NIDWALDEN: Altmeister «zügeln» zum Kanton

Der Kanton erhält einen beachtlichen Bestand aus der Frey-Näpflin-Sammlung als Dauerleihgabe. Eine erste Ausstellung mit Werken alter Meister lässt nicht lange auf sich warten.

Oliver Mattmann
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Ausstellungstechniker Thomas Odermatt hängt ein Bild für die kommende Ausstellung auf. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 19. Januar 2017))

Ausstellungstechniker Thomas Odermatt hängt ein Bild für die kommende Ausstellung auf. (Bild: Matthias Piazza (Stans, 19. Januar 2017))

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

Vor einigen Tagen ist im Museum der Frey-Näpflin-Stiftung in Stans die Gemeinschaftsausstellung von Charlie Lutz, Elionora Amstutz, Melk Imboden und Thurry Schläpfer zu Ende gegangen. Es dürfte vorderhand die letzte Ausstellung in den Stiftungsräumlichkeiten an der Hansmatt gewesen sein. Denn mit der neuen Partnerschaft zwischen der Stiftung und dem Nidwaldner Museum verlagert sich die Ausstellungstätigkeit in die Hände des Kantons. Das Museum hat dafür eine Dauerleihgabe von gegen 300 Gemälden, Skulpturen und Objekten aus der rund 1000 Werke umfassenden Sammlung des inzwischen verstorbenen Stifterehepaars Ruth und Anton Frey-Näpflin erhalten.

Dauerleihgabe heisst: Der Kanton setzt sie in eigenen Ausstellungen ein oder leiht sie – in Absprache mit der Stiftung – an Dritte aus für auswärtige Werkschauen. Die Stiftung selbst wird sich laut einer Medienmitteilung des Kantons in Zukunft vor allem auf den Bereich von individuellen Stipendienvergaben fokussieren. «Das ändert nichts daran, dass sie Besitzerin der ausgeliehenen Werke bleibt», ergänzt Patrizia Keller vom Nidwaldner Museum.

Festival mit Künstlern auch aus dem Ausland

Unter den zeitlich unbefristeten Leihgaben befinden sich Werke flämischer, italienischer und französischer Meister vom 16. bis 19. Jahrhundert, ebenso Künstlerinnen und Künstler aus der Innerschweiz und darüber hinaus. Prunkstück bildet die Serie der zwölf Apostel mitsamt Christus, die dem berühmten Barockmaler Peter Paul Rubens zugeschrieben wird. Das Museum profitiert in doppelter Hinsicht: «Die Leihgaben kosten den Kanton nichts», so Patrizia Keller. «Im Gegenzug kommen wir für die Lagerung und Pflege der Objekte auf.»

Und es geht auch nicht mehr lange, bis die Auswahl aus der privaten Sammlung zum Einsatz gelangt. Unter dem Titel «Alte Meister» werden ab dem 4. Februar sämtliche Dauerleihgaben im Pavillon und im Winkelriedhaus in Stans gezeigt. «Die Gemälde werden den Raum vom Boden bis zur Decke füllen. Das wird eine kompakte, aber vielfältige und überraschende Ausstellung», ist Kuratorin Patrizia Keller überzeugt.

Aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung soll neu auch ein gemeinsamer Kunstpreis hervorgehen. Nach welchen Kriterien und wann dieser zum ersten Mal verliehen wird, ist gegenwärtig noch offen. «Erklärtes Ziel ist es aber, zur Auszeichnung auch eine Publikation über den Preisträger und dessen Werke herauszugeben», sagt Patrizia Keller. Und auch zum geplanten Festival vom 9. April im Rahmen der kommenden Ausstellung kann sie schon verraten: «Vier Musikerinnen, eine Tänzerin und eine Schauspielerin aus der Region und dem nahen Ausland werden auf ihre Art einen Bezug zu den älteren Kunstwerken herstellen.»

Hinweis

Ausstellung «Alte Meister» im Pavillon und Winkelriedhaus: 4. Februar bis 7. Mai. Vernissage: 3. Februar, 18.30 Uhr. Festival: 9. April. Weitere Informationen unter www.nidwaldner-museum.ch.