Neues Sicherheitszentrum in Stans nimmt in Landrat erste Hürde

Für die Weiterentwicklung des kantonseigenen Areals beim A2-Anschluss Stans Süd bewilligt der Landrat mehr Mittel, als die Regierung beantragt hatte. Er genehmigte 695'000 Franken für eine Testplanung.

Martin Uebelhart
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Das Polizeigebäude auf dem Kreuzstrasse-Areal in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann)

Das Polizeigebäude auf dem Kreuzstrasse-Areal in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann)

In einem waren sich die Votanten am Mittwoch im Landrat einig: Die Entwicklung des Areals an der Kreuzstrasse, auf dem heute etwa das Verkehrssicherheitszentrum, die Kantonspolizei, das Strasseninspektorat oder das Gefängnis angesiedelt sind, ist wichtig für den Kanton. Wie diese Weiterentwicklung angepackt werden soll, dafür gab es unterschiedliche Ansätze. Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser beantragte namens der Regierung einen Kredit von 475 000 Franken für eine Testplanung. «Das Denken in Varianten ermöglicht eine gute Lösung, die den Bedürfnissen an diesem Standort entgegenkommt», hielt sie fest. Das Projekt sei wegweisend für die Zukunft der Blaulichtorganisationen in Nidwalden. Bei den Gebäuden gebe es teilweise einen grossen Sanierungsbedarf, betriebliche Mängel würden den Arbeitsalltag erschweren. Ziel sei, ein modernes und effizientes Sicherheitskompetenzzentrum zu erhalten.

Dem schloss sich im Grundsatz auch die Kommission für Staatspolitik, Justiz und Sicherheit (SJS) an. Sprecher Dominik Steiner (FDP, Ennetbürgen) führte an, die Kommission mache sich für eine umfangreichere Testplanung stark und beantragte, eine solche von zwei verschiedenen Teams ausarbeiten zu lassen, im Gegensatz zur Regierung, die in ihrem Vorschlag nur ein Team vorsah. Es lohne sich, dafür auch etwas mehr Geld auszugeben, nämlich 630000 Franken.


Mögliche Ansiedlung von Teilen der Verwaltung

Noch weiter wollte die Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) gehen. «Das Areal ist verkehrstechnisch optimal und strategisch wichtig gelegen», befand Kommissionssprecher Markus Walker (SVP, Ennetmoos). Bei der Planung solle die Qualität ins Zentrum der Überlegeungen gestellt werden. Darum sollen sich gleich drei Teams an die Arbeit machen. Die BUL sieht in dem Gebiet eine grosse Chance für den Kanton. Bei einer Testplanung mit nur einem Team werde diese aber nicht richtig wahrgenommen. Die Kommission beantragte einen Kredit von 695 000 Franken. Zusätzlich stellte die BUL den Antrag, im Rahmen der Testplanung auch die Möglichkeit einer Ansiedlung einzelner Verwaltungseinheiten zu prüfen. Es sei naheliegend und sinnvoll, auf ebenerdige Gebäude, die etwa für Garagen und Ähnliches genutzt würden, weitere Stockwerke zu bauen und so eigene Büroräumlichkeiten zur Verfügung zu haben, sagte Walker – jetzt als Sprecher der SVP-Fraktion.

Josef Bucher (CVP, Buochs) rief namens seiner Fraktion auf, nicht nur die Testplanung zu machen, sondern auch die Verkehrssituation im Auge zu behalten: «Die Verkehrsplanung darf nicht isoliert betrachtet werden.»


Daniel Niederberger (SP, Stans) befand, es sei illusorisch, mit dem vorliegenden Kredit auch noch die Verkehrsprobleme lösen zu wollen. Der Kanton tue gut daran, klare Vorgaben für die Testplanungen zu machen. Gleichzeitig solle aber die Leine auch nicht zu straff angezogen werden, damit Kreativität Platz habe.


Hohe Ansprüche an das Areal

Joseph Niederberger (CVP, Oberdorf) warnte vor einem allzu forschen Tempo. Die Ansprüche an das Areal seien hoch und was entstehe, müsse für lange Zeit Bestand haben. «Wichtig ist, dass man auch über den Tellerrand hinaus denkt. Es sollen auch unkonventionelle Ideen zugelassen werden», hielt er fest.

Keine Mehrheit fand Niklaus Reinhard (FDP, Hergiswil) mit seinem Antrag, bei der möglichen Ansiedlung von Teilen der Verwaltung verschiedene Nutzungsalternativen unter Einbezug der grossräumigen Verkehrsführung.

Der Nidwaldner Landrat sprach sich deutlich für die teuerste Variante mit drei Testplanungs-Teams aus.