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NIDWALDEN: Australier wollen «von Besten lernen»

Ehrgeizige Australier wollen zu Hause eine Seilziehszene entwickeln und an der baldigen WM in Schweden erfolgreich sein. Hilfe bietet ihnen der Stanser Trainer Peter Odermatt.
Carina Odermatt
Die australischen Seilzieher mit aller Kraft am Zug – gecoacht vom Stanser Trainer Peter Odermatt. (Bild André A. Niederberger)

Die australischen Seilzieher mit aller Kraft am Zug – gecoacht vom Stanser Trainer Peter Odermatt. (Bild André A. Niederberger)

Carina Odermatt

Australier können seilziehen. Diese Tatsache will das australische Nationalteam an der Seilzieh-Weltmeisterschaft, welche vom 8. bis 11. September in Schweden stattfindet, bekannt machen. Doch Seilziehen ist in Australien eine absolute Randsportart, die von einigen eingewanderten Iren und Engländern importiert wurde und der Bevölkerung kaum ein Begriff ist.

«Da muss sich etwas ändern», sagte sich Brian Mimnagh. Der ursprüngliche Ire und Trainer des NA Fianna Tug of War Clubs schrieb dem Schweizer Seilziehverband daraufhin ein E-Mail, in welchem er nach guten Schweizer Trainern für sein Team suchte. «Wir wollen von den Besten lernen und die Besten sind die Schweizer», ist er überzeugt.

Eine echte Herausforderung

Dieser Herausforderung stellte sich der Stanser Trainer Peter Odermatt (auch bekannt als «Body»). Mit seiner Frau Andrea und seiner Tochter Cornelia reiste er für sechs Wochen nach Brisbane in Australien, um den noch sehr unerfahrenen Seilziehern auf die Sprünge zu helfen. Dieses Unterfangen stellte sich aus verschiedenen Gründen als sehr schwierig heraus. Das geringste Problem war die Verständigung, denn Andrea und Cornelia halfen als Übersetzerinnen, wenn Peter Odermatts Englisch nicht mehr reichte. «Manchmal sagte ich ‹up› und meinte ‹runter› («abe»), dann gingen sie natürlich alle rauf», erinnert er sich lachend.

Zu weit weg für Wettkämpfe

Doch die grundlegenden Probleme sind schwieriger zu lösen. Zum einen gibt es viel zu wenig australische Seilzieher, sodass die sechs oder sieben Teams des Landes meist nur knapp acht Leute im Training haben. Richtige Wettkämpfe, in denen acht gegen acht ziehen, können deshalb im Training kaum geübt werden. Zudem sind diese wenigen Teams 800 bis 1000 Kilometer voneinander entfernt, was Wettkämpfe natürlich zu einer Seltenheit werden lässt. Ein gemeinsames Training als Nationalmannschaft ist dadurch verständlicherweise auch nahezu unmöglich.

Das letzte Problem stellt die Infrastruktur dar. «Brians Team hat praktisch in der Dunkelheit und auf steinhartem Boden trainiert. Als Erstes mussten wir deshalb einen Sandplatz baggern», erinnert sich Peter Odermatt. Aus Erfahrung weiss er, dass nur Clubs mit guter Infrastruktur überleben können. Aus iesem Grund überzeugte er die Australier, für ein Training vor der WM in die Schweiz zu kommen. «So können sie die Infrastruktur sehen und mit dem erworbenen Wissen in ihrem Land etwas Neues aufbauen», erklärt Peter Odermatt zuversichtlich.

Ungewisse Erfolgschancen

Peter Odermatt könnte sich vorstellen, auch in der Zukunft eine längerfristige Zusammenarbeit mit den Australiern zu entwickeln. «Das Ziel ist, in Australien eine kleine ‹Seilzieh-Szene› aufzubauen, sodass es als Nation möglich wäre, in zwei Jahren an der WM in Südafrika einen Rang im Mittelfeld zu erreichen», sagt er.

Doch dieses Jahr gibt es noch einige Hürden zu bewältigen. «Wir haben bis im Mai noch mit einer altmodischen Methode gezogen (Seil unter dem Ellbogen) und erst von Peter gelernt, das Seil weiter unten beim Rumpf zu halten. Wir sind in dieser Methode also sozusagen noch ‹Babies›», erklärt David Chatfield, Trainer des Nationalteams.

Odermatt aber hat noch andere Sorgen: «Es gibt eine grosse Rivalität zwischen den drei anwesenden Teams. Um eine starke Nationalmannschaft zu haben, müssen sie bereit sein, zusammen zu ziehen.» Trotz aller Schwierigkeiten ist eines klar: Die Motivation ist vorhanden. Die acht Australier stöhnen und schwitzen, rufen und motivieren sich gegenseitig, als sie im Training nach und nach gegen die sieben Schweizer verlieren. Peter Odermatt feuert sie auf Schweizerdeutsch mächtig an. Ob sie alles verstehen, ist fraglich, eine grosse Hilfe ist er aber auf jeden Fall.

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