Neuer Swissint-Kommandant in Oberdorf

Das Kompetenzzentrum steht nach einem tragischen Todesfall unter neuer Leitung.

David von Moos
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Alexander Furer (links) bei der Fahnenübergabe.

Alexander Furer (links) bei der Fahnenübergabe.

Bild: PD/Swissint

Oberst im Generalstab Alexander Furer (48) wird per Anfang 2020 neuer Kommandant des Kompetenzzentrums Swissint auf dem Waffenplatz Wil bei Stans-Oberdorf. Er übernimmt die Funktion von Oberst Gerhard Ryser. Dieser führte das Kompetenzzentrum übergangsmässig, nachdem der frühere Kommandant, der Oberst im Generalstab Franz Gander aus Buochs, Ende Oktober nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben war.

«Alles hat einen Anfang und alles hat ein Ende – und jedes Ende wieder einen neuen Anfang», sagte die Nidwaldner Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi anlässlich der Funktionsübergabe gestern Nachmittag mit Blick auf die tragischen Umstände, die dem personellen Wechsel zugrunde liegen.

«Es ist ein Anlass, der eigentlich gar nicht hätte stattfinden sollen», so der abtretende Oberst Gerhard Ryser, der künftig wieder – wie schon vorher unter Gander – die Funktion des stellvertretenden Kommandanten des Kompetenzzentrums einnehmen wird. Ryser blickte auf die Übergangsphase zurück und verglich sein Team mit einer Eishockeymannschaft: «Ohne Schlüsselspieler geht es nicht.» Und das erst recht, wenn der Captain ausfalle.

Zu den tragischen Hintergründen sagte der neue Kommandant Alexander Furer: «Der heutige Anlass mag durchaus ein Schritt in die Zukunft sein, es scheint mir aber ganz wichtig, dass wir Franz Gander stets als festen Bestandteil unserer Gemeinschaft mitnehmen und nicht zulassen, dass er in Vergessenheit gerät.» Er werde seinen Beitrag dazu leisten.

Übergabe unter erschwerten Umständen

Zur Übernahme der Befehlsgewalt gratulierte dem neuen Kommandanten auch der Chef Kommando Operationen und Stellvertreter des Chefs der Armee, Korpskommandant Aldo C. Schellenberg. Er wünschte Alexander Furer «von Herzen alles Gute» und überreichte ihm für dessen verantwortungsvolle Aufgabe ein Führungsseil. «Dieses symbolisiert unsere Verbundenheit – wer führen will, muss vorangehen und ziehen.» Augenzwinkernd betonte Schellenberg, dass das Seil nicht als Leine zu verstehen sei, sondern dass auf beiden Seiten daran gezogen werden könne – je nachdem, wer etwas vom anderen brauche.

Alexander Furer, der sich selbst als «naturverbunden, bodenständig und transparent» beschrieb, machte aus der ungewöhnlichen Ausgangslage kein Geheimnis. Ihm sei es wichtig, dass die durch den Wechsel verursachte Instabilität im Kommando keine Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im In- und Ausland habe. «Ich will und kann allerdings niemanden kopieren – ich bin der, der ich bin», so Furer gegenüber unserer Zeitung.

Der gebürtige Berner trat 1997 in das Instruktionskorps der Luftwaffe ein. Zuletzt arbeitete er als Chef politische und militärstrategische Geschäfte der Gruppe Verteidigung in Bern.

Parallel zu seiner militärischen Laufbahn absolvierte Furer einen Master of Science in Global Security an der Cranfield University in Grossbritannien und einen Executive Master of Business Administration an der Universität St. Gallen. Der verheiratete Vater zweier Töchter wohnt mit seiner Familie in Rubigen im Kanton Bern. Aufgrund des langen Arbeitsweges – mit dem Auto sind es rund eineinhalb Stunden – nehme er seine neue Aufgabe im Kanton Nidwalden als Wochenaufenthalter wahr, so Furer weiter.