Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neun Jahre Gefängnis für gewalttätigen Asylsuchenden

Ein 29-jähriger Mann, der seine Frau im Asylzentrum in Stans gewürgt, bedroht und vergewaltigt hat, ist vom Nidwaldner Kantonsgericht zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden. Es sprach ihm unter anderem der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig.
Der Gerichtssaal im Rathaus in Stans. (Bild: Archiv/Markus von Rotz)

Der Gerichtssaal im Rathaus in Stans. (Bild: Archiv/Markus von Rotz)

Die Tat geschah an einem Samstagabend im September 2016. Der Mann soll seine vier Jahre jüngere Frau nach einem verbalen Streit im Zimmer eingeschlossen und sodann gewürgt haben, bis es dieser schwarz vor den Augen wurde. Danach vollzog er mit der im neunten Monat Schwangeren den Geschlechtsverkehr.

Als der Nachtwächter des Asylzentrums an die Türe klopfte, liess er von ihr ab und verliess dann das Gebäude. Darin hätte er sich gar nicht aufhalten dürfen, weil er mit einem Hausverbot belegt war, wie aus dem Urteil hervorgeht, das am Freitag veröffentlicht wurde.

Der Mann hatte an dem Abend Alkohol getrunken. Zum Streit kam es laut Aussagen der Frau, weil sie nicht einwilligen wollte, dass sie wieder zusammen wohnen könnten, nachdem es im Vorfeld zu häuslicher Gewalt gekommen war.

Einvernehmlicher Geschlechtsverkehr

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. Sowohl bei den Einvernahmen als auch bei der Gerichtsverhandlung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, bestritt der Beschuldigte die Darstellung der Frau.

Weder habe es Streit gegeben, noch habe er sie gewürgt. Den Geschlechtsverkehr bezeichnete er als einvernehmlich. Deswegen sei auch die Tür abgeschlossen worden.

Die Richter schenkten dem Afghanen, der 2015 mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter in die Schweiz eingereist und ein Asylgesuch gestellt hatte, keinen Glauben. Seine Aussagen seien als Schutzbehauptungen zu werten.

Mangel an Lügensignalen

Sie machten im Gesamten einen konstruierten und ausgedachten Eindruck, seien voller Widersprüche und Ungereimtheiten. Sobald es etwa um den Vorwurf des Würgens gehe, mache der Beschuldigte geltend, die Frau habe psychische Anfälle und könnte sich die Verletzungen selber zugefügt haben.

Den Aussagen der Frau mangle es dagegen neben den vielen Realkennzeichen auch an Lügensignalen. So hatte etwa der Nachtwächter nach der Tat rote Striemen an ihrem Hals entdeckt. Auch aus rechtsmedizinischer Sicht lägen Zeichen eines heftigen, lebensgefährlichen Würgens vor, etwa punkteförmige Blutungen an der Gesichtshaut.

«Die Tatsache, dass es betreffend der vorsätzlichen Tötung nur beim Versuch blieb, ist nur im geringen Umfang strafmildern zu berücksichtigen», halten die Richter fest. Es sei nämlich blossem Zufall oder Glück zuzuschreiben.

Das Gericht sprach den Mann der versuchten vorsätzlichen Tötung, des versuchten strafbaren Schwangerschaftsabbruchs, der qualifizierten Vergewaltigung, der mehrfachen Drohung, der Freiheitsberaubung, der mehrfachen Tätlichkeiten und des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig.

Der Beschuldigte muss der Privatklägerin unter anderem Schadenersatz und Genugtuung von über insgesamt fast 30'000 Franken bezahlen. Auch die Verfahrenskosten von fast 38'000 Franken werden ihm belastet. Er wird nicht des Landes verwiesen. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.