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NIDWALDEN: Alfred Bossard: Sorge zu Finanzen und zur Landschaft

Alfred Bossard möchte zurück aufs politische Parkett. Wird er als Regierungrat gewählt, reizt ihn das Finanzdepartement. Aber auch die älteren Menschen liegen ihm am Herzen.
Geri Wyss
Alfred Bossard mit Buochs im Hintergrund. Nidwalden ist für ihn der «schönste Flecken, den es gibt». (Bild Geri Wyss)

Alfred Bossard mit Buochs im Hintergrund. Nidwalden ist für ihn der «schönste Flecken, den es gibt». (Bild Geri Wyss)

Mit dem Rücktritt von Hugo Kayser wird das Nidwaldner Finanzdepartement frei. Alfred Bossard, der für die FDP als Regierungrat kandidiert, sagt unumwunden, dass er im Falle einer Wahl am liebsten in die Fussstapfen von Hugo Kayser (CVP) treten würde. Alfred Bossard ist seit 23 Jahren Leiter der Raiffeisenbank Vierwaldstättersee-Süd. «Ich bin klar der Meinung, die Leute nach ihren Präferenzen einzusetzen.» Aber auch im Volkswirtschaftsdepartement von Parteikollege Gerhard Odermatt, der die Regierung ebenfalls verlassen wird, wäre Bossard gut aufgehoben. «Natürlich wählen aber erst mal die bisherigen Regierungsräte ihr Amt.» Bossard verfügt auch über einen langen politischen Leistungsausweis. Von 1992 bis 2000 war er Gemeinderat von ­Buochs. 2002 bis 2010 sass er im Landrat, war sechs Jahre Präsident der Aufsichtskommission und von 2008 bis 2009 Landratspräsident.

Leistungen hinterfragen

«Die Staatsfinanzen werden dem Kanton noch Kopfzerbrechen bereiten», prognostiziert Bossard. Die Herausforderung für Nidwalden werde sein, wie man die Finanzen im Lot behalten könne, ohne die Steuern erhöhen zu müssen und an Attraktivität für die Unternehmen und die Privaten einzubüssen. Man müsse sich überlegen, wo man ansetzen wolle. Bossard ist der Meinung, dass es kein Tabu sein dürfe, Leistungen zu hinterfragen. Denn: «Der Sachaufwand ist seit 2006 um rund 4 Prozent jährlich gestiegen.» Die Frage sei auch: «Kann man bestehende Leistungen ähnlich gut mit etwas weniger Qualität erbringen, um zu sparen?» Steuererhöhungen erachtet der FDP-Mann als «letztes Mittel». Insgesamt attestiert der 57-Jährige dem Kanton aber, dass er «gut aufgestellt» sei und «die Wirtschaft gut funktioniert».

Hürden für Firmen abbauen

«Nidwalden muss gut zu seinen Unternehmen schauen», sagt Alfred Bossard weiter. Und für jene Firmen, die gerne ihren Sitz hierher verlegen möchten, die bürokratischen Hürden verringern.» Ziel müsste es sein, dass die interessierten Unternehmungen eine Ansprechstelle und eine Ansprechperson hätten. Die internen Koordinationen und Abklärungen müssten von dieser Stelle vorgenommen werden, ist Bossard überzeugt.

Das Wachstum bremsen

Was den Kanton auch immer mehr beschäftigen werde, sei die Alterspolitik. «In nächster Zukunft wird es deutlich mehr Pflegebetten brauchen.» Zudem sei das Augenmerk auch auf die Wohnformen für ältere Menschen wie das betreute Wohnen oder Wohnen im Alter zu legen. «Es ist eine schöne Entwicklung, dass wir immer älter werden, aber es ist Fakt, dass dies Auswirkungen auf die Alterspolitik hat.» Alfred Bossard weiss, wovon er spricht, er ist seit 2006 Stiftungsrat des Alters- und Pflegeheims Buochs und seit 2011 Stiftungspräsident.

Nidwalden bezeichnet er als «schönsten Flecken, den es gibt». Das sehe er immer wieder, wenn er von Reisen mit seiner Frau in seine Heimat zurückkomme. «Der Kanton hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark entwickelt. Ich denke, dass dieses Wachstum gebremst werden muss. Wir müssen Sorge tragen zur Bevölkerung und zu unserer schönen Landschaft.» Er sei aber dagegen, dass der Staat zu sehr in den Markt eingreife. So spricht sich Bossard etwa gegen vom Staat finanzierte Sozialwohnungen aus. «Der Markt soll spielen.» Boden- und Mietpreise seien aber hoch. «Das ist ein Dilemma, das nicht leicht zu lösen ist», räumt er ein.

Lange Erfahrung als Bankleiter

Aus seiner Tätigkeit als Bankleiter bringe er Kompetenzen mit, die sich in die Kantonsexekutive adaptieren liessen. «Ich pflege viel Kundenkontakt in anspruchsvollen Gesprächen, muss schwierige Entscheide fällen und führe Mitarbeiter.» Er könne gut auf Leute zugehen. Was er im Falle einer Wahl nicht in den Regierungsrat mitnehmen möchte, «ist die Flut an Regularien, welche das Bankwesen heute prägt».

