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NID-/OBWALDEN: Viele Jäger verschonen das Gamswild

Das Hochwildjagdpatent ohne Gämsabschuss ist in Nidwalden weniger gefragt als in Obwalden. In beiden Kantonen behält man den Bestand genau im Auge.
Philipp Unterschütz
Immer mehr Jäger verzichten in solchen Situationen auf den Abschuss: Der fragile Gämsbestand macht ihnen Sorgen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Immer mehr Jäger verzichten in solchen Situationen auf den Abschuss: Der fragile Gämsbestand macht ihnen Sorgen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Philipp Unterschütz

Bereits das zweite Jahr in Folge haben Jäger im Kanton Obwalden die Möglichkeit, ein Hochwildjagdpatent ohne Gämsabschuss zu lösen. In Nidwalden gibt es neuerdings ebenfalls ein entsprechendes Patent. Dieses können Jäger lösen, die vor allem das Rotwild bejagen wollen und auf Gämsen verzichten. Für Jäger aus dem Kanton ist das Patent ohne Gämsabschuss in Obwalden 150 Franken billiger (Gebühr mit Gämsabschuss 450 Franken, ohne 300 Franken), der Jäger verzichtet dabei auf den Abschuss eines Tieres. In Nidwalden ist es 120 Franken günstiger (Gebühr mit Gämsabschuss 470 Franken, ohne 350 Franken), der Jäger verzichtet dabei auf den Abschuss von zwei Tieren. Diese Differenz dürfte nicht das einzige Entscheidungskriterium sein, welches Patent gelöst wird. Darin sind sich Cyrill Kesseli, Jagdverwalter Obwalden, und Fabian Bieri, Jagdverwalter Nidwalden, einig. Die Patente sind in den beiden Kantonen aber unterschiedlich gefragt.

Patente unterschiedlich begehrt

In Obwalden wählen vergleichsweise viele Jäger das Hochwildjagdpatent ohne Gämsabschuss. «Im ersten Jahr waren es 30 Prozent, dieses Jahr waren es bis Mitte August bereits 43 Prozent», sagt Cyrill Kesseli. In Nidwalden hingegen ist das neue Patent nicht sehr gefragt. «Nur vier Jäger haben das Patent ohne Gämsabschuss gelöst, das sind 5 Prozent aller Hochwildjagdpatente», gibt Fabian Bieri preis. Die Jäger seien gut informiert, die tiefe Zahl habe darum nichts damit zu tun, dass das Patent neu ist. Massgebend sei vielleicht auch, dass es beim Gämsbestand schon gewisse Unterschiede zwischen den beiden Kantonen gebe, vermutet Fabian Bieri.

Nidwaldner Bestand ist stabil

Grundsätzlich ist beim Gämswild im ganzen Alpenbogen ein leichter Rückgang feststellbar. Über die Gründe sind sich die Experten allerdings nicht einig (Lebensraumverlust, Störungen vor allem im Wintereinstand, Krankheiten, Grossraubwild). «Es wird auch diskutiert, ob der frühere Gämsbestand vielleicht zu hoch war für den Lebensraum, der den Gämsen zur Verfügung stand. Und dass deshalb nun einfach eine natürliche Reduktion auf den heute zur Verfügung stehenden Lebensraum stattfindet», sagt Fabian Bieri. In der Innerschweiz nimmt dafür das Rotwild stark zu. «Es ist nicht auszuschliessen, dass dies auch einen Einfluss auf den Gämsbestand hat, die Gämsen also verdrängt werden, vor allem die Waldgämsen», so Bieri weiter. Es sei auch schwierig zu sagen, ob der Gämsbestand dem noch und immer mehr gestörten Lebensraum nun angepasst sei oder nicht. Der potenzielle Lebensraum für Gamswild ist in Nidwalden grundsätzlich kleiner als in Obwalden. «Der geschätzte Bestand von gegenwärtig 846 Gämsen hat sich in Nidwalden in den letzten fünf Jahren nur leicht reduziert, so dass wir die Abschusszahlen im Moment noch belassen konnten wie bisher.» Feststellbar ist, das sich die Gämsen in ungestörtere, ruhige Gebiete verlagert haben. Zudem sei es noch nicht abschätzbar, ob die berechtigten Jäger die zwei Gämsabschüsse auch wirklich tätigen oder ob sie nur darauf ausweichen würden, wenn es beim Rotwild nicht gut laufe. «Eines ist klar, der Gämsbestand muss sehr gut beobachtet und eingeschätzt werden, damit rechtzeitig die richtigen Massnahmen ergriffen werden können, um auch in der Zukunft einen gesunden, dem Lebensraum angepassten Gämsbestand zu haben», betont Bieri.

Obwaldner Jäger kennen Problem

Dass in Obwalden so viele Jäger auf Gämsabschüsse verzichten, komme der kantonalen Abschussplanung beim Gamswild und dem Zielbestand entgegen, sagt Cyrill Kesseli. «Es zeigt sich, dass sich die Jägerschaft um den Gämsbestand in gewissen Kantonsteilen Sorgen macht und aus freien Stücken auf den Abschuss verzichtet.» Der Bestand in Obwalden liegt laut Cyrill Kesseli mit geschätzten 1373 Gämsen etwas unter dem Zielbestand, hat sich aber auf tiefem Niveau stabilisiert. Um ihn zu schonen, werde deshalb ein Eingriff angestrebt, der kleiner ist als der jährliche Zuwachs. Gegenüber dem Vorjahr habe man aber keine wesentliche Änderung bei der Abschussplanung vornehmen müssen. «Lokal ist der Gämsbestand gar sehr gut und muss reguliert werden, um ihn dem Lebensraum anzupassen und Schäden vor allem im Wald auf einem tragbaren Mass zu halten», so Cyrill Kesseli weiter.

In Obwalden dauert die Hochwildjagd vom 1. bis 24. September (für Gämsen nur bis 13. September), in Nidwalden vom 9. bis 30. September.

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