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NID-/OBWALDEN: Medienkonsum der Jungen steigt

Alkohol und Nikotin sind kaum noch Thema bei Jugendlichen, dafür steigt der Medienkonsum. Sucht Schweiz präsentierte eine Gesundheitsstudie.
Marion Wannemacher
Projektleiterin Marina Delgrande, Referentin Yvonne Eichenberger und Patrick Csomor, Leiter Gesundheitsamt (von links). Bild: Marion Wannemacher

Projektleiterin Marina Delgrande, Referentin Yvonne Eichenberger und Patrick Csomor, Leiter Gesundheitsamt (von links). Bild: Marion Wannemacher

Rund vier Stunden pro Schultag nutzen Schüler aus Ob-, Nidwalden und Uri Bildschirmmedien wie Handys, Computer, Tablets oder Fernsehen. An Wochenenden sind es sogar 6,5 Stunden. Das ergab eine Befragung unter 1300 Schülern der 5. bis 9. Klasse in den drei Kantonen zu ihrem Gesundheitsverhalten im Rahmen der internationalen Studie «Health Behaviour in Schoolaged Children»(HBSC).

Yvonne Eichenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Sucht Schweiz, stellte sie am Montagabend rund 40 Ärzten, Vertretern von Behörden und Organisationen, Schulleitern und Lehrern aus Obwalden vor. Erstmals liegen nun repräsentative Daten zum Gesundheitsverhalten 11- bis 15-Jähriger aus Ob- und Nidwalden sowie Uri vor.

«Das Wissen um das Gesundheitsverhalten von Jugendlichen ist wichtig», betonte Maya Büchi-Kayser, Vorsteherin des Finanzdepartements, «denn nur so können wir zielgerichtet arbeiten.» Yvonne Eichenberger präsentierte die gute Nachricht aus der Studie: «Ein sehr hoher Anteil der befragten Kinder und Jugendlichen bezeichnet den eigenen Gesundheitszustand als gut bis ausgezeichnet.» Interessant auch die geschlechterspezifischen Ergebnisse der Studie: Mädchen essen mehr Früchte und Gemüse als Buben. Über drei Viertel der Buben und zwei Drittel der befragten Mädchen geben an, zwei bis drei Mal pro Woche ausserhalb der Schule Sport zu treiben.

Weniger Alkohol und Zigaretten

Regelmässiges Rauchen ist bei den 11- bis 15-Jährigen wenig verbreitet. 14 Prozent der 15-jährigen Buben gaben an, einmal pro Woche zu rauchen, bei den Mädchen sind es nur rund 5 Prozent. Mindestens einmal pro Woche trinken etwas mehr als 5 Prozent der 13- bis 15-jährigen Buben und der 15-jährigen Mädchen Alkohol. Rund 18 Prozent der 15-jährigen Buben und 20 Prozent der 15-jährigen Mädchen betranken sich zweimal in einem Monat. Die Trendkurve von Alkohol und Zigaretten knickt deutlich seit 2002 nach unten, wie die ausführliche Studie zeigt.

Ähnliche Beobachtungen hat Leo Spichtig, Gemeindearzt von Alpnach, gemacht. Seit mehr als 15 Jahren werden dort Schulabgänger zu Gesundheit, Sucht, körperlichem und sozialem Verhalten befragt. «Erfreulicherweise haben Alkoholkonsum, Kiffen und Zigarettenrauchen abgenommen, jedoch wurden psychische Probleme wie Depressionen, Suizidgedanken, Angst vor der Zukunft, Müdigkeit häufiger geäussert», gab er zu bedenken.

In den Fokus der anschliessenden Workshops rückte das Thema Medien. «Vier Stunden am Tag an Bildschirmgeräten, das ist lang», drückte die Sachsler Schulrätin Ruth Gasser-Spichtig aus, was alle am Tisch denken. «Das Handy ist ein Gesellschaftsproblem, das wir nicht mehr im Griff haben», war man sich in der Runde einig. Martin Sigg, Arzt in Sachseln, brachte es auf den Punkt: «Viele Erwachsene können noch nicht damit umgehen.»

«Wo wäre denn Handlungsbedarf?», fragte Peter Lütolf, Leiter des Amtes für Volks- und Mittelschulen, als Moderator seines Workshops. «Die Eltern sind hilflos und müssen gestärkt werden, Grenzen zu setzen», fanden die Teilnehmer. Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen, den Schwerpunkt auf Prävention setzen, die Medienkompetenz erhöhen, wurde in der Präsentation der Workshop-Ergebnisse vorgeschlagen.

Regierungsrätin Maya Büchi-Kayser versprach, die Ergebnisse in die Planung künftiger Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung und -prävention einfliessen zu lassen.

Marion Wannemacher

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