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NID-/OBWALDEN: SVP lässt Wahlhilfe der Handelskammer links liegen

Die Industrie- und Handelskammer Zentralschweizer zeigt auf, welche Kandidaten ihr bei den Wahlen vom 4. März am nächsten stehen. Die Spitzenplätze erstaunen. Doch auch Kritik an der Umfrage wird laut.
Franziska Herger
Wahlurne. (Archivbild: LZ)

Wahlurne. (Archivbild: LZ)

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Welche Kandidaten sind am wirtschaftsfreundlichsten? Die Antwort liefert die Wahlhilfe der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ). Sie findet auch bei Politikern Anklang. 182 der 326 Kandidaten für die Ob- und Nidwaldner Kantons- und Regierungsratswahlen vom kommenden Sonntag haben mit den Antworten «Ja», «Eher ja», «Nein» oder «Eher nein» auf politische Fragen des Dienstes Smartvote geantwortet.

Der Vergleich mit den Antworten der IHZ ergibt das erwartete Bild: Die FDP-Kandidaten stehen der Handelskammer am nächsten (siehe Kasten). Doch auch einige Überraschungen bietet die Auswertung: Der wirtschaftsfreundlichste Parlamentskandidat beider Kantone ist nicht ein Freisinniger, sondern der Sarner CVP-Kantonsrat Hampi Lussi mit 90,5 Prozent IHZ-Übereinstimmung. «Ich freue mich schon auf die vielen FDP-Stimmen», scherzt er. Das Resultat hält Lussi für Zufall. «Zwischen der Antwort ‹Nein› und ‹Eher nein› besteht ja etwa fast kein Unterschied.» Als Geschäftsführer eines KMU unterstütze er zwar die Interessen der Wirtschaft, sei in der CVP aber trotzdem am richtigen Ort. «Wir haben einen starken Wirtschaftsflügel.»

Regierungsrätin von Resultat überrascht

Unerwartetes zeigt sich auch bei den Regierungsratskandidaten. Die wirtschaftsfreundlichste Kandidatin ist die Nidwaldner CVP-Regierungsrätin Karin Kayser mit 82,4 Prozent. Damit verweist sie FDP-Kollege Alfred Bossard mit 76,4 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt von Christoph Amstad (CVP) und Maya Büchi-Kayser (FDP) aus Obwalden mit je 75 Prozent. Sie habe selber gestaunt, sagt Karin Kayser. «Ich habe meine Antworten mit Alfred Bossard verglichen. Wir wichen alles in allem nur wenig voneinander ab.» Die Resultate seien jedoch korrekt, so Kayser. «Die vier Jahre im Regierungsrat haben mich geprägt. Bei Kindertagesstätten bin ich etwa klar der Meinung, dass staatliche Unterstützung nicht über Geld, sondern nur über die Schaffung besserer Rahmenbedingungen funktionieren kann. Das hätte ich früher noch weniger klar so beantwortet.»

Auffallend ist, dass vergleichsweise nur wenige SVP-Kandidaten die Fragen beantwortet haben. In Nidwalden sind es 24 Prozent, in Obwalden gar nur 4 Prozent der Kandidaten. Auch alle SVP-Regierungsratskandidaten verzichteten. «Wir haben in der Partei intensiv diskutiert, ob wir mitmachen sollen. Schliesslich haben wir es den Kandidaten überlassen», sagt die Obwaldner SVP-Präsidentin Monika Rüegger. Die Fragen der IHZ seien zum Teil tendenziös. Und: «Die Wirkung solcher Auswertungen wird überschätzt. Wir gehen davon aus, dass die Wähler aufgrund unserer politischen Arbeit wissen, wofür wir einstehen.» Der Nidwaldner SVP-Präsident Christoph Keller stimmt zu: «Diverse Sachverhalte tauchen in den Fragen der IHZ gar nicht auf.» Das führe zu verzerrten Resultaten – «eine Art von Lobbying unter dem Deckmantel der Transparenz.» Die SVP sei KMU-freundlich und setze sich für die einheimischen Arbeitnehmer ein, sagt Keller. «Die IHZ vertritt dagegen vor allem die Interessen von Grossfirmen.»

Kritik kommt auch von links: «Die Umfrage ist politisch gefärbt», sagt Landrat Dominic Starkl (Grüne, Stansstad), der von SP und Grünen mit 62 Prozent am wirtschaftsfreundlichsten abschneidet. «Wir hätten auch eine Umfrage machen können, die auf die Anliegen der Grünen abzielt.» Trotzdem förderten die Resultate die Transparenz und seien nicht falsch. «Gäbe es in Nidwalden eine Grünliberale Partei, wäre ich wohl dabei.»

Handelskammer lässt die Vorwürfe nicht gelten

Die Handelskammer lässt den Vorwurf einseitiger Fragen nicht gelten: «Wir haben aus den offiziellen Smartvote-Fragen 37 ausgewählt», sagt Lucas Zurkirchen von der IHZ. «Ein hundertprozentiges politisches Bild der Kandidaten ergibt das nicht, aber erste Anhaltspunkte für die Wähler», ist er überzeugt.

Hinweis
Wahlhilfe der IHZ:www.ihz.ch

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