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NID-/OBWALDEN: Dringend gesucht: Verkehrsingenieure

Ob Kreisel, Brücken oder Strassen: Verkehrsingenieure sind für eine Kantonsverwaltung unentbehrlich. Doch sie fehlen. Die Situation spitzt sich zu. Es gibt allerdings einen Hoffnungsschimmer – zumindest in Obwalden.
Matthias Piazza
Die Achereggbrücke während der Sanierung. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 23. Februar 2016))

Die Achereggbrücke während der Sanierung. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 23. Februar 2016))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Bürgenstockstrasse, die Achereggbrücke, die Kehrsiten­strasse oder der Kreisel in Dallenwil: Dies sind nur einige ­Beispiele von grossen Bauprojekten im Kanton Nidwalden, die geplant oder abgeschlossen sind. Projektiert wurden sie vom kantonseigenen Verkehrsingenieur beziehungsweise mit externer Unterstützung. Die Pendenzenliste bleibt lang: Umfahrung Stans West, die Knoten Fadenbrücke und Büren oder weitere vom Bund mitfinanzierte ­Projekte aus dem Agglomerationsprogramm Nidwalden.

Das Problem: Die Stelle eines Verkehrsingenieurs ist vakant, da der vorherige Stelleninhaber in die Privatwirtschaft gewechselt hat. «Wir suchen seit Januar einen Projektleiter, der sich auskennt im Projektieren von Strassenbauwerken», sagt Stephanie von Samson, Leiterin Amt für Mobilität Nidwalden. Bis jetzt habe sich der geeignete Kandidat leider noch nicht finden lassen, obwohl man intensiv gesucht habe.

«Viele haben dasselbe Problem»

Damit stehe Nidwalden nicht allein da. «Ich tausche mich auch mit Amtskollegen aus anderen Kantonen aus. Viele haben dasselbe Problem.» Ihrer Einschätzung nach werden einfach zu wenige Ingenieure ausgebildet, die die Fachrichtung Verkehrsingenieur ergreifen – sei es bei der Hochschule Luzern oder bei der ETH in Zürich. Dass ein kleiner Kanton wie Nidwalden als weniger attraktiv gelte, glaube sie nicht. «Eher ist das Problem – je nach Lebenssituation –, dass beispielsweise jemand aus Zürich verständlicherweise nicht bereit ist, nach Stans zu pendeln oder umzuziehen.» Doch die Kleinheit des Kantons Nidwalden beinhalte viele Vorteile. «Als Verkehrsingenieur in einem kleinen Kanton betreut man ein breites Aufgabenspektrum, profitiert von einer schlanken Verwaltung und kurzen Dienstwegen.» Sie schliesst aus, dass die ­Ingenieure die Privatwirtschaft der öffentlichen Hand vorziehen, zumal der Staat einige Vorzüge biete, sei es in Sachen Weiterbildung oder was die Vielfalt der Aufgaben betreffe.

Eine Änderung in der Organisation beziehungsweise eine in­terne Aufgabenumverteilung im Amt für Mobilität habe man angeschaut, aber verworfen. Auch das Herunterschrauben des Anforderungsprofils komme für sie nicht in Frage.

Damit der Kanton seine Aufgaben dennoch wahrnehmen kann, vergibt er gewisse Aufträge an Ingenieurbüros. «Dies ist aber eine teure und aufwendige Lösung. Denn der Kanton muss ja die Projekte trotzdem überwachen», so von Samson. Mit Obwalden arbeite man schon gut zusammen, tausche sich auch aus. Aber eine gemeinsame Stelle erachte sie eher als schwierig, zumal sie Bedarf nach einer Kraft habe, die in einem 100-Prozent-Pensum für den Kanton Nidwalden arbeiten könne. Eine engere Zusammenarbeit müsste auf dem politischen Weg geklärt werden.

Im Kanton Obwalden fehlen seit Mai 2017 gleich 200 von 380 Stellenprozenten im Bereich Strassenbau. «Der Markt im Bauingenieurwesen ist seit Jahren ausgetrocknet», erklärt sich Jörg Stauber, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes Obwalden, die beiden Vakanzen. Als kleiner und bevölkerungsschwacher Kanton habe man zudem das Handicap, dass man oft auf Fachkräfte von ausserhalb angewiesen sei. «Doch Auswärtige sind vielleicht nicht bereit, nach Obwalden zu ziehen oder lange Pendlerdistanzen auf sich zu nehmen. Und wenn sie auswärts wohnen, ist die Gefahr gross, dass sie wieder abspringen.»

Hoffnung dank Grossprojekt

Die Situation spitze sich langsam zu, «wir können keine neuen Projekte mehr anfangen, und die Verwaltungsarbeit kann nur reduziert erfüllt werden», so Jörg Stauber. Trotzdem sei er guten Mutes, dass die zwei vakanten Stellen in naher Zukunft wieder besetzt werden können. Zuversichtlich stimmt ihn vor allem das Projekt des Nationalstrassenabschnittes zwischen Lungern Nord und Giswil Süd mit vielen für einen Bauingenieur und Projektleiter interessanten Bauwerken und verkehrstechnischen Herausforderungen. «Das spannende Grossprojekt dürfte den einen oder anderen Ingenieur anlocken.»

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