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NID-/OBWALDEN: Bei Gemeinden ist Facebook nur wenig «in»

Offizielle Seiten von Gemeinden sind auf Facebook selten anzutreffen. Einzelne haben aber die Sozialen Medien als zusätzlichen Kommunikationskanal entdeckt.
Martin Uebelhart
Der Facebook-Auftritt von Buochs – betrachtet auf einem Mobiltelefon. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Facebook-Auftritt von Buochs – betrachtet auf einem Mobiltelefon. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart

Von den 18 Gemeinden in Nid- und Obwalden nutzen nur wenige das Facebook als Kanal zum Kontakt mit der Bevölkerung. Das ergibt eine Umfrage unserer Zeitung. So betreiben Buochs und Oberdorf eine eigene Seite auf der Kommunikationsplattform. «Wir erreichen mit Facebook auch das Publikum, welches keine Tageszeitung oder Printmedien abonniert hat», hält die Oberdorfer Gemeindeschreiberin Andrea Somaini auf Anfrage fest. Man könne der Gemeinde abseits der Homepage ein Gesicht geben. Oberdorf nutzt Facebook seit Herbst 2014. Die Kommentarfunktion ist für alle offen. Beiträge können auch von Besuchern erstellt werden, diese werden aber kontrolliert. Oberdorf nutzt die soziale Internetplattform vor allem für Hinweise auf Veranstaltungen oder macht auf Themen aufmerksam. Facebook werde jedoch von Seiten der Gemeinde noch zu wenig genutzt. Grundsätzlich sei ein Post pro Woche vorgesehen, was aber manchmal eher schwierig sei, so die Gemeindeschreiberin. Keine Probleme habe Oberdorf bis anhin mit Leuten gehabt, die ihrem Unmut in Beiträgen oder Kommentaren Luft verschaffen. Man habe auch noch nie einen entfernen müssen.

Mit unverhältnismässigen Kommentaren hatte man es laut Gemeinderat Joël Odermatt auch in Buochs noch nie zu tun.

Keine politischen Themen

Die Gemeinde betreibt seit rund einem Jahr ein Facebook-Portal. Unbotmässige Äusserungen würden natürlich gelöscht, betont Odermatt. «Als letzte Möglichkeit würden wir die Seite einfach vom Netz nehmen.» Auf sachliche Kritik reagiere die Gemeinde umgehend und antworte entsprechend. «Vielleicht geht es dann nur darum, ein Missverständnis auszuräumen», so Odermatt.

Ein wichtiger Punkt in den Richtlinien der Gemeinde zu Facebook sei, dass keine politischen Themen aufgenommen werden. Gerade in diesem Bereich könnten sich allenfalls nur noch schwer kontrollierbare Diskussionen entwickeln, so Odermatt. «Wir sehen Facebook vor allem als eine Plattform für Informationen an. Neben ihm haben zwei weitere Personen Administratorenrechte auf dem Facebook-Konto. «Unser Ziel ist, pro Woche zwei bis drei Posts abzusetzen», sagt Odermatt. So bleibe man präsent, denn nur ein aktiver Auftritt bringe nachhaltig den gewünschten Mehrwert. Dazu müssten aber alle in der Gemeindeverwaltung mitdenken und Vorschläge für Facebook liefern. «Bei uns hat sich fast eine Art Hype entwickelt, wenn es um Inputs geht», freut sich der Gemeinderat. Mitunter staune er, wie sich einzelne Posts verbreiteten. Und schön sei auch, wenn ehemalige Buochser die Verbundenheit mit «ihrem» Dorf zeigen könnten und ab und zu einen Kommentar hinterlassen. «Wir haben mit Facebook gute Erfahrungen gemacht», hält Joël Odermatt fest. «Ich kann es anderen Gemeinden nur empfehlen.»

Auch von der Gemeinde Sachseln findet man eine Seite auf Facebook, die sich einen offiziellen Anstrich gibt. Laut Gemeindepräsident Peter Rohrer ist dieser Auftritt allerdings von der Gemeinde nicht autorisiert.

