NID-/OBWALDEN: Komitee prophezeit Staus

Das Ob- und Nidwaldner Komitee «Nein zur 2. Gotthardröhre» ist überzeugt: Dieses Bauwerk brächte mehr Verkehr und Staus in die Region.

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Guido Cotter, Beat Ettlin und Daniel Daucourt (von links) zeigen symbolisch den Stau, den sie nach dem Bau der zweiten Gotthardröhre befürchten. (Bild Corinne Glanzmann)

Guido Cotter, Beat Ettlin und Daniel Daucourt (von links) zeigen symbolisch den Stau, den sie nach dem Bau der zweiten Gotthardröhre befürchten. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart

Nicht ohne Grund lud das Nein-Komitee zu einer Freiluft-Medienkonferenz auf eine Brücke über die Autobahn A2 in Stans ein. «Wir befürchten, dass mit der Eröffnung der Röhre der Gotthardstau zu uns kommt», sagte Komitee-Präsident Daniel Daucourt gestern. «Wird die Infrastruktur ausgebaut, verschieben sich die Verkehrsprobleme. «Nach dem Gotthard kommen der Lopper und Luzern.» Um das zu veranschaulichen, haben die Komitee-Mitglieder gestern einen Stau aus Modellautos mitgebracht, den sie im Anschluss an die Medienorientierung im Regierungsgebäude einem Vertreter des Kantons übergaben.

Daucourt, der auch Co-Präsident der VCS-Sektion Ob- und Nidwalden ist, wies gestern daraufhin, dass die A 2 auch als Umfahrungsstrasse von Stans diene. «Wenn es vermehrt Stau gibt, werden wir die Konsequenzen im ganzen Talboden von Nidwalden spüren», sagt er. Beat Ettlin, Präsident der SP Nidwalden, führte das Argument ins Feld, dass mit einer zweiten Strassenröhre am Gotthard das Verlagerungsziel für den Schwerverkehr von der Strasse auf die Schiene unterlaufen wird. «Und das kann es wohl nicht sein.»

Es gibt eine günstigere Variante

Guido Cotter, Co-Präsident der SP Obwalden, brachte die Finanzen ins Spiel. «Es ist ja auch unser Steuergeld, das für dieses Projekt verwendet würde.» Darum müsse es auch im Interesse der Ob- und Nidwaldner sein, dass die günstigere Sanierungsvariante mit einem Verlad von Autos und Lastwagen auf der Schiene zum Zuge komme.

Hanspeter Rohrer, Geschäftsführer von Pro Natura Unterwalden, konnte sich nicht vorstellen, dass es beim – zum heutigen Zeitpunkt angedachten – einspurigen Betrieb der beiden Röhren bleibt. «Es besteht die Gefahr, dass man mehr Verkehr generiert. Mehr Verkehr bedeutet auch mehr Umweltschäden, mehr Raum, der für den Strassenverkehr gebraucht wird.»

Darüber hinaus sei beispielsweise bei der A 2 in Nidwalden der Wildwechsel zwischen den beiden Talseiten nach wie vor nicht gelöst. «Das Geld wäre vielleicht vorhanden, doch es wird nicht zu diesem Zweck eingesetzt», so Rohrer. Diese Probleme schiebe man vor sich her, doch für das Auto würden wieder neue Kapazitäten geschaffen.

Das Komitee will nach dem gestrigen Start der Kampagne unter anderem mit Verteilaktionen und Zeitungsinseraten auf sich aufmerksam machen. «Wir arbeiten auch mit anderen Komitees in der Zentralschweiz zusammen», sagte Daniel Daucourt. Auch die Organisation einer Podiumsveranstaltung sei in Arbeit.