Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

NIDWALDEN: Arnold Odermatt malt mit dem Licht

Mit Ausstellungen und Bildbänden wurde der Fotograf und ehemalige Polizist Arnold Odermatt weltbekannt. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.
Arnold Odermatt blättert in einem seiner Bildbände. (Bild Martin Uebelhart)

Arnold Odermatt blättert in einem seiner Bildbände. (Bild Martin Uebelhart)

Martin Uebelhart

Zu jedem seiner Fotos kann Arnold Odermatt eine Geschichte erzählen – egal, ob es eines seiner Bilder von Verkehrsunfällen im Kanton Nidwalden ist oder eine Aufnahme aus dem privaten Bereich. Und Fotos hat er viele geschossen. «Ich fotografiere seit 80 Jahren», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele der Bilder entstanden während seiner Arbeit bei der Kantonspolizei, der er von 1948 bis 1990 angehörte. Er dokumentierte Verkehrsunfälle mit seiner Kamera, die Bilder waren für die Untersuchung der Unfälle und vor Gericht sehr nützlich. «Ich war wohl weit herum der Erste, der das gemacht hat», hält er fest.

Neues Buch in Planung

Berühmt wurde Arnold Odermatt erst nach seiner Pensionierung. Bei der Recherche für den Film «Wachtmeister Zumbühl» stiess sein Sohn, der Regisseur Urs Odermatt, auf die grosse Fotosammlung und gab 1993 das erste Buch mit dem Titel «Meine Welt» heraus. Arnold Odermatt selber hatte zuvor einen Band mit Landschaftsaufnahmen aus allen Nidwaldner Gemeinden veröffentlicht. Noch drei weitere Fotobücher folgten: «Karambolage», «Im Dienst» und «In zivil» erschienen alle beim Steidl Verlag in Göttingen (D). Dort gibt Urs Odermatt demnächst ein weiteres Buch mit dem Titel «Feierabend» heraus. Auch in zahlreichen Ausstellungen rund um den Erdball waren Arnold Odermatts Fotografien zu sehen. Ihren Anfang genommen hat seine Berühmtheit 2001 an der Biennale in Venedig. «Ich zeige meine Bilder immer gerne», meint er. Auch wenn das plötzlich aufgeflammte Interesse an seinen Bildern ihn zunächst auch etwas überrascht habe.

Ausstellung in Berlin

Aus Anlass seines 90. Geburtstags widmet ihm die Berliner Galerie Springer eine weitere Ausstellung. Und just an seinem Geburtstag wird er heute selber in der Galerie sein und mit der Kunsthistorikerin Beate Kemfert ein Gespräch führen. Noch bis am 18. Juli sind bereits bekannte Bilder zu sehen. Und dazu eine ganz neue Serie: Die zwölf Farbbilder zeigen zwei allein stehende Bäume auf dem Ennerberg in Buochs. Odermatt hat sie im Verlaufe von rund 20 Jahren immer wieder fotografiert. In unterschiedlichen Jahreszeiten und mit verschiedenen Wetterstimmungen. «Ich stand immer millimetergenau an der gleichen Stelle», erzählt er. Der kleinere Baum wurde Ende 1999 vom Sturm Lothar geknickt. Zunächst dachte Odermatt, der Orkan habe ihm nun sein Sujet zerstört. «Doch dann habe ich gesehen, dass aus dem geknickten Stamm neue Zweige wuchsen», erzählt er und zeigt die Bilderserie auf seinem Computer. Seine Farbdias seien für die Verarbeitung digitalisiert worden. Doch fotografiert habe er alles mit einer analogen Kamera.

Mit dem Fotoapparat ist Arnold Odermatt nicht mehr so häufig unterwegs. «Ich arbeite heute vor allem in der Dunkelkammer», sagt er. Er habe schon alles für ihn Interessante durchfotografiert. «Und ich habe noch so viele Negative, von denen noch nie ein Abzug gemacht worden ist.» Seine Arbeit in der Dunkelkammer vergleicht er mit jener eines Malers: «Er arbeitet mit Farbe und Pinsel. Ich male mit dem Licht und versuche beim Vergrössern das Beste aus meinen Schwarzweiss-bildern herauszuholen. Und das macht mir Spass.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.