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NIDWALDEN: Auf dem Dorfplatz ist es Velofahrern unwohl

Wie könnte man Stans für Velofahrer attraktiver machen? Dieser Frage hat sich Niko Zihlmann (18) angenommen.
Carina Odermatt
Niko Zihlmann mit seinem Velo in Stans. Bild: Corinne Glanzmann (27. Dezember 2016)

Niko Zihlmann mit seinem Velo in Stans. Bild: Corinne Glanzmann (27. Dezember 2016)

Carina Odermatt

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Für viele Stanserinnen und Stanser ist das Velo das ideale Fortbewegungsmittel im Alltag. Doch reger Verkehr, überquellende Abstellplätze und unübersichtliche Verkehrssituationen machen das Radeln zum Teil gefährlich oder mühsam. «Ich persönlich bin jeden Tag mit dem Velo unterwegs. Es ist für mich perfekt für die kurzen Strecken in und um das Stanser Dorf», schwärmt Niko Zihlmann, der zudem Mitglied in einem Mountainbike- und Rennvelo-Club ist. «Ich habe mich gefragt, wie die Stanser Bevölkerung die Fahrradsituation beurteilt und wie man diese verbessern kann. So entstand die Idee für meine Maturaarbeit», erinnert sich Zihlmann.

Als Vorbild für seine Wohngemeinde Stans orientiert sich der Maturand am ungefähr doppelt so grossen Burgdorf im Kanton Bern. Die Gemeinde trägt den stolzen Titel «Fussgänger- und Velomodellstadt», welchen sie sich durch Begegnungszonen, eine Velostation und einen Veloheimlieferdienst verdiente. Diese drei Massnahmen wollte Niko Zihlmann genauer unter die Lupe nehmen und ihre Anwendung in Stans überprüfen. Dafür hat der Maturand 126 Velonutzer aus Stans in einer Umfrage gebeten, verschiedene Stellen in Stans zu beurteilen. Die allgemeine Fahrradsituation wurde dabei von rund der Hälfte der Befragten als gut oder genügend bezeichnet, die anderen 50 Prozent empfinden sie als verbesserungswürdig.

Dorfplatz wird als eher unsicher empfunden

Kritisch beurteilt wurde etwa der Dorfplatz. Vom Kollegium her kommen die Velofahrer oft mit ziemlichem Schwung, auf dem Dorfplatz parkieren Autos ein und aus, neben der Kirche wartet manchmal ein Reisebus auf seine Passagiere, Fussgänger schlendern umher, und Autofahrer halten die 30er-Zone oft nicht ein. Kaum verwunderlich, dass nur 9 Prozent der Befragten die Situa­tion als sicher empfinden, 61 Prozent geben an, der Dorfplatz sei «eher nicht» oder «nicht» sicher und übersichtlich. Eine mögliche Lösung dafür sieht Niko Zihlmann in der Schaffung einer Begegnungszone (20er-Zone). «Diese Massnahme würde für erhöhte Verkehrssicherheit, angenehmeres Verkehrsklima und erhöhte Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer sorgen», meint Zihlmann.

Überfüllter Abstellplatz am Bahnhof

Überrascht hingegen ist der Maturand über das Umfrageresultat bezüglich der Veloabstellplätze am Bahnhof. 60 Prozent der Befragten gaben an, die gebotenen Möglichkeiten seien «gut» oder «ausreichend», obwohl die Stationen dauernd überfüllt zu sein scheinen. Zihlmann schlägt eine überwachte Velostation in der Nähe des Bahnhofs vor, welche die Fahrräder vor Witterung, Diebstahl und Vandalismus schützen würde. Konkrete Pläne für dieses Projekt existieren bereits, wie Gemeinderat Lukas Arnold bestätigt: «In den Bauplänen für die neue Siedlung neben dem Bahnhof, genannt Fliegersiedlung, ist eine Velostation eingeplant. Wann das Bauprojekt starten kann, ist jedoch noch unklar, da es von einer Einsprache blockiert wird.»

Eine weitere Idee von Niko Zihlmann hat in Stans ebenfalls Zukunftschancen: der Veloheimlieferdienst. Als Produkt seiner Maturaarbeit hat der Stanser einen Businessplan für ein derartiges Unternehmen geschrieben, den er Lukas Arnold, Dunja Rutschmann (Präsidentin Vereinigung Stanser Ladenbesitzer) und Rolf Forster (Leiter Job-Vision Stans) im März vorstellen wird. Bei einem Veloheimlieferdienst besteht das Angebot, die schweren Einkäufe im Laden zu deponieren und per Elektrovelo nach Hause gebracht zu bekommen. Diese Arbeit würde von Erwerbslosen erledigt, die dadurch etwas Zusätzliches verdienen können. Das Ziel ist, dass mehr Leute ihre Einkäufe mit dem Fahrrad oder zu Fuss erledigen.

Veloheimlieferdienst interessiert auch Gemeinde

«Veloheimlieferdienste funktionieren in vielen Städten und Gemeinden schon sehr gut, etwa in Burgdorf, Solothurn oder Biel», bestätigt auch Lukas Arnold, der sich am Projekt sehr interessiert zeigt. Auch Niko Zihlmann ist motiviert, die Idee zu verwirklichen: «Ich kann mir sehr gut vorstellen, selber beim Aufziehen dieses Projekts mitzuwirken. Der Businessplan steht schliesslich schon», freut er sich.

Seine eigene Zukunft hat Zihlmann ebenfalls klar vor Augen. Er möchte erst in einem Zwischenjahr den Zivildienst absolvieren und auf Reisen gehen und anschliessend Politikwissenschaften in Luzern oder Lausanne studieren. Das Velo wird ihn dabei stets begleiten. Denn schon Adam Opel, Gründer der Firma Opel, hat gewusst: «Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.»

Hinweis

Wie es mit dem Veloheimlieferdienst nach der Besprechung von Zihlmanns Businessplan weitergeht, wird in einem Folgeartikel beschrieben werden.

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