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NIDWALDEN: Auch Richter können sich irren

Zwei neue Verwaltungsrichter und zwei neue Gerichtsschreiber wurden feierlich vereidigt. Begleitet wurde der Festakt von einer eindrücklichen Rede und mit Musik auf hohem Niveau.
Kurt Liembdredaktion@nidwaldnerzeitung.ch
Sie legten den Eid ab (von links): die neuen Verwaltungsrichter Pascal Ruch und Carole Bodenmüller sowie die neuen Gerichtsschreiber des Ober- und Verwaltungsgerichtes Eva Tresch und Marius Tongendorff (Bild: Kurt Liembd (Stans, 24. Oktober 2016))

Sie legten den Eid ab (von links): die neuen Verwaltungsrichter Pascal Ruch und Carole Bodenmüller sowie die neuen Gerichtsschreiber des Ober- und Verwaltungsgerichtes Eva Tresch und Marius Tongendorff (Bild: Kurt Liembd (Stans, 24. Oktober 2016))

«Vereidigung ist kein banales Alltagsritual», sagte Obergerichtspräsident Albert Müller vor versammelten Richtern und Gästen. Das Gegenteil stimme: Vereidigung sei ein Initiationsritual im Sinne von Aufbruch, Auftakt, Neuanfang. Dann folgte ein gehaltvolles Referat über Zeremonien, Riten und Rituale, verbunden mit tiefsinnigen Gedanken über Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltentrennung (siehe Kasten). Müllers Rede wirkte fast wie eine Antrittsvorlesung an einer Hochschule. Er zeigte auch den Unterschied zwischen Justiz und Politik auf: «Es kann vorkommen, dass ein Richter überlastet ist. Es darf aber nicht vorkommen, dass ein Richter überfordert ist und sich nicht entscheiden kann.» Ein Richter könne sich seiner Stimme nicht enthalten. Müller: «Stimmenthaltung ist allein das Privileg des Politikers.»

Menschlichem Handeln sind Grenzen gesetzt

Es folgte der feierliche Moment, als die neuen Richter und Gerichtsschreiber in die Pflicht genommen wurden: Die neuen Verwaltungsrichter Pascal Ruch, Kriens, und die Stanser Ärztin Carole Bodenmüller sowie die neuen Gerichtsschreiber des Ober- und Verwaltungsgerichtes Eva Tresch, Luzern, und Marius Tongendorff, Wädenswil. Der Eid mit der Berufung auf Gott ­brachte zum Ausdruck, dass jedem menschlichen Handeln in Rechtssprechung oder Politik Grenzen gesetzt sind. Müller: «Das Anrufen einer höheren Macht erinnert daran, dass jeder Richter, jeder Politiker und jeder Mensch schlechthin irren und selber schuldig werden kann.» Gerade diese Einsicht sei nötig und bewahre vor der Gefahr, die Rechtssprechung zu ideologisieren, so Müller.

Würdige Umrahmung

Es ist schon fast Tradition, dass Vereidigungen in Nidwalden von musikalischen Klängen auf höchstem künstlerischen Niveau begleitet werden. Die Musiker Joseph Bachmann (Akkordeon, Gesang) und Josef Fischer (Klarinette, Blockflöte, Gesang) warteten mit bezaubernden Vorträgen auf. Sie boten nicht nur Klezmer-­Musik auf faszinierende Art, sondern begeisterten auch mit auserlesenen Evergreens.

Kurt Liembd

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