Auftritte von Badi und Kommission

Weitere Gemeinden, vor allem auch kleinere, sind eher zögerlich, was den Social-Media-Kanal angeht (siehe Kasten). Ennetbürgen hat keinen Facebook-Auftritt, doch nutzt die Kulturkommission die Plattform für Hinweise auf Veranstaltungen. Ähnlich präsentiert sich die Situation in Stansstad. Dort betreiben zusätzlich auch noch die Badi und die Jugendanimation Facebook-Profile.

Fehlende Ressourcen oder zu wenig Inhalte

Die Mehrheit der Gemeinden in Nid- und Obwalden hat heute keinen Auftritt in Sozialen Medien wie Facebook. In Kerns etwa hat man bei der Erarbeitung des Informations- und Kommunikationskonzepts bewusst darauf verzichtet, so Gemeindeschreiber Roland Bösch. Das Fehlen eines Facebook-Profils sei bisher auch nicht bemängelt worden. Zudem würde sich die Frage stellen, ob Facebook überhaupt das idealste Portal der Sozialen Medien darstelle.

Ein Punkt, den auch Bendicht Oggier, Geschäftsführer der Einwohnergemeinde Engelberg, erwähnt: «Wenn man auf Social-Media-Plattformen aktiv sein will, sollte nicht nur Facebook unterhalten werden.» Instagram, Twitter und weitere müssten parallel geführt werden. Für Engelberg sehe man den Nutzen derzeit nicht. Man informiere wöchentlich mit den Gemeinde-Infos und auch per Mailing. Das bedeute nicht, dass Soziale Medien keine Option wären. Wenn die entsprechende Nachfrage da sei, könne er sich einen Auftritt durchaus vorstellen, so Oggier.

Auf eine intensivere Nutzung der digitalen Kommunikationskanäle verzichtet derzeit auch Ennetmoos. Bei der Prüfung der Möglichkeiten habe sich gezeigt, dass in erster Linie die personellen respektive finanziellen Ressourcen für die Betreuung zusätzlicher Kommunikationskanäle fehlten, ist bei der Gemeindeverwaltung zu erfahren.

Einen Facebook-Auftritt prüfen will auch Emmetten, wie die Gemeindekanzlei auf Anfrage mitteilt. Im vergangenen Jahr sei zunächst das Design der Website der Gemeinde überarbeitet worden, und kürzlich sei die Ansicht der Homepage für Smartphones und Tablets erneuert und ausgebaut worden.

Lungern will Grundlagen erarbeiten

Mittel- bis langfristig werde sich laut Auskunft von Gemeindeschreiber Adrian Truttmann auch Lungern in Facebook bewegen. Zuvor wolle der Einwohnergemeinderat jedoch gezielte Rahmenbedingungen erarbeiten und die Zuständigkeiten reglen. Vorher mache es keinen Sinn, eine Aufschaltung vorzunehmen.

Ebenfalls kein Facebook-Konto betreibt Sarnen. Aus Kreisen von Jugendlichen sei zu erfahren, dass Facebook unter ihnen nicht mehr so gefragt sei, heisst es aus dem Gemeindehaus. Sie kommunizierten eher über andere Profile. Die Diskussionen liefen in Richtung Gemeinde-App. Der genaue Zeitpunkt für die Umsetzung sei noch nicht bekannt.

Braucht aktuelle Inhalte

In Giswil wird das Bedürfnis als noch nicht sehr gross beurteilt. Intern sei Facebook zwar schon diskutiert worden, von aussen sei das Thema jedoch noch nie angestossen worden, hält Gemeindeschreiber Marco Rohrer fest. Derzeit setzt die Gemeinde auf die bereits vorhandenen Informationskanäle. Nachteile sieht Rohrer vor allem bei den personellen Ressourcen, die zum Einsatz kommen müssten. Weiter mache ein Konto nur Sinn, wenn die Inhalte aktuell gehalten seien. «Ob eine kleine Gemeinde wie Giswil überhaupt so viele interessante Informationen zu verbreiten hat, dass in einer nützlichen Regelmässigkeit etwas veröffentlicht werden kann, ist schwierig zu sagen. Ich würde es eher verneinen», hält Rohrer fest.

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