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NID-/OBWALDEN: Maturandin holt einen Umweltpreis ab

Anna Lena Klein gewinnt mit ihrer Maturaarbeit über Biokunststoff den Umweltpreis des WWF. Ein zweiter Preis geht an eine Seeforellen-Gruppe.
Richard Greuter
Präsident Josef Blättler mit den Preisträgern Anna Lena Klein und Patrik Mürner. (Bild: Richard Greuter (Sarnen, 20. April 2017))

Präsident Josef Blättler mit den Preisträgern Anna Lena Klein und Patrik Mürner. (Bild: Richard Greuter (Sarnen, 20. April 2017))

Richard Greuter

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Die Freude war der 18-jährigen Engelbergerin ins Gesicht geschrieben. Aus neun eingereichten Beiträgen wählte eine fünfköpfige Jury die Maturaarbeit «Algenbasierter Biokunststoff» zum diesjährigen Gewinner des Umweltpreises vom WWF Unterwalden (UW). «Sie packt nicht nur ein Problem an, sondern sucht auch nach Lösungsansätzen», begründete WWF-Präsident Josef Blättler den Juryentscheid.

«Es ist für mich eine grosse Ehre, dass man dieses Umweltproblem durch mich wahrnimmt», erklärte die Preisgewinnerin kurz nach der Bekanntgabe im Restaurant Peterhof in Sarnen. Als begeisterte Surferin erhielt sie einen Einblick in die gewaltige Umweltverschmutzung, welcher die Meere ausgesetzt sind. Laut ihrer Recherche benötigen Plastikflaschen 450 Jahre, bis sie abgebaut sind. «Ich habe schon viele solche Verschmutzungen gesehen», berichtete die 18-jährige Maturandin und nannte Gebiete wie Frankreich und Mallorca. Dies habe sie dazu bewogen, die Herstellung von Biokunststoff und den natürlichen Abbau in ihrer Maturaarbeit zu thematisieren.

Biofolien aus dem Kochtopf

In einer ersten Testphase versuchte die findige Tüftlerin zu Hause im Kochtopf mittels Maisstärke, Glycerin und destilliertem Wasser, Biofolien herzustellen. Später verwendete sie Algen als Rohstoff. In einer zweiten Versuchsreihe prüfte sie die natürliche Abbaufähigkeit. Dazu vergrub sie ihre Folien während 12 Wochen im Waldboden und setzte sie die gleiche Zeit im Meer aus. Dadurch stellte sie fest, dass sich die Folien im Waldboden und noch schneller im Meer natürlich abbauten. Die für die Herstellung von Biokunststoff be­nötigten Algen sind weder mit Pestiziden noch mit Dünger behandelt. Dadurch gelangen keine schädlichen Stoffe in die Umwelt, schreibt Klein in ihrer Maturaarbeit. Wie lange es dauert, bis der teurere Biokunststoff den herkömmlichen Kunststoff ablöst, weiss Anna Lena Klein nicht. Derzeit macht der Biokunststoff gerade mal 1 Prozent aus. «Ich wäre gerne zuversichtlich, bin aber realistisch», meinte die Maturandin des Kollegi Stans.

Hilfe für die Seeforelle

Einen Anerkennungspreis erhielt die Aktionsgruppe Seeforelle aus Luzern. «Die Seeforelle ist in vielen Seen ein Leitfisch», erklärte der 47-jährige Patrik Mürner, der den Preis entgegennahm. Die Seeforelle sei sehr sensibel auf die Gewässerverschmutzung. Jeweils im Herbst steige die See­forelle vom Sarnersee in den Blowelbach bei Giswil, um dort abzulaichen, betonte Mürner. Da viele Flussufer verbaut sind, mangelt es an Nachwuchs. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Ämtern gelang es, mehrere Lastwagen Kies in den Blouwelbach einzubringen und so für neue Laichplätze zu sorgen. «Diese Laichplätze wurden von den Seeforellen dankbar angenommen», freute sich Patrik Mürner. Doch für den begeisterten Fischer geht die Arbeit noch nicht aus: «Wenn wir der Seeforelle nicht mehr helfen müssen, nehmen wir den Lachs in Angriff.»

Ein Dutzend Wanderideen

Zum 30-Jahr-Jubiläum hat der WWF Unterwalden eine Wanderbroschüre zusammengestellt. Insgesamt zwölf Familienwanderungen von 1 bis 3,5 Stunden führen zu wunderschönen Naturjuwelen in Ob- und Nidwalden. Dazu gehören etwa der Mittelpunkt der Schweiz, der höchste Wasserfall Obwaldens, Spuren von Dinosaurierern oder der grösste Ahornbaum in Nidwalden. An der Hauptversammlung kam zum Ausdruck, dass der WWF zukünftig Anstrengungen unternehmen will, um sein Image in der Öffentlichkeit zu verbessern. Es wurde der Wunsch geäussert, dass man bei Projekten früher miteinbezogen werde. «Wir sind nicht Verhinderer, sondern Förderer von Natur, Umwelt und Landschaft», so das Fazit von Präsident Josef Blättler in seinem Jahresbericht. Der Sitz der demissionierenden Irene Odermatt im Vorstand bleibt vorerst vakant.

Die Wanderbroschüre ist bei der Geschäftsstelle WWF Zentralschweiz in Luzern, Telefon 041 417 07 23, erhältlich.

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