NID-/OBWALDEN: Eierstechen soll schon bald beginnen

Die Brutzeit läuft, die Kantone wollen mit der Bestandes­regulierung der Schwäne anfangen. Die Verfügung wird nächste Woche publiziert.

Drucken
Teilen
Die Schwäne sind am Brüten, bestandregulierende Massnahmen müssten also bald erfolgen. (Bild Vreny Schwegler)

Die Schwäne sind am Brüten, bestandregulierende Massnahmen müssten also bald erfolgen. (Bild Vreny Schwegler)

Weil die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen genügend dokumentiert seien, hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) den Kantonen Nidwalden und Obwalden grünes Licht erteilt, dass die Population der Schwäne über Eingriffe an der Brut dezimiert werden dürfe (siehe Ausgabe vom 11. April). Will man damit noch dieses Jahr beginnen, drängt die Zeit, denn die Schwäne sind bereits am Brüten.

Nächsten Mittwoch wird die Nidwaldner Regierung deshalb eine entsprechende Verfügung im Amtsblatt publizieren. «Das eidgenössische Natur- und Heimatschutzgesetz verlangt, dass Bundesentscheide vom ausführenden Kanton öffentlich verfügt werden», sagt Justizdirektorin Karin Kayser.

Auch der Kanton Obwalden wird die Verfügung am kommenden Mittwoch publizieren. «Im Entscheid des Bundes waren dazu keine genauen Vorgaben», sagt Peter Lienert, Leiter des kantonalen Amts für Wald und Landschaft. «Aufgrund der Abklärungen von Nidwalden publizieren aber auch wir den Entscheid zur gleichen Zeit.»

20 Tage Einsprachefrist

Danach könnten während 20 Tagen alle Gegner des Eingriffs in die Schwanenbestände eine begründete Einsprache bei den Regierungen einreichen. Wie Peter Lienert ist auch Karin Kayser zwar der Meinung, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter den Massnahmen steht. «Dass wir den Bestand angesichts der Schäden regulieren müssen, ist für die meisten Leute nachvollziehbar.»

Es sei aber schwierig, zu beurteilen, ob nun nicht doch Einsprachen eingehen würden, so Kayser weiter. Doch weil allfällige Einsprachen dann auch bearbeitet werden müssten, verstreiche für die Kantone wertvolle Zeit.

Die Zeit drängt

«Weil die Brutzeit bei den Schwänen bereits läuft, sollten wir so bald wie möglich beginnen können, wenn wir dieses Jahr noch eingreifen wollen», sagt Peter Lienert. Auch Karin Kayser bestätigt, dass man die Verfügung so schnell publiziere, weil das Verfahren mit der Einsprachefrist seine Zeit brauche. «Und falls dann Einsprachen eingehen würden, könnte das bedeuten, dass wir dieses Jahr nicht mehr in die Schwanenbestände eingreifen könnten und bis nächstes Jahr warten müssten», sagt die Nidwaldner Justizdirektorin.

Philipp Unterschütz