NIDWALDEN: Altzeller wollen Missverständnisse beseitigen

Altzellen soll für die Post eine eigene Ortsbezeichnung erhalten. Dafür setzt sich SVP-Landrat Urs Zumbühl ein.

Martin Uebelhart
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Altzellen soll postalisch von Grafenort abgekoppelt werden. (Bild Corinne Glanzmann)

Altzellen soll postalisch von Grafenort abgekoppelt werden. (Bild Corinne Glanzmann)

Altzellen gehört zum Kanton Obwalden. Zumindest was die Postverteilung angeht: Die Adressen des Wolfenschiesser Ortsteils lauten nämlich auf «6388 Grafenort». Dies stammt aus einer Zeit, als es dort noch eine Poststelle gab und auch die nahe gelegenen Altzeller Haushaltungen über diese versorgt wurden. Seit 2000 sei die Post in Grafenort jedoch geschlossen, schreibt die SVP Nidwalden in einer Mitteilung. Seither laufe die Zustellung über die Post in Wolfenschiessen. Jedoch sei die Ortsbezeichnung «Grafenort» nie geändert worden.

Rückmeldungen von Unzufriedenen

«Die Bevölkerung ist unzufrieden mit diesem Zustand», sagt der Wolfenschiesser SVP-Landrat Urs Zumbühl im Gespräch mit unserer Zeitung. Es gebe zahlreiche Rückmeldungen dazu. Und dabei gehe es nicht allein darum, dass man unter dem Namen Grafenort laufe, sagt Zumbühl: «Es ist auch noch ein anderer Kanton. Das ist mühsam für die Bevölkerung.» Es sei schon vorgekommen, dass die Krankenkassenprämien zu den Tarifen von Obwalden, die sich von jenen von Nidwalden unterschieden, in Rechnung gestellt worden seien, schreibt die SVP. Oder bei guten Leistungen von Altzeller Sportlern, etwa Skifahrerinnen und Skifahrern, werde die Person als Obwaldner bezeichnet.

Dicke Post an die Post

Das Anliegen sei bei der verantwortlichen Postmail in Bern an sich bekannt, sagt Zumbühl. «Doch bis jetzt ist nicht viel passiert.» Die Post erhält nun einen eingeschriebenen Brief aus Wolfenschiessen. «Wir haben 40 der rund 100 Haushaltungen in Altzellen besucht und erhielten rund 70 Unterschriften.» Die Forderung: Künftig soll die Post die Ortschaft mit der Anschrift «6388 Altzellen» erreichen.

Zumbühl erwähnt, dass es in Nidwalden auch andere Aussenbezirke von Gemeinden gebe, die ihren Namen nutzen dürften. Er erwähnt etwa Oberrickenbach, Wiesenberg, Wirzweli oder Büren. Um dem Vorhaben zusätzliches Gewicht zu verleihen, hat auch Zumbühls ganze Landratsfraktion unterzeichnet sowie SVP-Nationalrat Peter Keller.