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NID-/OBWALDEN: Vermisstmeldungen: Polizei übt sich in Zurückhaltung

61 Personen sind in beiden Kantonen 2017 zumindest vorübergehend vermisst worden. Nur in den seltensten Fällen bekommt die Bevölkerung etwas davon mit.
Polizisten zu Fuss auf Patrouille. (Bild: Markus von Rotz (Sachseln, 24. September 2017))

Polizisten zu Fuss auf Patrouille. (Bild: Markus von Rotz (Sachseln, 24. September 2017))

«Wenn uns verschwundene Personen gemeldet werden und wir in irgendeiner Weise tätig werden, erscheinen diese anschliessend in der Statistik der vermissten Personen», erklärt Ruedi Baumgartner, Leiter der Nidwaldner Kriminalpolizei. Die Obwaldner Polizei verfährt ebenso. Laut einer Umfrage, die die «Sonntagszeitung» in ihrer jüngsten Ausgabe veröffentlicht hat, waren im vergangenen Jahr in Nidwalden 32, in Obwalden 29 Personen vermisst. Darunter kann beispielsweise auch ein Kind fallen, das nach wenigen Stunden wieder wohlbehalten auftaucht.

In der Nidwaldner Statistik sind auch entlaufene Personen erfasst, etwa Jugendliche, die ihre Pflegefamilie verlassen. Von den 32 Personen kamen 13 selber zurück, 17 wurden durch die Polizei gefunden, 2 bleiben weiterhin vermisst. 23 von ihnen waren männlich und 18 minderjährig.

Kinder werden schnell als vermisst gemeldet

Die Obwaldner Zahlen beziehen sich ausschliesslich auf Vermisste. 22 Personen tauchten von alleine wieder auf, fünf Personen wurden von der Polizei oder von Dritten lebend wieder aufgefunden. Eine Person wurde tot gefunden, und eine Person wurde zum Jahresende noch vermisst. 23 der 29 vermissten Personen waren männlich und 16 waren minderjährig. Die hohe Zahl minderjähriger Vermisster erklärt sich der Obwaldner Kripo-Leiter Christoph Fries unter anderem damit, dass gerade Kinder relativ schnell als vermisst gemeldet würden.

In einem einzigen Fall setzte die Polizei in den beiden Kantonen im vergangenen Jahr auf eine öffentliche Fahndung: Ein 82-jähriger Obwaldner Pilzsammler, der alleine unterwegs war, kehrte nicht mehr nach Hause zurück. Die Polizei habe sich erhofft, von anderen Personen, die sich zur fraglichen Zeit im gleichen Gebiet aufgehalten hatten, Hinweise zu erhalten, sagt Christoph Fries. Anfang dieses Jahres hatte die Nidwaldner Polizei nach einem vermissten Wanderer gesucht. Später wurde der Mann tot aufgefunden. «Bei einem Vermisstenfall ist die öffentliche Fahndung im Prozess immer auf der Liste», sagt Ruedi Baumgartner. «Eingesetzt wird sie selten. Bei jedem Fall wird geprüft, ob sie geeignet wäre.» Die wichtigste Voraussetzung sei, dass die Angehörigen einverstanden seien, so Baumgartner.

Zuerst werden andere Möglichkeiten ausgeschöpft

«Die Öffentlichkeitsfahndung ist für uns eines der letzten Mittel», hält Christoph Fries fest. Eine öffentliche Suche sei praktisch nicht mehr löschbar, darum gelte es genau abzuwägen. Laut Baumgartner rückt sie in den Fokus, wenn Leib und Leben bedroht seien, «oder in Fällen von verschwundenen Kindern, aber auch älteren Personen, in denen wir nicht weiterkommen». Grundsätzlich sei man bei Erwachsenen eher zurückhaltend, so Christoph Fries: «Wir gehen davon aus, dass eine mündige Person sich absetzen kann, ohne jemandem Rechenschaft schuldig zu sein.» Abgesehen von Fällen, in denen Dringlichkeit geboten sei, schöpfe man zunächst andere Möglichkeiten aus: «Wir sprechen mit den Angehörigen, suchen Bezugspunkte der vermissten Person ab.» Die Suche könne auch den Einsatz von Personensuchhunden und Ähnlichem nach sich ziehen.

Nicht alle vermissten Personen tauchen wieder auf. «Im Kanton Obwalden haben wir derzeit 27 offene Vermisstenfälle», sagt Fries. Diese reichten teilweise Jahre oder Jahrzehnte zurück. In Nidwalden geht die Polizei von 12 offenen Fällen aus.

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

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