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NIDWALDEN: Agrarpolitik drückt beim Bauernverband auf die Stimmung

Die Folgen der zukünftigen Landwirtschaftspolitik des Bundesrates geben beim Nidwaldner Bauernverband viel zu reden. Der Präsident warnt vor verheerenden Folgen.
Die diesjährigen Gewinner des Innovationspreises (von links nach rechts): Melk und Sylvia Gut, Ennetmoos, und Annemarie und Bruno Käslin, Beckenried. (Bild: Richard Greuter (Stans, 19. März 2018))

Die diesjährigen Gewinner des Innovationspreises (von links nach rechts): Melk und Sylvia Gut, Ennetmoos, und Annemarie und Bruno Käslin, Beckenried. (Bild: Richard Greuter (Stans, 19. März 2018))

«Die Schweiz ist das schönste Land der Welt.» Mit dem Ergebnis einer amerikanischen Studie eröffnete Bauernpräsident Hans­ueli Keiser die gut besuchte Generalversammlung am Montagabend im festlich geschmückten Engelsaal in Stans. Dabei sieht Keiser bei der erwähnten Studie Parallelen zur Landwirtschaft: «Die Landwirtschaft leistet im Bereich der Lebensqualität einen sehr wichtigen Beitrag zu diesem sehr guten Ergebnis.»

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass sich Nidwalden ohne gesunden Bauernstand schnell verändern würde, meinte Keiser weiter und hält fest: «Nur der Bundesrat verschliesst in dieser Hinsicht die Augen.» Die «zerstörerischen Pläne für die Weiterentwicklung der Agrarpolitik» würde die Nidwaldner Landwirtschaft hart treffen, meinte Keiser mit Blick auf die Gesamtschau des Bundesrates zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik (AP22+).

Milchkäufer befürworten Politik des Bundesrats

«Der Abbau des Grenzschutzes hätte für die Nidwaldner Landwirtschaft verheerende Folgen», sagte Keiser. Bei einer Zollreduktion um 50 Prozent rechnet der Bund beim Rindfleisch mit einem Preiszerfall von 32 Prozent, beim Schaf- und Ziegenfleisch mit 19 Prozent und bei der Milch mit 12 Prozent. Die daraus folgende Beschleunigung des Strukturwandels bedeute für den Kanton Nidwalden, dass statt acht jährlich elf Betriebe ihre Tore schliessen müssten, berichtete der Bauernpräsident. «Den Landwirten stehen in unserem Grasland bei Verschlechterung der Milch- und Fleischpreise kaum Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Ausserdem sind dem Wachstum aus topografischen Gründen Schranken gesetzt.» Der Bauernpräsident geht sogar noch einen Schritt weiter: «Die vom Bundesrat vorgeschlagene Stossrichtung würde auch den Erholungsraum und die Lebensqualität der hiesigen Bevölkerung mindern.»

Etwas differenzierter sieht es der Seelisberger Hans Aschwanden. Seit sechs Jahren ist der umtriebige Bergkäser Präsident des Dachverbandes Fromarte. In seinem Kurzvortrag erläuterte er die Chancen und Risiken aus Sicht der gewerblichen Milchkäufer. Während der Bauernverband die AP22+ klar ablehnt, befürworten die Milchkäufer das Papier. Er sehe die AP22+ als gesellschaftliche Herausforderung, die man annehmen müsse. Auf die Frage, was er als Landwirt bei einem Milchpreis von 50 Rappen machen würde, blieb auch Aschwanden etwas ratlos, der seinen Milchproduzenten über 80 Rappen bezahlt. «Wir produzieren nach wie vor zu viel Milch», bekräftigte der Referent.

Ohne Grenzschutz ist es für die Bauern schwer

Der aus der Ostschweiz angereiste Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes und CVP-Nationalrat, korrigierte die Sichtweise von Aschwanden. Zwar lobte er den Betrieb von Aschwanden, meinte aber, der Grenzschutz sei elementar: «Gute Rahmenbedingungen, die uns helfen, sind matchentscheidend.» Dabei sagte er zum Schluss mit einem Augenzwinkern: «Hans, du machst es gut als Käser, aber bei der Agrarpolitik hörst du besser auf uns.» In einer kurzen Begrüssung richtete sich Gregor Schwander, Gemeindepräsident von Stans, an die Konsumenten: «Wir müssen besser hinschauen, wo die Produkte herkommen.»

Ueli Amstad, scheidender Landwirtschafts- und Umweltdirektor, meinte in einem Rückblick auf seine Regierungstätigkeit: «Es war eine Ehre für mich und hat mir Freude bereitet.» Die AP22+ mache aber auch ihm Sorgen.

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

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