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NID-/OBWALDEN: Security-Leute auch an Festtagen gefragt

Die BM Security ist in der Region eine der ersten Firmen auf ihrem Gebiet gewesen. Nun ist sie 20-jährig. Die Auftragslage ist gut – auch am Jahresende.
Oliver Mattmann
Ein Mitarbeiter der BM Security aus Stans bei einem Einsatz an einem Anlass. (Bild: PD)

Ein Mitarbeiter der BM Security aus Stans bei einem Einsatz an einem Anlass. (Bild: PD)

Oliver Mattmann

Über die Festtage kehren Ruhe und Besinnlichkeit ein. Das gilt nur bedingt für den privaten Sicherheitsdienst BM Security, der kürzlich seinen Sitz von Alpnach nach Stans verlegt und eine Zweigniederlassung in Engelberg eröffnet hat. «Es ist einiges los über Weihnachten und Silvester, entsprechend sind unsere Dienste gefragt», sagt Geschäftsführer Urs Fluri. Am Skispringen und im Wintersportort Engelberg generell oder etwa an der Silvesterparty auf Klewenalp. «Uns geht die Arbeit praktisch das ganze Jahr nicht aus.»

Markt und Konkurrenz wachsen

Das war nicht immer so. Urs Fluri erinnert sich an seine Anfänge, als er 1997 bei BM Security, die heuer ihr 20-Jahr-Jubiläum feiert, als Angestellter einstieg. Zu dieser Zeit zählten sie rund 15 Mitarbeiter, inzwischen sind es fast doppelt so viele. «Damals waren private Sicherheitsdienste erst am Aufkommen», erzählt Urs Fluri. Mittlerweile habe sich der Markt merklich vergrössert. Gegen 20 Firmen würden um die Aufträge in Nidwalden buhlen, schätzt er, nur die wenigsten hätten ihren Sitz auch hier. «Tendenziell wird der Markt noch zunehmen, auch weil die Auflagen für Veranstalter immer grösser werden und es vermehrt Privatkunden gibt, die in der heutigen Zeit von Vandalismus und Kriminalität ein Objekt schützen lassen wollen.»

Urs Fluri behauptet nicht, dass Jugendliche oder junge Erwachsene nicht schon früher Unfug getrieben haben. Doch haben die Verursacher ihr Zeug damals oft selber wieder zusammengeräumt. «Heute werden Sachen willentlich und aus Langeweile kaputt gemacht. Auch das Phänomen, dass junge Partygänger bereits stark alkoholisiert an ein Fest kommen und so schneller ausfällig werden, stellt die Veranstalter vor zunehmende Probleme.»

Am Computer und an der Front

Am Grundauftrag selber hat sich für die privaten Sicherheitsfirmen über all die Jahre kaum etwas geändert. Doch auch an ihnen geht die gesellschaftliche Entwicklung nicht spurlos vorbei. «Wir müssen uns einiges mehr anhören als noch vor zehn Jahren. Der Respekt hat deutlich nachgelassen.» Urs Fluri spricht aus eigener Erfahrung, leistet er doch nebst der Auftragskoordination nach wie vor Einsätze an der Front. «Das ist es, was unseren Job ausmacht», sagt er zu seiner Doppelfunktion.

Dass er mit seinen 37 Jahren eher zum alten Eisen gehört in der Branche, stört ihn nicht. Im Gegenteil. Das Durchschnittsalter seiner Mitarbeiter liege zwischen 25 und 30 Jahren. «Das macht Sinn. Viele von ihnen kennen die Festbesucher. Bei einem drohenden Streit wirken ihre schlichtenden Worte oft mehr als bei einer fremden Person.»

20 Kursstunden sind branchenüblich

Urs Fluri ist gross und von stattlicher Postur. Der Stanser passt perfekt ins klassische Bild, das die Leute von Security-Mitarbeitern haben. Dies sei aber nicht Voraussetzung, relativiert er gleich selber. «Hat jemand Interesse, ist es wichtig, dass er in guter körperlicher und geistiger Verfassung ist, einen sauberen Leumund aufweist, flexibel ist und ein gewisses Mass an Sozialkompetenz mitbringt.» Alles andere würde in den 20 Schulungsstunden, die unter anderem Rollenspiele umfassen, beigebracht. «Gerade bei den Rollenspielen ist schnell einmal erkennbar, ob eine Person sich für diesen Job eignet», so Urs Fluri.

Er habe zum Beispiel einige Studenten angestellt, die sich so ihr Studium finanzieren. Reich damit werden aber auch sie nicht. Die meisten von Fluris Mitarbeiter gehen einem 100-Prozent-Job nach, um abends oder am Wochenende bei Einsätzen mit BM Security ihre Zusatzbrötchen zu verdienen. Auch für den Geschäftsführer selber ist es ein Nebenverdienst, vier Tage die Woche steht er als Schreiner seinen Mann.

Zu zweit wegen Zeugenaussagen

Vielfach herrscht die Meinung vor, dass private Sicherheitsleute im Dienst ähnlich viele Rechte ausüben können wie Polizisten. Dem ist nicht so. «Wir haben gleich viele Rechte wie jede andere Person in der Schweiz», umschreibt Urs Fluri. Konkret: Seine Mitarbeiter dürfen jemandem in angemessener Weise zur Hilfe gehen respektive sich verhältnismässig wehren, wenn sie tätlich angegriffen werden. Für alles weitere wird die Polizei auf Platz gerufen. Wenn solche Scharmützel Anzeigen zur Folge haben, werden nicht selten auch Security-Leute als Zeugen vorgeladen. In einigen Fällen gar, um sich selber zu verteidigen. «Das ist mit ein Grund, weshalb wir in der Regel mindestens zu zweit unterwegs sind. Wenn es zu einer Aussage kommt, hat man einen Zeugen dafür», erklärt Urs Fluri. In bisher zwei Fällen hätten sie vor Gericht müssen, beide Male haben sie die Verhandlung als Sieger verlassen.

Für Status Quo Wache geschoben

Vor wilden Prügeleien, wie man sie aus Städten oder anderen Ländern kennt, sind er und seine Mitarbeiter bisher verschont geblieben. Entsprechend sind es positive Highlights, die Urs Fluri besonders in Erinnerung bleiben. Etwa, als er bei einer Autogrammstunde für den Schutz der Miss Schweiz sorgen durfte oder als er bei einem privaten Anlass auf Tuchfühlung mit der berühmten Band Status Quo gehen konnte.

Apropos Status quo. Diesen Zustand kennt BM Security selber nur selten. Nach den Festtagen ist bereits vor der Fasnacht. Hier braucht es eine speziell vorausschauende Planung. «Beim Guuggenüberfall in Stans herrscht nicht nur für Fasnächtler, sondern auch für uns Ausnahmezustand», so Urs Fluri. Die Hälfte der Mitarbeiter wird im Einsatz stehen. So viele wie sonst nie. Doch wie pflegt Urs Fluri zu sagen? «Das ist es, was unseren Job ausmacht.»

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