Gesundheit im grünen Bereich

Was ihm auch wichtig sei: «Ich bin für Transparenz und offene, ehrliche Kommunikation.» So hatte Alfred Bos­sard auch publik gemacht, warum er 2011, als er als aussichtsreicher FDP-Kandidat für den frei werdenden Nationalratssitz von Edi Engelberger galt, sich kurz vor der Nomination zurückziehen musste. Es waren gesundheitliche Gründe. Alfred Bossard hatte sich einer Herzoperation unterziehen müssen. Ihm wurden sogenannte Stents eingesetzt, medizinische Implantate, welche die Verengung von Herzkranzgefässen verhindern. Schon einmal, Anfang der 90er-Jahre, hatte er sich einem solchen Eingriff unterziehen müssen. «Das ist ein kleiner Makel. Mit dem muss ich umgehen können», sagt er dazu. Er werde auch heute immer mal wieder gefragt, ob er gesund sei. «Ich hatte Untersuchungen und ausführliche Gespräche mit Ärzten. Wenn ich nicht sicher wäre, dass ich ein Regierungsratsamt ausführen kann, hätte ich niemals kandidiert.»

In der Freizeit viel Bewegung

Angesprochen auf die Belastung, die mit dem 80-Prozent-Pensum als Regierungsrat auf ihn zukäme, antwortet Alfred Bossard: «Meine Arbeitstage auf der Bank sind lange. Ich gehe davon aus, dass der Arbeitsdruck als Regierungsrat nicht höher sein würde, vielleicht sogar etwas niedriger.» Für ihn sei auch klar, dass er die restlichen 20 Prozent nicht mit einem weiteren Job ausfüllen würde. Die Eingriffe am Herzen hätten ihm klargemacht, dass er gut zu sich schauen müsse. Eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung sind Bereiche, auf die er heute viel mehr achtet als früher. Als Hobbys wandert Alfred Bossard gerne oder setzt sich aufs Bike. «Und im Winter fahre ich Ski.» Auch besuche er gerne Konzerte oder Theater.

Das sagen andere im Landrat über ihn

Walter Odermatt, Landrats-vizepräsident, SVP, Stans:
«Während der acht Jahre im Landrat erlebte ich Freddy positiv, seine fundierten und humorvollen Reden waren bereichernd. Als Landratspräsident hat er die Sitzungen kompetent geführt. Als Regierungsrat brächte er die nötige politische Erfahrung mit.»

Viktor Baumgartner, Landrat, CVP, Beckenried:
«Ich habe ihn als offenen, engagierten und kollegialen Parlamentarier erlebt, mit einem kompetenten Führungsstil als Präsident der Aufsichtskommission und als Landratspräsident. Er kennt die Anliegen der Bevölkerung, kann auf anders Denkende eingehen und setzt sich über die Parteigrenzen für gute Lösungen ein.»

Leo Amstutz, Landrat, Grüne, Beckenried:
«Im Landrat habe ich Alfred Bossard erlebt, wie er gute Rahmenbedingungen für Nidwaldner Unternehmen forderte. Und er setzte sich für die persönliche Freiheit aller ein. Er vergass aber nie, dass der Staat finanzielle Mittel braucht, damit er seine vielfältigen Aufgaben erfüllen kann. Ein echter Liberaler!»

Der Kandidat persönlich

Werdegang
Der Bankfachmann Alfred Bossard ist seit 1991 Bankleiter der Raiffeisenbank Vierwaldstättersee-Süd. Schon die Lehre hatte er auf einer Bank gemacht, auf der Darlehenskasse Buochs.

Familie
Verheiratet mit Vreni und Vater von Nicole (29), Michael (26) und Claudia (23).

Internet
www.alfred-bossard.ch

Lieblingsort
Es gibt drei. Zu Hause, wo ich am besten abschalten kann, auf dem See und beim Biken von Büren über Schwanden nach Buochs.

Lieblingsmenü
Eine gute Rösti mit Leberli.

Aktuelle Lektüre
Das Buch «Memoiren 1968–1973» von Henry A. Kissinger liegt schon lange zum Lesen bereit.

Schönste Kindheitserinnerung
Als ich meinen ersten Fussball und die ersten Fussballschuhe erhalten habe. Das war ein Highlight. (Anm. d. Red.: Alfred Bossard war in früheren Jahren Fussballer. Er spielte unter anderem mit dem SC Buochs in der 1. Liga.)

Entweder – oder

Mozart oder rolling stones?
Eher Rolling Stones. Meine Vorliebe lag aber eindeutig bei den Beatles.

Kino oder KKL?
Ich besuche gerne Veranstaltungen im KKL, gehe aber auch ins Kino, um mir einen guten Film anzusehen.

Bratwurst oder Rindsfilet?
Eindeutig Bratwurst.

Süden oder Norden?
Norden. Skandinavien möchte ich gerne noch bereisen. Ich denke, in Skandinavien ist es ähnlich wie in Kanada, wo es mir auch sehr gefallen hat.

Smartphone oder Papieragenda?
Ich sehne mich zurück in die Zeit der Papier-Agenda. Doch heute geht es nicht mehr ohne Smartphone.

Städtereise oder Abenteuerferien?
Beides sagt mir zu. Mit meiner Frau besuche ich immer wieder Städte. Wir sind aber auch gerne auf eigene Faust mit dem Auto oder Motorhome unterwegs.

«Voice of Switzerland» oder «Arena»?
Wenn Fernsehen, dann läuft bei mir Sport, Kultur oder eine gute Informationssendung.

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