NID-/OBWALDEN: Obwaldner Schachnachwuchs verblüfft

Da staunten selbst bestandene Schachkoryphäen. Bester Blitz-Schachspieler 2016 ist der zehnjährige Elija Spichtig aus Sachseln.

Kurt Liembdredaktion@nidwaldnerzeitung.ch
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Elija Spichtig (links) im Duell mit dem Zweitplatzierten Boris Glanzmann (51) aus Kehrsiten. (Bild: Kurt Liembd (Sarnen, 20. Dezember 2016))

Elija Spichtig (links) im Duell mit dem Zweitplatzierten Boris Glanzmann (51) aus Kehrsiten. (Bild: Kurt Liembd (Sarnen, 20. Dezember 2016))

Kurt Liembd

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«Normales» Schach kennen viele, Blitzschach eher weniger. Es ist eine Form des Schachspiels, bei welcher jedem Spieler für die gesamte Partie nur fünf Minuten Bedenkzeit zur Verfügung stehen. Statt dass eine Partie oft mehrere Stunden dauert, kann im Blitzschach das gesamte Turnier an einem einzigen Abend durchgeführt werden. So geschehen am Dienstag, wo sich die besten Blitzspieler aus Ob- und Nidwalden im «Obwaldnerhof» in Sarnen trafen. Das Altersspektrum der 13 Teilnehmer war riesig, die Differenz zwischen dem jüngsten und dem ältesten Spieler betrug 84 Jahre. Jüngster Spieler war Elija Spichtig (10), der älteste Kobo Rickenbach aus Hergiswil (94).

Er möchte gerne Banker werden

Zur Überraschung aller gewann Elija Spichtig gleich 6 der 7 Partien. Einzig gegen den langjährigen Routinier Urs Vlach konnte er nicht punkten. Für Insider war sein Sieg nicht ganz überraschend, wurde er doch an der kürzlichen Innerschweizer Schülermeisterschaft Zweiter in der Kategorie U 10. Elija Spichtig ist erst 10 Jahre alt, spielt aber schon seit sechs Jahren Schach. Er besucht die 4. Primarklasse in Sachseln. Sein Lieblingsfach sei Mathematik, was kaum erstaunt. Auf die Frage nach seinem Berufswunsch sagt Elija selbstbewusst: «Ich möchte Banker werden.» Zu seinen Hobbys zähle aber nicht nur Schach, sondern auch Fussball, Joggen und Jassen, erklärt der Turniersieger. Eine Sonderleistung zeigte auch sein Bruder Noé Spichtig (12). Er gewann zwar nur drei der sieben Partien, allerdings gegen Gegner, die vom Alter her seine Grossväter oder gar Urgrossväter sein könnten. Damit erreichte der Zwölfjährige den hervorragenden 8. Rang. Ebenfalls drei Punkte gewann Altmeister Kobo Rickenbach (94). «Im normalen Schach» wäre der Senior aber weit erfolgreicher gewesen. «Das schnelle Tempo beim Blitzschach hat mich wahnsinnig gefordert», so der 94-Jährige. Organisiert wurde die Blitzmeisterschaft von den Brüdern Philipp und André Spichtig vom Schachclub Sarnen. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm, denn Philipp Spichtig ist auch der Vater der beiden Junioren Elija und Noé Spichtig.

Aus der Rangliste:

1. Elija Spichtig, Sachseln. 2. Boris Glanzmann, Kehrsiten. 3. Kurt Liembd, Hergiswil. 4. Philipp Spichtig, Sachseln. 5. Werner Risi, Wilen.