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NID-/OBWALDEN: Pilzkurs war rasch ausgebucht

Der Pilzkurs für Anfänger und Fortgeschrittene im Kollegi Stans ist restlos ausgebucht. Nur die Schwämme in Wäldern machen sich zurzeit rar.
Romano Cuonz
Der frühere Nidwaldner Kantonsschullehrer Hugo Limacher (links) warnt die Kursteilnehmer vor dem tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz. Und trotz seiner Schönheit ist auch der Fliegenpilz (Bild links) giftig. (Bilder Romano Cuonz)

Der frühere Nidwaldner Kantonsschullehrer Hugo Limacher (links) warnt die Kursteilnehmer vor dem tödlich giftigen Grünen Knollenblätterpilz. Und trotz seiner Schönheit ist auch der Fliegenpilz (Bild links) giftig. (Bilder Romano Cuonz)

Romano Cuonz

«Heute werden wir uns mit der grossen Giftigkeit einiger Pilze befassen und auch erfahren, wie ihr Gift wirkt und was man in Notfällen tun müsste», sagt Hugo Limacher zu 16 höchst aufmerksamen Kursteilnehmern im Naturkundesaal des Kollegiums Stans. Während er spricht, zeigt er seinen Zuhörern einen recht hübschen Pilz mit olivgrünem Hut und weissem Stiel. «Eine Amanita phalloidis, zu Deutsch der Grüne Knollenblätterpilz», verkündet der Fachmann. «Gefunden heute, im Kernwald!» Limacher, der frühere Physiklehrer des Stanser Kollegis, ist seit 40 Jahren Mitglied der Mykologischen Gesellschaft Luzern und der wissenschaftlichen Kommission des Pilzvereins Luzern. Immer wieder bietet der Experte auch Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Ein Bedürfnis, wie er betont: «Das Interesse an unseren Pilzen ist so gross, dass die Naturforschende Gesellschaft Ob- und Nidwalden, die Nagon, rund die Hälfte aller Interessenten auf nächstes Jahr vertrösten musste.»

Fünf Kursabende und fünf Themen

Der Kurs zieht sich über einen ganzen Monat hin. Dies mit vier Theorieabenden und mit einer praktischen Exkursion in den Kernwald. Terminiert ist der Kurs von Mitte August bis Mitte September. Just in jener Zeit eben, in der gemäss Pilzbüchern die Schwämme aus dem Boden schiessen müssten. «Heuer war allerdings alles anders», stellt Hugo Limacher fest. «Die Pilze wuchsen schon Anfang Juli, im Moment aber machen sie sich wegen des trockenen, warmen Wetters äusserst rar.» Allerdings hofft er sehr, dass nach derzeit angesagtem Regen bis zur Exkursion vom 24. September nochmals eine Pilzgeneration nachwächst.

Nachdem die Kursteilnehmer am ersten Abend mit einfach bestimmbaren, teils delikaten Täublingen, Milchlingen und Röhrlingen Bekanntschaft gemacht hatten, lernten sie am zweiten Abend, was es mit Sporenfarben oder mit dem Velum – einer dünnen Hülle der Hutpilze – auf sich hat. Heute nun geht es unter anderem um Pilzgifte! Vor allem Knollenblätterpilze müsse man genau kennen, bevor man Pilze sammle, mahnt Limacher. Beim Verzehr von Knollenblätterpilzen gelangen nämlich Amoxine in die Blutbahn. Ihre Wirkung ist – wenn auch mit Verzögerung – hochgiftig. Wegen deren Angriff auf die Leber endet die Sache oft tödlich. Auch Pantherpilze, Risspilze, ja gar die märchenhaft schön getupften Fliegenpilze lernen die Kursteilnehmer als Giftpilze kennen. Und sie erfahren, wo man bei ersten Anzeichen einer Vergiftung Auskunft erhält: Die Notfallnummer des Toxikologischen Zentrums in Zürich lautet 044 635 56 77. «Sammelverbote an den ersten sieben Tagen des Monats, wie man sie derzeit bei uns kennt, bringen aus wissenschaftlicher Sicht einen geringen Nutzen», stellt Hugo Limacher fest. Damit könne man den Pilztourismus höchstens kurzzeitig eindämmen. Die Beschränkung auf 2 Kilo pro Person hingegen sorge dafür, dass möglichst viele Leute von den Delikatessen des Waldes profitieren könnten.

«Dringend wäre für mich die Wiedereinführung der Pilzkontrolle», betont Hugo Limacher. Die 7000 Franken Kosten pro Jahr seien ja ein lächerlicher Betrag im Vergleich zu Geldern, wie sie für Waldstrassen oder Bachverbauungen ausgegeben würden. Mit einer Pilzkontrolle würden auch die Pilzvergiftungen, die jährlich hohe Kosten verursachten, wieder zurückgehen.

Pilze zu kennen, ist faszinierend

Kursteilnehmerin Ida Laubacher aus Wilen sagt: «Nach meiner Pensionierung habe ich Zeit, mich mit Pilzen zu beschäftigen. Wenn man beim Spazieren Pilze sucht, konzentriert man sich auf den Waldboden, das ist etwas Faszinierendes!» Und Peter Kaiser aus Stans meint: «Wenn ich bisher beim Wandern Pilze antraf, habe ich mich immer gefragt, ob die essbar sind oder nicht.» Jetzt werde er sie mit Buch und gelernten Methoden bestimmen können.

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