestimmten Auflagen geschehen. Ausnahmebewilligungen (zum Beispiel temporäre Bewilligungen für Ölheizungen, wenn ein Eigentümer die Zeit bis zum Anschluss an den Heizverbund überbrücken muss) sollten aber auch dann noch möglich sein, sagte Herbert Weingartner.

2008 bezahlte man pro Tonne Heizöl 12 Franken CO2-Abgabe. 2019 sind es 98 Franken und im zur Diskussion stehenden neuen CO2-Gesetz sind bereits über 200 Franken vorgesehen. Energie-Ingenieur Othmar Arnold – der dieses Projekt ausarbeitet – freut sich sehr über das grosse Interesse an diesem Infoabend. «Die hohe Besiedlungsdichte im Niederdorf und die vorhandenen Wärmequellen garantieren einen wirtschaftlichen Wärmeverbund», gab er sich überzeugt. «Das Umdenken in der Schweiz findet statt und die Nachfrage an Wärmeverbünden steigt rasant.»

Gross ist die Hoffnung in die einheimischen Korporationen. Für die viel Holz produzierenden Betriebe öffne sich die grosse Chance, selber Wärmeverbünde zu betreiben. Für die Region eine nicht zu unterschätzende Wertschöpfungsmöglichkeit.

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