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Neues vom lyrischen Nidwaldner Brandstifter

Der Nidwaldner Criga hat ein neues Album veröffentlicht. Und eine gelungene Plattentaufe präsentiert.
Mario Schelbert
Criga und seine Band im Element. (Bilder: PD/Marc Risi)Criga und seine Band im Element. (Bilder: PD/Marc Risi)
Die Bandmitglieder von links: Stefano Costa, Urban Zemp, Christian Berlinger, Dominik Gander und Pascal Marzer.Die Bandmitglieder von links: Stefano Costa, Urban Zemp, Christian Berlinger, Dominik Gander und Pascal Marzer.
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Lyrischer Brandstifter tauft CD

Criga ist kein Biedermann, eher ein regelrechter Brandstifter. Mit seinem neusten Streich «Ä Funkä zums i Brand setzä» fährt der 33-jährige Nidwaldner mit echten Pulverfässern vor. Das zehn Stück reiche Album scheut weder Weihwasser noch den Teufel und führt wie eine Achterbahn durch den unterirdischen Stollen unserer Gesellschaft.

Begleitet wird Criga von seiner vierköpfigen Band et ZRA, welche dicht an seiner Seite, aufs Wesentliche reduziert, dem poetischen Bollwerk von Hip-Hop und Funk grossen Nachdruck zu verleihen mag. Am letzten Samstag wurde das Werk im sehr gut besuchten Senkel in Stans getauft.

Er ist kein unbeschriebenes Blatt, Christian Berlinger aus Wirzweli. Im Gegenteil, mannigfaltig und facettenreich. Seine einstmaligen Kollaborationen mit Collie Herb, NEZ oder HebDiDe haben ihn bereits durch verschiedene musikalische Gewässer geführt. Nun ist er nach «Erschtä Satz is chaltä Wasser» (2013) wieder am eigenen Ufer angelangt. Criga ist einer, der anpackt, gerne im Staub wühlt und mit Dreck richtig aufzuräumen weiss, beispielsweise gut hörbar auf «Dä Buiräblues». Schliesslich gehört er selber auch zur Oberschicht des Unterwaldner Untergrunds. Doch keine Spur von Effekthascherei, seine Zeilen schiessen scharf am Mainstream vorbei, und nehmen sich Zeit, um Ursache und Wirkung auf den wahren Grund zu gehen.

Weit mehr als blosse Pflichterfüllung

Die Beats sind aus Leinengewand und die Stimme aus rauem Teppichstoff – ohne Firlefanz: pur und lebendig. Denn seine Rhythm Section et ZRA bedient sich einer klaren Haltung knackiger Basslinien, spritziger Gitarrenriffs sowie einer knochentrockenen Drum à la 90s Hip-Hop.

Auch wenn Criga behauptet «Ich bi bereit d’Pflicht für d’Allgemeinheit z’erfülle», geht er weit darüber hinaus und tief darunter. Denn Criga befasst sich auf «Ä Funkä zums i Brand setzä» stark mit den Abgründen seiner eigenen Gestalt und Heimat und kann wahrlich Lieder von Biodiesel und Traktoren singen. Songs wie «et ZRA», «Funkloch» und «Fingerpistolä» haben es faustdick hinter den Ohren und mit «Classy MacNasty» zeigt er gar sein wahres Partygesicht.

Der Funk lauert an jeder Ecke, bleibt jedoch ein Ungeheuer. Sprüche wie «Zeig de Vogel, Wanduhr!» oder «Dini Zeyt liid erschosse im Strassegrabe» sowie «Är gsehd sich als rettendä Heiland, merkt nid, dass ihn all äläi land» zeigen, wie Criga seinen Cocktail am liebsten schlürft: lyrisch und rezent. Alles in allem ist «Ä Funkä zums i Brand setzä» ein sehr abwechslungsreiches und energiegeladenes Album, welches gekonnt zwischen Hip-Hop und Rockelementen, entlang den Reggae-Wurzeln von Criga hin und her balanciert.

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