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NIDWALDEN: Asylunterkunft bleibt vorerst aktuell

Um steigende Asylzahlen aufzufangen, plante der Kanton 2016 eine neue Asylunterkunft in Buochs. Doch die Flüchtlingsströme blieben inzwischen aus. Ist dieses Vorhaben also noch nötig?
Franziska Herger
In der Gemeinde Buochs (rechts am See) wurde eine Asylunterkunft geplant. (Bild: Markus von Rotz (31. Juli 2012)NZ) (Neue Nidwaldner Zeitung))

In der Gemeinde Buochs (rechts am See) wurde eine Asylunterkunft geplant. (Bild: Markus von Rotz (31. Juli 2012)NZ) (Neue Nidwaldner Zeitung))

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Über ein Jahr ist es her, seit die Regierung im April 2016 ein Baugesuch für eine modulare Asylunterkunft auf kantonseigenem Boden an der Kreuzstrasse 6 in Buochs eingereicht hat. Nach der Flüchtlingskrise Ende 2015 wollte der Kanton Platz schaffen für die steigende Zahl von Asylbewerbern. 84 Menschen sollten in der neuen, 2,2 Millionen Franken teuren Unterkunft leben können, die Fertigstellung war bis Ende 2016 geplant.

Doch es kam anders: Der Kanton löste das Mietverhältnis mit der Zimmermann Transport AG auf, die den Platz als Lager nutzt. Die ebenfalls zur Zimgroup Holding gehörende Zimmermann Recyling AG mit Standort auf dem Nachbargrundstück erhob Einsprache gegen das Baugesuch. Geschäftsleiter und Inhaber Reto Zimmermann begründete den Schritt damals mit der Sorge um Auflagen und Einschränkungen. «Wir möchten nicht, dass es auf einmal heisst, unsere Emissionen seien zu gross», sagte Zimmermann im August 2016 unserer Zeitung.

Ein Jahr später, Ende August letzten Jahres, fand ein Treffen mit dem Kanton statt, das «eigentlich sehr angenehm» verlaufen sei, so Zimmermann. Seither habe er nichts mehr gehört. Ganz unglücklich sei er aber nicht darüber, so Zimmermann. «Wir dürfen den Platz auf Zusehen hin weiter mieten. Daher mussten wir nicht umziehen.»

Doch wie steht es um die Pläne für die neue Unterkunft? «Das Gesuch ist noch immer hängig», sagt Patrik Dommen, Leiter des Bauamts der Gemeinde Buochs. «Es ist jedoch bei einer Einsprache geblieben.» Christoph Gander, Vorsteher des kantonalen Hochbauamts, bleibt zurückhaltend. «Der Bau ist weiterhin geplant. Wir sind dabei, bauliche Lösungen zu suchen.» Abklärungen braucht es auch nach einem Lärmgutachten, das die Baudirektion nach der Einsprache der Firma Zimmermann in Auftrag gab. «Weitere Informationen über das Baugesuchsverfahren werden jedoch frühstens in einem Monat bekanntgegeben.»

Reto Zimmermann ist vorsichtig optimistisch: «Ich habe das Gefühl, dass der Druck vom Kanton nicht mehr da ist. Die Flüchtlingsströme kamen ja nicht.» Tatsächlich war die Zahl der Asylgesuche 2016 um 30 Prozent niedriger als erwartet. Noch von höheren Prognosen ausgehend, sagte Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden vergangenes Jahr, bis im Sommer 2017 gebe es genug Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende im Kanton.

Jederzeit eine Eskalation möglich

Braucht es die neue Unterkunft vor diesem Hintergrund noch? Roger Dallago, Vorsteher des Amts für Asyl und Flüchtlinge, kann dazu während des hängigen Baugesuchsverfahrens nichts sagen. «Wir spüren den Rückgang der Asylzahlen jedoch auch in Nidwalden», sagt Dallago. Langfristiges Planen sei im Asylwesen schwierig. «Aufgrund der unsicheren Weltlage können die Zahlen jederzeit eskalieren. 2015 mussten wir aus dem Nichts 100 zusätzliche Plätze finden.»

In dieser vorsichtigen Haltung wird das Amt für Asyl und Flüchtlinge sogar von einwanderungskritischen Kreisen unterstützt. Christoph Keller, Präsident der SVP Nidwalden, verlässt sich auf Dallagos Expertise. «Das Amt für Asyl kann am besten einschätzen, welche Kapazitäten es braucht», sagt Keller auf An­frage. «Ich denke, der Bau wird nur stattfinden, wenn das auch wirklich nötig ist. Vielleicht werden dann ja auch günstige Wohnungen frei, die bisher von Asylbewerbern besetzt sind.»

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